ein Beitrag von Kira Hansen
(Studierende der Europa-Universität Flensburg)

Rechnen mit Wendi“ ist eine kostenpflichtige Übungssoftware für den Anfangsunterricht Mathematik:

Video zum Tool „Rechnen mit Wendi“

Im Erklärvideo wird deutlich, dass die App viele Möglichkeiten bietet, individuelle Anpassungen vorzunehmen, damit die Schülerinnen und Schüler selbstständig lernen können.

Die Übungssoftware kann sowohl auf die Ebene des Individuums als auch auf die Lernebene des Ebenen-Modells (Schulz 2018) eingeordnet werden.

Zunächst ist es auf der Ebene des Individuums zuzuordnen, da Kinder mit besonderem Förderbedarf die zur Verfügung stehende assistive Unterstützung nutzen können. Wie im Video beschrieben, kann eine Art Assistent eingestellt werden, der bei der Bedienung der App verhindert, dass die Kinder sich unnötigerweise ablenken. Zudem dient dieser als Wegweiser durch das Programm. Die Lerninhalte werden stets in den Mittelpunkt gestellt. Während der Bearbeitung einer Aufgabe weist der Assistent auf die möglichen Ergebnisse hin, die ausgewählt werden können. Darüber hinaus können Änderungen in der Randstärke sowie in der Farbe des Assistenten vorgenommen werden.  Zusätzlich ist die Steuerung der App für Schülerinnen und Schüler mit motorischen Einschränkungen über Taster möglich.

Die Übungssoftware kann zudem zur Lernebene gezählt werden, da sie die Möglichkeit bietet die Aufgabenstellungen an den Lernstand anzupassen. Lehrkräfte oder auch die Kinder selbst können einen Zahlenraum zwischen 6 und 20 auswählen. Zusätzlich kann, wie im Video erklärt, entschieden werden, ob die Null mit einbezogen werden soll oder nicht. Des Weiteren kann neben der Aufgabenanzahl, die Aufgabenpräsentation und die Unterstützung an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Da die Spiele über kein Zeitspiel verfügen, können die Kinder ihr Lerntempo selbst bestimmen. In diesem Zusammenhang können also stets Differenzierungen vorgenommen und somit an das Anspruchsniveau des Kindes angepasst werden.

„Rechnen mit Wendi“ ist ein Tool, das die Grundsätze der Diklusion erfüllt. Es bietet den Schülerinnen und Schülern die Chance digital eine Form der Selbstständigkeit bzw. Selbstwirksamkeit zu erreichen. Die Kinder können in jedem Spiel selbst sehen, ob ihre Lösung richtig ist oder warum sie falsch ist. Die Eingabemenge wird dazu mit der Lösungsmenge visuell verglichen. So lässt sich anschaulich feststellen, ob das Ergebnis stimmt bzw. warum die Lösung falsch ist. Die Kinder bekommen so die Möglichkeit, selbst die Fehlerursachen zu erkennen und aus Fehlern zu lernen.

Die App kann vor allem die Lehrkraft entlasten: steht einem Kind mit Förderschwerpunkt keine Förderlehrkraft zur Seite, ist es die Aufgabe der Lehrkraft dieses Kind nicht zu vernachlässigen, sondern stets ‚mitzunehmen‘. Der Einsatz solch einer Lern-App kann einen Unterrichtsmoment unterstützen, da „Rechnen mit Wendi“ selbstständiges Arbeiten ermöglicht. Grundsätzlich haben alle Schülerinnen und Schüler, egal ob mit oder ohne Förderbedarf, die Möglichkeit mit dieser Übungssoftware ihr Wissen zu erweitern sowie zu überprüfen. Vor allem das Spiel „Blitzblick“ kann die Kinder erfreuen. Obendrein wird die Medienkompetenz der Lerngruppe geschult.

Das Erklärvideo sowie der Bezug auf das Ebenen-Modell offenbaren viele Vorteile der App „Rechnen mit Wendi“. Neben den einmaligen Kosten sehe ich keine weiteren Nachteile. Ich würde die beschriebene Übungssoftware immer unter der Voraussetzung, dass die Inhalte auf diagnostischer Basis für die Schülerinnen und Schüler gerade sind, einsetzen, da sie sehr übersichtlich gestaltet ist. Die Kinder können selbstständig und ohne viele Erklärungen Aufgaben berechnen. Der schrittweise Aufbau der einzelnen Aufgaben gefällt mir besonders, da die Schülerinnen und Schüler die mathematischen Operationen als Prozess leichter verstehen und nachvollziehen können. Zudem empfinde ich den visuellen Vergleich der Lösungsmenge als effektiv. Die Kinder bekommen so die Möglichkeit, selbst die Fehlerursachen zu erkennen und aus Fehlern zu lernen.

Literaturangaben:

Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In Lütje-Klose, B., Riecke-Baulecke, T. & Werning, R. (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht, Grundlagen in der Sonderpädagogik (S.344–367). Seelze: Klett/Kallmeyer.

Urff, C. (o.J.). Rechnen mit Wendi. URL: http://www.lernsoftware-mathematik.de/?p=1475 (Stand: 30.07.2020)

App „Rechnen mit Wendi“: https://apps.apple.com/de/app/rechnen-mit-wendi/id643015355