Dr. Lea Schulz

E-Learning Expertin – Sonderschullehrerin – Studienleiterin

Wiki #DiKlusion

Das SAMR-Modell von Puentedura

ein Beitrag von Franziska Wendte
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

Das SAMR – Modell wurde von Puentedura im Jahr 2006 entwickelt. Es soll Lehrkräften helfen, Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln zu gestalten (Wilke, 2016). Es beschreibt, wie Unterricht und Lernen sich durch den Einsatz von Technik verwandeln kann. Anhand dieses Modells können Lehrkräfte ihre bisherigen Lehrmethoden reflektieren. Lehrkräfte, die bislang nur auf analoge Lehrmittel zurückgegriffen haben, können sich mithilfe des Modells Anregungen holen. Puentedura unterscheidet in seinem Modell in vier Ebenen. Mit jeder Ebene steigt die Bedeutung der digitalen Medien für das Lernen. Die Ebenen werden nochmal in zwei weitere Bereiche unterteilt: Enhancement und Transformation. Bei Enhancement wird durch den digitalen Einsatz das Lernen verbessert, bei der Transformation wird Lernen verwandelt (DKJS, o.J.).

SAMR-Modell Puentedura (Übersetzung ins Deutsche)
Abb. 1: SAMR-Modell nach Puentedura 2016, verändert nach Adrian Wilke 2016, entnommen hier

Die unterste Ebene stellt die Ersetzung (Substitution) analoger Materialien dar. Puentedura führte als Beispiel die Nutzung digitaler Schreibprogramme oder das Lesen von digitalisierten Texten. Hier wird nur etwas „ersetzt“, aber in sich gibt es keine funktionale Verbesserung. Auf dieser Ebene kann der Umgang mit digitalen Medien erprobt werden. Der Vorteil, digitale Inhalte können gespeichert werde und später wieder aufgerufen werden (Wilke, 2016).

Auf der zweiten Ebenen der „Erweiterung“ (Augmentation) können wir eine Verbesserung feststellen. Auf dieser Ebene werden Arbeitsaufträge methodisch mit technischen Möglichkeiten erweitert. Beispiele für diese Ebene wären grundlegende Funktionen von Word wie die Rechtschreibüberprüfung oder das Ausschneiden und Umstrukturieren von Texten. Es können auch digitale Lernkarten erstellt werden oder eingebettet werden. Mit zu dieser Ebene gehören Lernapps, die von Schüler/innen genutzt werden können, um direkt ein Feedback zu ihren Leistungen zu bekommen. Dies erleichtert auch Arbeitsabläufe von Lehrkräften (DKJS, o.J.).

Die nächste Ebene die „Änderung“ (Modification) zählt zum Bereich der Transformation. Die Aufgaben werden so umgestaltet, dass die digitale Unterstützung gebraucht und bevorzugt wird. Im Fokus steht hier die Neugestaltung von Aufgaben. Als Beispiele zählt Puentedura die Integration von Kommunikationswerkzeugen oder grafische Darstellungen auf (Wilke, 2016). Ein weiteres Beispiel ist, dass Schüler zu einem Thema recherchieren und dieses Wissen in einem Video darstellen und ihren Mitschülern/innen vorstellen. Durch den Einsatz von digitalen Medien wird hier ein andere Lernebene geöffnet (DKJS, o.J.).

Die letzte Ebene die Neubelegung (Redefinition) wäre ohne eine technische Unterstützung nicht möglich. So wird das analoge Schreiben eines Essays durch ein digitales Storytelling ersetzt. Auch ein Beispiel wäre das Konzept „Flipped Classroom.“ Das Ergebnis dieser Ebene ist, die Schüler/innen entwickeln neue Strategien und Ansätze zur Problemlösung, um selbstgesteuertes und forschendes Lernen zu erreichen (DKJS, o.J.).

Weiterführende Informationen

Vergleicht man die Ausstattung und den regelmäßigen Einsatz von digitalen Medien in Deutschland mit anderen Ländern, fällt das Ergebnis relativ gering aus. Im Vergleich mit anderen Industrienationen liegt die IT-Ausstattung in den Grundschulen und weiterführenden Schulen im unteren Mittelfeld. Nach PISA-Studien 2003 berichten nur 21% der Schüler/innen von einem regelmäßigen Einsatz von Computern im Unterricht. Ebenfalls zeigt sich, dass computerbezogene Kompetenzen hauptsächlich außerschulisch erworben werden (müssen). Dies ist von großem Nachteil von sozial benachteiligten Schülern z.B. aufgrund fehlender finanzieller Mittel. Trotz dieses geringen Einsatzes ist das Interesse vieler Schüler dennoch hoch. Oft profitieren Schüler mit guter häuslicher Medienausstattung gegenüber denen, die dies zu Hause nicht erleben können (Eickelmann, 2010).

Quellen

Eickelmann, B. (2010). Digitale Medien in Schule und Unterricht erfolgreich implementieren. Eine empirische Analyse aus Sicht der Schulentwicklungsforschung. Band 19. Münster: Waxmann Verlag

Wilke, A. (2016). Das SAMR Modell von Puentedura. Übersetzung der wichtigsten Begriffe ins Deutsche. homepages.uni-paderborn. Download am 24.02.2020.

Gemeinnützige Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH (DKJS). (o.J.). Den Mehrwert digitaler Medien erkennen. bildung.digital. Download am 24.02.2020.

Das Tool Textfee – Texterkennung mit der Textfee

ein Beitrag von Franziska Wendte
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

1. Allgemein

Textfee ist eine App erhältlich für Android, mit deren Hilfe analoge Texte in digitale Texte umgewandelt werden können. Lediglich eine Kamerafunktion des Gerätes ist Voraussetzung. Derzeit kann die App 71 Sprachen bzw. Dialekte erkennen und umwandeln. Textfee ist leicht zu bedienen und kann als Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt werden.

2. Funktion

Nach dem Start der App erscheint ein übersichtlicher Startbildschirm. Wir können nun ein Foto mithilfe der Kamera aufnehmen oder aus der Galerie oder einer Cloud ein bereits aufgenommenes Bild auswählen. Nehmen wir ein Bild auf, müssen wir hinterher mithilfe eines Auswahlwerkzeug den Text auswählen und auswählen, ob der Text in Spaltform oder in einem „Fluss“ gestaltet ist. Die App wandelt dann das Bild in einen digitalen Text um. Das Praktische ist, dieser kann von einer Computerstimme vorgelesen werden. Natürlich darf man keine üblich gesehene Betonung erwarten. Möchtet man mehrere Seiten einscannen, kann man weitere Bilder ganz einfach hinzufügen und umwandeln lassen. Der Text lässt sich mithilfe von Textfee leicht in einer PDF-Datei zusammenfassen oder mit anderen Geräten/Leuten teilen. Ist Google Translate installiert, kann der Text auch übersetzt werden. Auch ist die Funktion gegeben, auf das originale Bild zurückzugreifen.

3. Einsatz

Textfee kann ein hilfreiches Mittel im Unterricht sein. Es kann im Modell „Ebenen digitalen Lernens in der inklusiven Schule“ nach Ideen von Niesyto und Schluchter (2012), sowie Luder (2004), in die Ebene Individuum (Lernen durch Medien) eingeordnet werden. Denn es kann als assistive Unterstützung dienen. Durch die Lesefunktion ergeben sich Möglichkeiten Schülern mit Rechtschreibschwächen einen Ausgleich zu bieten. So können selbst Schüler mit Lernschwierigkeiten das gleiche Lernziel wie ihre lernstärkeren Mitschüler erreichen.

3.1 Unterrichtsbeispiel

Die Schüler sollen im Nawi-Unterricht der 5. Klasse einen Text lesen und Aufgabe dazu bearbeiten. Nun ist aber ein Schüler in der Klasse, der große Schwierigkeiten mit dem Lesen von langen und komplizierten Texten hat. Damit er am Ende der Stunde die Aufgaben zum Text ebenfalls bearbeiten und das Lernziel erreichen kann, darf er die App Textfee benutzen, mit deren Hilfe er sich den Inhalt des Textes erschließen kann.

4. Kritik

Zu beachten bei der App ist, dass sie natürlich nicht unfehlbar ist. Manchmal erkennt sie Bilder nicht richtig und Wörter werden nicht erkannt oder der komplette Text ist nicht ersichtlich. Und wie oben schon erwähnt, hat die Lesestimme nicht die beste Betonung. Aber im PlayStore hat die App gute Bewertungen und scheint recht zuverlässig zu sein.

Quelle

Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In: Birgit Lütje-Klose, Thomas Riecke-Baulecke & Rolf Werning (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht. Grundlagen in der Sonderpädagogik. Seelze: Klett/Kallmeyer. S. 344-367

Anmerkung von Dr. Lea Schulz

Die App Textfee soll keinesfalls das Erlernen des Lesens im inklusiven Kontext ersetzen. Sie fungiert als assistive Technologie vielmehr als Hilfestellung in Fächern, in denen ggf. die Lesekompetenz vorausgesetzt wird, um diese zu kompensieren. Die Leseförderung sollte parallel dazu fortgesetzt werden. So wird sichergestellt, dass weiterführende Inhalte des Weiteren erlernt werden können, das Lesenlernen jedoch weiterhin Teil des Förderplans ist.

Die Zebra Schreibtafel 0

ein Beitrag von Madita Brietzke
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

App-Logo Zebra Schreibtafel
Abbildung 1: App-Logo (eigener Screenshot)

Diese App, für Android und IOS, ist dem Deutschlehrwerk Zebra des Ernst Klett Verlags zugehörig, kann aber auch unabhängig davon verwendet werden. Entlang eines Pfades werden verschiedene kindgerechte Erklärungsvideos, Übungen und Spiele zu den Bereichen Schwingen und Schreiben sowie Laute hören aufgeführt. Der erste Bereich ist kostenlos, der zweite Bereich kann durch In- App-Käufe freigeschaltet und weitere Apps der Zebra- Reihe können zusätzlich erworben werden.

Zuerst wird ein Name eingegeben, um ein Profil zu erstellen. Bei jedem Beginnen der App erscheint dieser Startbildschirm.

Starbildschirm der App Zebra Schreibtafel
Abbildung 2: Startbildschirm (eigener Screenshot)

Die verschiedenen Namen werden in einer Liste festgehalten, sodass man stets wieder auf seine Fortschritte zugreifen kann. Eine Stimme erklärt jeden Schritt.

Übungspfad in der App Zebra Schreibtafel
Abbildung 3: Übungspfad (eigener Screenshot)

Danach gelangt der/die Akteur_in zum Übungspfad. Auf diesem sind die Videos durch eine Filmklappe gekennzeichnet. Die blauen Felder sind die Übungen, welche entweder mit einem leeren Kreis für „leicht“ oder mit einem ausgefüllten Kreis für „schwer“ versehen sind. Der Pfad kann Feld für Feld oder in beliebiger Reihenfolge abgegangen werden. Wird eine Übung wiederholt ausgewählt, ist der Inhalt bzw. sind die Wörter/Laute/etc. verschieden von der ersten Runde. Für eine absolvierte Aufgabe erhält der/die Lernende Sterne. Ist ein ganzer Bereich abgeschlossen erhält man einen Pokal. In der Zeile am oberen Bildrand gibt es einen Pokal, eine Filmklappe, ein Schloss, ein Fragezeichen und drei Punkte. Der Pokal verbirgt die Pokale, die man schon erreicht hat. Unter der Filmklappe lassen sich alle Erklärungsvideos an einem Ort entdecken. Das Schloss steht für den Lehrer- und Elternbereich, welcher durch eine Zahlenbestimmung geschützt ist.

Abbildung des Lehrer-/Elternbereichszugriffs
Abbildung 4: Zahlenbestimmung Lehrer- und Elternbereich (eigener Screenshot)

In diesem Bereich kann beispielsweise auf die Lernentwicklung der Nutzer_innen oder auf kostenpflichtige App-Erweiterungen zugegriffen werden. Beim Klick auf das Fragezeichen wird der Text, der beim Öffnen dieses Fensters gesprochen wird, wiederholt. Die drei Punkte führen zum Impressum und Datenschutzbestimmung.

In den Übungen steht die Aufgabe geschrieben und wird mit der Stimme vorgetragen.

Übung zum Schwingen aus der App
Abbildung 5: Übung zum Schwingen (eigener Screenshot)

Ein Lautsprecherzeichen neben dem Bild ermöglicht die Wiederholung des Wortes, welches in Silben geteilt werden soll. Der abgebildete Schwamm ist die Löschfunktion und der Pfeil bestätigt die Eingabe. Zweimal kann ein falsches Ergebnis verbessert werden; bei der dritten falschen Antwort wird die richtige Lösung vorgegeben. Ist eine Antwort richtig, färbt diese sich grün und bei falscher Antwort rot. Nach einer Weile erscheint eine Pop-up-Nachricht, die an eine Pause erinnert.

Pausenbildschirm der App Zebra Schreibtafel
Abbildung 6: Pausenbildschirm (eigener Screenshot)

Die App unterstützt die grundlegende Laut – Buchstaben – Zuordnung und ein fundamentales Rechtschreibbewusstsein. Es werden die voraussetzenden Fähigkeiten für den Schriftspracherwerb gefördert.

Der Aufbau und Ablauf ist leicht nachvollziehbar und die bildliche Darstellung scheint mir einen guten Aufforderungscharakter zu bieten, so dass Spaß am Lernen eine Motivation bedeuten kann. Neben den Wiederholungsmöglichkeiten und der selbstwirksamen Tätigkeit der Schüler_innen kommt mir das Angebot erfolgversprechend vor.

In dem Ebenenmodell digitalen Lernens in der inklusiven Schule fügt sich diese App in der Lernebene (Medien als Lernmittel/Lernen mit Medien) ein, da sie als zusätzliche Lernhilfe oder als generelle Lernaufgabe genutzt werden kann.

Da mit der richtigen Verwendung dieser App der Ton einhergeht, müssen entweder Kopfhörer oder eigene Arbeitsplätze bereitgestellt werden können, sodass andere nicht gestört werden.

In der Schule könnte die App Schüler_innen zur Verfügung gestellt werden, die in den Bereichen noch Schwierigkeiten aufweisen. Während andere Schüler_innen an anderen Aufgaben arbeiten, können sie in ihrem eigenen Lerntempo die Aufgaben bearbeiten und sich bei Bedarf die Erklärungsvideos ansehen. Die Lehrkräfte und eventuell auch die Eltern (abhängig davon, ob das technische Gerät, auf dem die App installiert ist, in der Schule bleibt oder in der Schule und Zuhause genutzt werden kann) können sich anschließend die Ergebnisse der Sitzung ansehen. Mithilfe der Statistiken kann der Fortschritt festgehalten und die geschaffte Aufgabenmenge eingesehen werden.

Anmerkung von Dr. Lea Schulz

Die diklusiven Vorteile dieser App sind besonders in der Auswertung (sodass der Lernprozess beobachtet werden kann) sowie in der vollkommenen Vertonung sowie Leitung der Schülerinnen und Schüler durch die Übungspfade zu finden. Gleichzeitig stellen sich die starren Vorgaben (Übungspfad, feste Aufgabenformate) und der instruktionalisierende Charakter als Nachteil der App da. Außerdem existiert bisher keine Möglichkeit, als Lehrkraft die App zu verändern oder den Schüler*innen gezielt individuelle Übungsvorschläge zukommen zu lassen. Auch eigene Übungen können nicht eingestellt werden.

Digital-inklusiver Unterricht im Flipped-Classroom

ein Beitrag von einem anonymen Autor (Veröffentlichung ist durch den Autor genehmigt, der Autor ist der Webseiteninhaberin bekannt)

Traditional Classroom vs. Flipped Classroom
Traditional Classroom vs. Flipped Classroom

Der Ansatz des Flipped Classrooms dreht das Konzept des traditionellen Unterrichts um. Das heißt, dass die Schülerinnen und Schüler die Inhalte zuhause vorbereiten, welche ansonsten von der Lehrkraft im Rahmen der Einführung und Erklärung im Unterricht vermittelt würden (Werner, et al., 2018, S. 13). Daraus resultiert eine effektivere Nutzung der Präsenzzeit im Unterricht, in welcher die Schülerinnen und Schüler zusammenkommen, „[…] um dort anhand von gemeinsamen Aufgaben das zu Hause Vorbereitete anzuwenden, zu üben, zu diskutieren oder zu hinterfragen.“ (ebd., S. 13). Im Mittelpunkt steht beim Flipped Classroom eine starke Schülerzentrierung, so dass in der Präsenzzeit eine „[v]ertiefte und erweiterte Auseinandersetzung mit den Inhalten“ (Nimmerfroh, 2016) möglich wird. Des Weiteren soll die Präsenzzeit vor allem für „[…] Zusammenarbeit und die gegenseitige Hilfe und Unterstützung.“ (Werner, et al., 2018, S. 13-14) genutzt werden. Dabei wird sowohl bei der Vorbereitung zuhause als auch bei der Erarbeitung im Unterricht ein selbstbestimmtes Lernen im eigenen Tempo fokussiert (Nimmerfroh, 2016, S. 2-3; Ebel, 2018, S. 19-20). Im Zuge der Verschiebung zu einer starken Schülerzentrierung verändert sich die Rolle der Lehrkraft dahin, dass diese im Unterricht Hilfe anbietet, individuell fördert und persönliche Rückmeldungen gibt (ebd., S. 14).

Komplementär zum Ansatz des Flipped Classrooms findet sich der Einsatz von digitalen Medien und Technologien. Dies ist keine explizite Voraussetzung für das Gelingen der Methode, vereinfacht jedoch deren Umsetzung (Werner, et al., 2018, S. 14). Das Anwendungsfeld erstreckt sich dabei von Kommunikationsmedien, die eine Zusammenarbeit auch schon bei der Vorbereitung zuhause ermöglichen, über Erklär- bzw. Lern-Videos, die Sachverhalte und Prozesse abbilden und erläutern, hin zur Möglichkeit Materialien digital bereitzustellen und auszutauschen (ebd., S. 14).

Im Rahmen des inklusiven Unterrichts lässt sich der Ansatz des Flipped Classrooms sehr gut einsetzen, da durch die Verschiebung in der Nutzung der Unterrichtszeit Freiräume für eine individuelle Förderung entstehen (Ebel, 2018, S. 19). Die Schülerinnen und Schüler können die Inhalte zudem im eigenen Tempo erarbeiten (Nimmerfroh, 2016, S. 2-3; von Amsberg, 2018, S. 133-134). Der Einsatz weiterer geeigneter digitaler Medien und Hilfsmittel kann darüber hinaus die individuelle Bearbeitung unterstützen. Vor allem Erklär- bzw. Lern-Videos sind hierbei zentral, da die Schülerinnen und Schüler diese nach Belieben oft anschauen und auch anhalten können (von Amsberg, 2018, S. 133-134). Videos eignen sich besonders für die Vorbereitung, „weil diese Prozesse besser abbilden können als Texte“ (Werner, et al., 2018, S. 14) und man mit ihnen sehr gut Funktionen von etwas zeigen kann (ebd., S.14). Weitere Möglichkeiten sind das Integrieren von digitalen Hilfsangeboten auf den Arbeitsbögen in Form von QR-Codes, die nach individuellem Bedarf genutzt werden können und zum Beispiel zu Tipps oder Hilfetexten führen (von Amsberg, 2018, S. 134). Mit dieser Methode können auch weitere Hilfsangebote wie auch Videos und/oder Audio-Dateien bereitgestellt werden, so dass „Hilfe […] personenunabhängig jederzeit zur Verfügung“ (ebd., S.134) steht und auch in der Vorbereitung zuhause effektiv genutzt werden kann. So wird ein großer Schritt in Richtung Teilhabe getan, da ein differenzierter Unterricht möglich wird und Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf durch die unterschiedlichen Unterstützungen individuelle Lernfortschritte machen und sich aktiv an der Unterrichtszeit, zum Beispiel an Unterrichtsgesprächen, teilnehmen können (ebd., S. 134).

Im Falle der QR-Codes sind die eingesetzten Tools entweder schon auf mobilen Endgeräten vorinstalliert oder kostenfrei herunterladbar. Des Weiteren ist der Einsatz von nicht vorinstallierten Tools im Bereich von beispielsweise Etherpads, Stop Motion Studio, My simple Show oder Kahoot! sehr gut vorstellbar, welche für die Kollaboration, die Darstellung von Ergebnissen aus der Erarbeitung, als auch die weitere Einbindung des Plenums in einem Quiz kreativ genutzt werden können.

Ich denke, dass der Ansatz des Flipped Classrooms vor allem dabei hilft den Fokus bewusst auf eine starke Schülerzentrierung zu legen, da dieser leicht durch die eigene Begeisterung für die Fachinhalte in den Hintergrund geraten kann. Durch die vorausgehende methodische Umgestaltung der Inhalte bietet sich, anschließend an die allgemeine Schülerzentrierung, die Chance einen guten Weg zu finden, um den Unterricht weiter zu individualisieren und inklusiv zu gestalten.

Quellen

Ebel, C. (2018). Der Flipped Classroom als Impuls für Schul- und Unterrichtsentwicklung. In:

Flipped Classroom Zeit für deinen Unterricht. Praxisbeispiele, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen, S. 19-20. Julia Werner, Christian Ebel, Christian Spannagel, Stephan Bayer (Hrsg.), Bielefeld

Nimmerfroh, M.-C. (2016). Flipped Classroom. Der DIE-Wissensbaustein für die Praxis. wb- web (Hrsg.), Bonn

von Amsberg, M. (2018). Flipped Classroom im Deutschunterricht unter inklusiven Aspekten. In: Flipped Classroom Zeit für deinen Unterricht. Praxisbeispiele, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen, S. 129-139. Julia Werner, Christian Ebel, Christian Spannagel, Stephan Bayer (Hrsg.), Bielefeld

Werner, J., Ebel, C., Spannagel, C., & Bayer, S. (2018). Flipped Classroom – Zeit für deinen Unterricht. Flipped Classroom Zeit für deinen Unterricht. Praxisbeispiele, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen, S. 13-16. Julia Werner, Christian Ebel, Christian Spannagel, Stephan Bayer (Hrsg.), Bielefeld

Abbildung

AJC1. Flipped Classroom. von: commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63464282 ; CC BY-SA 2.0

Digitale Modelle in der #Diklusion

Im Folgenden werden verschiedene Modelle beschrieben und ihre Relevanz für den diklusiven Unterricht interpretiert.

DiKlusive Tools

An dieser Stelle werden verschiedenen Tools für den digital-inklusiven (diklusiven) Unterricht vorgestellt und in das Mehrebenenmodell (nach Schulz 2018) einsortiert. Sie dienen damit dem Lernen durch Medien (zur assistiven Unterstützung), dem Lernen mit Medien (zur Individualisierung und/oder Kollaboration), dem Lehren mit Medien oder dem Lernen über Medien.

Lernen durch Medien /Assistive Tools:

Lernen mit Medien (Individualisierung)

Mehrere Fächer

Deutsch

  • die Zebra Schreibtafel
  • Prosodiya, eine App zur Förderung bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)
  • Wort Domino, eine App mit Wörterspielen für den Schriftspracherwerb

Naturwissenschafen

Lernen mit Medien (Kollaboration)

Lehren mit Medien

Erklärvideos

Abfragen, Umfragen, Diagnostik

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