Diklusions-Expertin und Sonderschullehrerin

Wiki #DiKlusion

Textfee

Das Tool Textfee – Texterkennung mit der Textfee

ein Beitrag von Franziska Wendte
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

1. Allgemein

Textfee ist eine App erhältlich für Android, mit deren Hilfe analoge Texte in digitale Texte umgewandelt werden können. Lediglich eine Kamerafunktion des Gerätes ist Voraussetzung. Derzeit kann die App 71 Sprachen bzw. Dialekte erkennen und umwandeln. Textfee ist leicht zu bedienen und kann als Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt werden.

2. Funktion

Nach dem Start der App erscheint ein übersichtlicher Startbildschirm. Wir können nun ein Foto mithilfe der Kamera aufnehmen oder aus der Galerie oder einer Cloud ein bereits aufgenommenes Bild auswählen. Nehmen wir ein Bild auf, müssen wir hinterher mithilfe eines Auswahlwerkzeug den Text auswählen und auswählen, ob der Text in Spaltform oder in einem „Fluss“ gestaltet ist. Die App wandelt dann das Bild in einen digitalen Text um. Das Praktische ist, dieser kann von einer Computerstimme vorgelesen werden. Natürlich darf man keine üblich gesehene Betonung erwarten. Möchtet man mehrere Seiten einscannen, kann man weitere Bilder ganz einfach hinzufügen und umwandeln lassen. Der Text lässt sich mithilfe von Textfee leicht in einer PDF-Datei zusammenfassen oder mit anderen Geräten/Leuten teilen. Ist Google Translate installiert, kann der Text auch übersetzt werden. Auch ist die Funktion gegeben, auf das originale Bild zurückzugreifen.

3. Einsatz

Textfee kann ein hilfreiches Mittel im Unterricht sein. Es kann im Modell „Ebenen digitalen Lernens in der inklusiven Schule“ nach Ideen von Niesyto und Schluchter (2012), sowie Luder (2004), in die Ebene Individuum (Lernen durch Medien) eingeordnet werden. Denn es kann als assistive Unterstützung dienen. Durch die Lesefunktion ergeben sich Möglichkeiten Schülern mit Rechtschreibschwächen einen Ausgleich zu bieten. So können selbst Schüler mit Lernschwierigkeiten das gleiche Lernziel wie ihre lernstärkeren Mitschüler erreichen.

3.1 Unterrichtsbeispiel

Die Schüler sollen im Nawi-Unterricht der 5. Klasse einen Text lesen und Aufgabe dazu bearbeiten. Nun ist aber ein Schüler in der Klasse, der große Schwierigkeiten mit dem Lesen von langen und komplizierten Texten hat. Damit er am Ende der Stunde die Aufgaben zum Text ebenfalls bearbeiten und das Lernziel erreichen kann, darf er die App Textfee benutzen, mit deren Hilfe er sich den Inhalt des Textes erschließen kann.

4. Kritik

Zu beachten bei der App ist, dass sie natürlich nicht unfehlbar ist. Manchmal erkennt sie Bilder nicht richtig und Wörter werden nicht erkannt oder der komplette Text ist nicht ersichtlich. Und wie oben schon erwähnt, hat die Lesestimme nicht die beste Betonung. Aber im PlayStore hat die App gute Bewertungen und scheint recht zuverlässig zu sein.

Quelle

Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In: Birgit Lütje-Klose, Thomas Riecke-Baulecke & Rolf Werning (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht. Grundlagen in der Sonderpädagogik. Seelze: Klett/Kallmeyer. S. 344-367

Anmerkung von Dr. Lea Schulz

Die App Textfee soll keinesfalls das Erlernen des Lesens im inklusiven Kontext ersetzen. Sie fungiert als assistive Technologie vielmehr als Hilfestellung in Fächern, in denen ggf. die Lesekompetenz vorausgesetzt wird, um diese zu kompensieren. Die Leseförderung sollte parallel dazu fortgesetzt werden. So wird sichergestellt, dass weiterführende Inhalte des Weiteren erlernt werden können, das Lesenlernen jedoch weiterhin Teil des Förderplans ist.

Tool-Sammlung „Hören“

für Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen des Hörvermögens bzw. zu deren Beschulung

ein Beitrag von Geena Kunze
(Studierende der Europa-Universität Flensburg im Rahmen des Seminars #Diklusion)

Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung des Hörvermögens haben in einem auf herkömmliche Art und Weise strukturierten Schulunterricht Nachteile. Ohne dass sie das im Unterricht Gesagte akustisch verstehen, haben sie gar nicht die Chance dem Unterricht inhaltlich folgen zu können. Das muss in der heutigen Zeit der Digitalisierung allerdings schon lange nicht mehr so sein. Das folgende Video beschreibt einige Tools, die im alltäglichen Leben und insbesondere im Schulunterricht diese Benachteiligungen ausgleichen und so für Chancengleichheit sorgen können.

Video zu den Tools, erstellt von Geena Kunze mit dem Tool mysimpleshow.com

Hinweis der Seiteninhaberin: Natürlich können mit hörbeeinträchtigten Schülerinnen und Schülern Gruppenarbeiten durchgeführt werden, diese müssen dann didaktisch durch andere Hilfestellungen ergänzt werden, so könnte bspw. Quizlet auch verwendet werden.

Inhaltliche Quellen zu einzelnen Tools

(ansonsten stammen die Informationen aus der Appbeschreibung und eigenen Nachforschungen innerhalb der Tools/ Apps)

Gemeinsam lernen [Zugriff am 04. 04. 2020]

Hoerkom [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bildquellen

Bild 1 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 2 [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bild 3 (Powerpoint) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 4 (Keynote) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 5 (Mentimeter) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 6 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 7 (spreadthesign) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 8 (Socrative) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 9 (meine zweite Stimme) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 10 (Soundfield) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 11 (Quizlet) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 12 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 13 [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bild 14 (Overhead-Projektor)[Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 15 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 16 (Beamer)[Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 17 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 19 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 20 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 21 (Kahoot) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 22 (Mentimeter) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 23 (Lesen lernen mit Zebra) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 24 (Proloquo) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 25 (iMovie) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 26 (moodle) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 27 (Adobe Spark) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 28 (Movie Maker) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 29 (mahara) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 30 (online) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 31 (Blitzrechnen) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 32 (office 365)

Bild 33 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 34 (Kollaboration) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 35 (mysimpleshow) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 36 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 37 (Hörgerät) [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bild 38 (lilalolle) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 39 (Lautstärkeampel) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 40 [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bild 41 (Übertragungsanlagen) [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bild 42 (Phonak) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 43 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 44 [Zugriff am 05. 04. 2020]

Bild 45 (Hörgerät) [Zugriff am 04. 04. 2020]

Bild 46 (Loudless meter) [Zugriff am 05. 04. 2020]

Tool-Sammlung Diagnostik

ein Beitrag von Talke Lattekamp
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

Das Thema Diagnostik ist ein wichtiger Bestandteil der diklusiven Beschulung. Durch diagnostische Verfahren im Unterricht können Fähigkeiten aber auch Rückstände der Schüler*innen erkannt werden. So können die Lernprozesse individueller auf die Schüler*innen angepasst und es kann gezielter an den Stärken sowie Schwächen angesetzt werden.

Tools, die für diesen Bereich hilfreich sind, sind beispielsweise Mentimeter oder auch Quizziz und Feedbackr. Es gibt noch viele weitere Tools, die eine flexible Diagnostik ermöglichen. Mit der Weile gibt es auch standardisierte Diagnostik, die hier nicht näher thematisiert wird.

Mentimeter

Mentimeter ist ein Programm, in welchem Umfragen erstellt werden können. Die Antworten können symbolisch wiedergegeben werden, beispielsweise in Form eines Diagrammes oder als Cluster. Dieses Tool kann hilfreich im inklusiven Unterricht sein, da es sehr vereinfacht werden kann und so jeder Schüler und jede Schülerin die Möglichkeit hat, teilnehmen zu können. Außerdem können alle an dieser Umfrage teilnehmen, auch wenn sie aus Krankheitsgründen nicht in der Schule sein können. Durch die symbolische Darstellung der Antworten haben alle Schüler*innen die Chance die Antworten besser nachzuvollziehen. Ein negativer Punkt ist jedoch, dass die Antworten anonym abgegeben werden und so die Lehrperson nicht den Leistungsstand einzelner SuS nachvollziehen kann (außer die Schüler*innen füllen es einzeln aus). Außerdem müssen die Antworten in einem bestimmten Zeitfenster abgegeben werden, was einige SuS unter Druck setzten könnte.

Hinweis: Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird derzeit nicht empfohlen Mentimeter zur Diagnostik in der Schule einzusetzen. Wir hoffen, dass der Anbieter die Lücke schließt und diese wunderbare Tool auch Schulen zur Verfügung steht.

Quizziz

Quizziz ist eine App, in welcher Tests (Quiz) durchgeführt werden. Hierbei können jeweils verschiedene Fragetypen gewählt werden. In dieser App können SuS sich eigenständig auf gezielte Themeninhalte testen und die Lehrperson kann anhand dessen den aktuellen Lernstand der jeweiligen SuS einsehen. Die SuS können in ihrem individuellen Lerntempo arbeiten und fühlen sich nicht unter Druck gesetzt durch ihre Mitschüler. Es können individuelle Test erstellt werden, wodurch jeder auf seinem persönlichen Leistungsstand getestet werden kann. Jedoch bedarf dies sehr viel Arbeit auf der Seite der Lehrperson. Nach jeder Frage erhalten die SuS ein direktes Feedback.

Feedbackr

Feedbackr ist ein Tool für ein direktes und anonymes Feedback, hierfür wird keine extra App benötigt. Dieses Tool ist sehr ähnlich wie Mentimeter. Die SuS können anonyme Antworten geben, welche sekundenschnell am vorne aufgebauten Bildschirm erscheinen. Durch die Anonymisierung fühlt sich kein SuS unter Druck gesetzt und so besteht die Chance, dass sichalle SuS beteiligen. Jedoch ist es hier bei schwer, die Stärken und Schwächen einzelner SuS raus zu filtern, wodurch die Gefahr besteht, dass SuS untergehen.

Levumi und Quop

Tools, welche für den inklusiven Bereich möglich sind, wären beispielsweise Levumi und Quop. Diese Apps dienen der individuellen Diagnostik, da sie lernprozessbegleitend sind. Die Levumi-App dient der Testung von Leseflüssigkeit, dem sinnentnehmenden Lesen sowie der Rechtschreibung. Die Veränderung der verschiedenen Kompetenzen werden über einen längeren Zeitraum dokumentiert und können so für die weitere Beschulung und Förderung verwendet werden.

Die Lern-App Quop dient dem Rausfinden der individuellen Lern- und Lehrform. Durch regelmäßige Tests, welche alle SuS gleich durchführen, lässt sich eine Lernfortschriftkurve feststellen. Die jeweiligen Testergebnisse werden in ein Diagramm eingetragen, woraus die Lernkurve entsteht. So können Stärken und Schwächen bereits früh erkannt und gezielt gefördert werden.

Datenschutz: Derzeit steht das Privacy Shield mit den USA noch in Verhandlung. Daher ist es nicht möglich us-amerikanische Dienste in der Schule datenschutzkonform einzusetzen.

Hinweis: Der Text wurde von Dr. Lea Schulz redaktionell überarbeitet (Rechtschreibung, Grammatik, Überschriften).

Tool-Sammlungen

Die Sammlungen werden beständig erweitert.

Kirchenfenster

Toolsammlung „Religion“

ein Beitrag von einer anonymen Autorin
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

Multikulturalität ist ein Qualitätsmerkmal jeder demokratischen Gesellschaft, so der Theologe Martin Jäggle (2019:15). Multikulturelle Vielfalt bedeutet zugleich religiöse Vielfalt. Es ist insbesondere die Aufgabe der Religionslehrkräfte den Heranwachsenden Wissen über die Heterogenität von Glaubensüberzeugungen, religiösen Festriten und Symbolen mit denen sie tagtäglich konfrontiert sind, zu vermitteln. Dieses Wissen um weltanschauliche und religiöse Pluralität kann zum interkulturellen Austausch anregen und so Menschen mit Migrationshintergrund die Integration in die Gesellschaft erleichtern. Apps und Tools die aufgrund ihrer religionspädagogischen bzw. theologischen Inhalte für den Religionsunterricht geeignet sind, werden im Folgenden tabellarisch aufgeführt.

ToolEinsatzmöglichkeiten im Unterricht
Virtuell Reality App (VR-Brille)
google play store
Mit dieser Technologie werden virtuelle Erkundungen von Glaubensstätten möglich. Zudem können rituelle Zeremonien, andere Zeitepochen (z.B. das alte Ägypten) und ferne Länder und Orte (z.B. Wüsten) durch realitätsnahe Darstellungen veranschaulicht werden.
Bibel for Kids AppDiese App erweckt die Bibel durch bunte Illustrationen und spielerische Aktivitäten zum neuen Leben. Durch die kindgerechte Navigation und die Vorlesefunktion können sich die Kinder die Bibel selbst erschließen.
jessas!
google play store
Quiz-App, die Fragen zu unterschiedlichen religiösen Themen stellt. Sie besticht insbesondere durch ihre ansprechenden Illustrationen und abwechslungsreichen Fragestellungen. Die Spieler*innen können ihren Platz im gesamten, sowie im klasseninternen Ranking einsehen, wodurch Ehrgeiz geweckt werden kann. Außerdem erhält die Lehrkraft zu bestimmten Punkteständen Sammelkarten, die weiterführende Informationen zu religiösen Themen beinhalten. Durch die App kennt die Lehrkraft den aktuellen Spielstand/ Lernstand der Schüler*innen und kann ihre Unterrichtsplanung darauf abstimmen. Die App lässt sich gut mit dem Unterricht verbinden, da Spieler*innen durch die Absolvierung von „Challenges“ zusätzliche Punkte gewinnen können. Auf spielerische Weise können Schüler*innen so Wissen über kulturelle und religiöse Unterschiede erwerben.
Quizzes
(z.B. Survey Monkey oder Kahoot)
Um einen nachhaltigen Lernerfolg zu erzielen, können die religiösen Unterrichtsinhalte spielerisch durch ein Quiz wiederholt werden. Die Schüler*innen können selbst ein Quiz erstellen und gegeneinander antreten. Auf diese Weise können Schüler*innen ihr Wissen über Religion unter Beweis stellen.
Learning SnacksIn einem dialogischen Prozess bearbeiten Schüler*innen gezielt aufbereitete Lerninhalte und erhalten zu jeder Antwortmöglichkeit ein passendes Feedback. Die App eignet sich besonders für Themeneinführungen, Wiederholungen und Differenzierungen im Religionsunterricht.
Stop Motion
App Store
Mithilfe der Stop-Motion-Technik können Schüler*innen durch Zeichnungen, Spielzeug, Knetmasse usw. Bibelgeschichten zum Leben erwecken.

Die Bibel App
Die App gibt es sowohl in der Einheitsübersetzung als auch in der Luther-Übersetzung. Durch diese App können Schüler*innen zeiteffizienter mit Bibelstellen arbeiten, da ein langes umherblättern in der Bibel entfällt und durch eine Suchfunktion ersetzt wird.
MuslimPro App
Diese App bietet Koranübersetzungen und gibt Auskunft über die standortsgebundene Gebetrichtung und die Gebetszeiten.
Übersicht verschiedener Tools für den Religionsunterricht

Literatur

Jäggle, Martin. „Religion–nur im Religionsunterricht?„Kulturelle und religiöse Vielfalt in Fachdidaktik und Unterricht “.“ Dritte „Tagung der Fachdidaktik “2017 (2019): 15.

Hinweis: Der Text wurde von Dr. Lea Schulz redaktionell überarbeitet (Rechtschreibung, Grammatik, Überschriften).

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