Dr. Lea Schulz

E-Learning Expertin – Sonderschullehrerin – Studienleiterin

Autor: Dr. Lea Schulz Seite 1 von 2

Sprechblase

Aladin El-Mafaalani und ich beim Community-Call am Digitaltag!

Digitale Schulentwicklung – Katalysator für Bildungsgerechtigkeit

Ihr habt die Diskussionsrunde verpasst? Hört euch hier noch einmal an, wie Jacob Chammon (Forum Bildung Digitalisierung), Aladin El-Mafaalani (Universität Osnabrück) und ich über die Chancengerechtigkeit in der Bildung unter dem Aspekt der Digitalisierung besprochen haben. Vom Roboter, der habitusneutral unterrichtet, über multiprofessionelle Teams bis hin zu Chancen digitaler Medien in Schulen für die Inklusion – von allem etwas dabei!

Und: Fortsetzung folgt! Jacob lädt uns als Keynotes ein zur „Konferenz Bildung Digitalisierung 2020“. Wir sind sehr gespannt. Einen Dank an Aladin und Jacob für das bereichernde Gespräch mit reichhaltigem Perspektivwechsel auf allen Ebenen!

Beschreibung des Forum Bildung Digitalisierung

„Die Erfahrungen der flächendeckenden Schulschließungen und des Lernens von zuhause zeigen deutlich, dass viele Schulen in Deutschland noch am Anfang stehen: digitale Medien und eine zeitgemäße Lernkultur sind noch längst nicht selbstverständlicher Teil des Schulalltags. Studien zeigen, dass der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wie in kaum einem anderen OECD-Land von der sozialen Herkunft abhängt. Für Schüler*innen vor allem aus finanziell schwächeren, weniger bildungsaffinen Familien oder mit besonderen Förderbedarfen besteht nun noch mehr die Gefahr, den Anschluss zu verlieren und bildungsbiografische Lücken aufzubauen, die nur schwer wieder zu schließen sein werden. Wie kann der aktuelle Digitalisierungsschub dazu beitragen, den Blick auch für Fragen der Bildungsgerechtigkeit zu schärfen? Wie können Schulen, Schulträger, politische Entscheider*innen und die Zivilgesellschaft einen aktiven Beitrag leisten, um verschiedene Formen sozialer Ungleichheit gezielt auszugleichen? Wie können wir eine neue Lernkultur stärken, die auf Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit ausgerichtet ist? Welchen Beitrag können digitale Medien dafür in der Unterrichtsentwicklung spielen und eine zeitgemäße Lernkultur für die Schulentwicklung insgesamt? Darüber spricht Jacob Chammon, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung und ehemaliger Schulleiter der Deutsch-Skandinavischen Gemeinschaftsschule in Berlin gemeinsam mit dem Experten für Bildungsgerechtigkeit, Professor für Erziehungswissenschaft und Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück und „Mythos Bildung“-Autor Aladin El-Mafaalani und der Studienleiterin am Institut für Qualitätsentwicklung für Schulen in Schleswig-Holstein und Vorreiterin für DiKlusion (Digitale Medien und Inklusion) Lea Schulz.“

Photo by Volodymyr Hryshchenko on Unsplash
Logo Diklusion

#diklusion und Fernunterricht

Mein Vortrag auf der #mololdigital am 17.06.2020

Die erste vollkommen digitale #molol (Link) hat nun bereits zum dritten Mal „getagt“ – und das Thema #diklusion war ebenfalls vertreten! 😀

Das Webinar hat über Zoom stattgefunden und wurde im Nachhinein an einigen Überleitungsstellen gekürzt.

Hier findet ihr meinen Vortrag zum Thema:

#diklusion auf Distanz: Digital-inklusive Ideen für den Unterricht aus der Ferne

„Von Samuel habe ich seit März nix mehr gehört. Annabel schickt nie Aufgaben. Suse darf am Präsenzunterricht nicht teilnehmen und Kurt versteht die Aufgaben nicht. Mary hört in den Videokonferenzen fast gar nichts. Ein wahrer Flickenteppich.“

Welche Schüler*innen werden durch den Fernunterricht in Bezug auf die Teilhabe an Bildung benachteiligt? Was muss ich als Lehrende beachten? Manchmal sind es wenige kleine Tricks, die einen Online-Unterricht diklusiv werden lassen. Ihr erhaltet einen Überblick über ein paar grundlegende Ideen, Tools und „barrierefreie“ Praxiserfahrungen für den Fernunterricht für ALLE Schüler*Innen eurer Klasse. Dies Angebot richtet(e) sich „ganz inklusiv“ an Lehrkräfte ALLER Schularten, die mit ihrem Unterrichtsangebot ohne Ausnahme alle Lernenden erreichen wollen.

Die Folien und Dokumente könnt ihr euch hier herunterladen:

Hygiene-Maßnahmen

Über Corona sprechen…

ODER Lieder, Bilderbücher und Co. rund um das Corona-Virus

Unsere Schüler*innen kommen wieder in die Schule – teils entspannt, teils vollkommen vereinsamt, gelangweilt, teils aber auch verängstigt und unsicher. Besonders Schüler*innen mit kognitiven Einschränkungen, aber auch Kinder, deren Eltern sie nicht ausreichen über Corona, COVID-19 und die Pandemie aufgeklärt haben, haben ungesteuerte Ängste. Andere müssen dagegen sensibilisiert werden, wie sie sich in der Welt angemessen verhalten können, ohne der Gefahr einer Ansteckung ausgeliefert zu sein. Andere wiederum haben sich von den Fake-News in den sozialen Netzwerken, im Internet oder als ungefilterte Wiedergabe eigener Familienmitglieder irritieren lassen.

Aus diesem Grund sollte in der Schule Corona dringend mit den Schüler*innen thematisiert werden. Somit werden Ungereimtheiten geklärt, Fake-News verstanden und ausgehebelt, und ggf. auch Auswirkungen der Pandemie und die damit verbundenen Ängste klarer gefasst.

Hier möchte ich euch eine kleine Sammlung mit Vorschlägen zur Arbeit mit euren Schüler*innen – insbesondere im diklusiven (digtal-inklusiven) Kontext zusammenfassen. Die Sammlung wird beständig ergänzt. Ihr habt weitere Vorschläge? Sendet sie mir gerne zu oder schreibt sie unten in die Kommentare.

Das hier ist eure Übersicht:

  1. (Bilder-)Bücher
  2. Videos, Filme, …
  3. Unterrichtsmaterial
  4. Info-Seiten für Kinder
  5. Fake-News
  6. Lieder und Reime

(Bilder-)Bücher

Videos, Filme, …

Die Sendung mit der Maus hat einen ganze Reihe an kleinen Erklärvideos zusammengestellt – und ganz hervorragend anschaulich für Kinder aufbereitet. Themen sind bspw. „Gibt es Medikamente gegen das Corona-Virus?“, „Woher kommt das Virus?“ oder „Welche Symptome hat man bei COVID-19?.

Auch LOGO! erklärt in verschiedenen Beiträgen, was das Corona-Virus ist und wie wir uns verhalten müssen.

Der WDR hat ebenfalls einen Beitrag extra für Kinder erstellt.

Die Stadt Wien erklärt in einem süß-anmierten Filmchen den Kindern, was es mit COVID-19 auf sich hat.

Eurac Research hat ebenfalls einen animierten Film erstellt.

In diesem Film werden die Kinder, die wieder zurück in die Schule kommen über Veränderungen, die sie im neuen Schulalltag erwarten, aufgeklärt.

Eine Reportage für Kinder rund um das Corona-Virus wurde von Checker-Welt erstellt.

Im Infofilm „Kinderfragen und Antworten zu Corona“ antwortet Franziska Giffey auf Kinderfragen im Interview.

Psychische Folgen von Corona und was zu tun ist“ – in 3 Minuten erklärt für Kinder von 6 bis 12 und für Jugendliche

Verschiedene Beiträge im „Info-Netz“ für Kinder vom SWR

Auch der NDR bringt in den Nachrichten für Kinder die neuesten Informationen über die Lockerungen, über die Ansteckungsgefahr und die neuen Regeln.

Unterrichtsmaterial

Auf der Seite von metacom gibt es viele Ideen zum Thema Infektionsschutz und Co. – mit den wundervollen metacom-Symbolen besonders für die Grundschule oder auch den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung geeignet.

Der Bildungsserver hat ebenfalls eine Sammlung zum „Corona-Virus“ zusammengestellt.

Etwas anspruchsvoller kommen die Kopiervorlagen vom Verlag an der Ruhr daher – diese können aber von den Kindern direkt bearbeitet werden (leider nicht kostenfrei – 6,99 €).

Info-Seiten für Kinder

Das GEO-Magazin hat eine Informationsseite mit knapp gehaltenen Informationen rund um das Virus zusammengestellt. Außerdem gibt es auch einen Podcast zum Thema.

Eine hervorragende Zusammenstellung verschiedenster Quellen zum Corona-Virus für Kinder bietet die Seite „Seitenstark„.

Die Suchmaschine „Blinde Kuh“ hat ein paar Surftipps zum Corona-Virus für Kinder zusammengestellt.

Die ZEIT hat das Corona-Kinderlexikon erstellt.

Auch die Bundesregierung bemüht sich um einfache Sprache zur Information über das Corona-Virus.

Der Spiegel erklärt ebenfalls das Corona-Virus für Kinder.

Fake-News

Das #twitterlehrerzimmer war wieder fleißig – und hat eine unglaubliche Sammlung zum Thema Fake-News und Corona in einem Padlet zusammengefasst. Dieses Riesen-Sammlung umfasst Videos, Podcasts, Texte, Reime, Materialien usw. – zur Identifikation falscher Meldungen. Je nach kognitivem Verständnis müssen viele der Materialien ggf. aufbereitet und vereinfacht werden.

Nachrichten über die Pandemie in einfacher Sprache findet ihr auf nachrichtenleicht.

Lieder und Reime

Ganz vorne weg: Der Corona-Song der Friholtschule in Flensburg (Förderzentrum Geistige Entwicklung), meiner Heimatstadt. TOLL!

Ich steck dich nicht an – du steckst mich nicht an“ von Hurra Kinderlieder

Wasch dir deine Hände“ – eine Übersetzung des finnischen Kinderlieds

Wasch uns“ von Hurra Kinderlieder zum Thema Händewaschen

Sehr rockiger Beitrag über das Zuhausebleiben

Ein Bildgedicht… (sprachlich etwas anspruchsvoller).

Agent Blitzblank“ und das Lied „Hände waschen – Hände nass“ von der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

Ihr habt noch weitere Ideen? Schreibt sie mir gerne in den Kommentaren :).

Corona-Virus

Teilhabe während des Fernunterrichts in der Corona-Krise

Mit den Schulschließungen und dem damit einhergehenden Fernunterricht, der auch immer wieder als sogenanntes Home-Schooling betitelt wird, kommt die Frage der Teilhabe von einigen Schülerinnen und Schülern an der Bildung auf. Bildungsgerechtigkeit – Chancengleichheit – Schulschließungen… wo ist der Fehler?

Viele Schülerinnen und Schüler haben schwerwiegende Schwierigkeiten bildungsrelevante Inhalte zuhause zu erwerben. Nach vielfältigen Befragungen insbesondere von Sonderschullehrkräften haben einige Schüler*innen eine Reihe Schwierigkeiten, im Fern-Unterricht an Bildung teilhaben zu können.

Besonders Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Haushalten und/oder jene mit verschiedenen Förderbedarfen werden durch die Corona-Krise abgehängt. Einige der folgenden Aspekte spielen dabei eine Rolle:

Unzureichendes Arbeitsmaterial

Einige Schüler*innen…

  • verfügen nicht über eigene digitale Endgeräte.
  • müssen sich die Endgeräte mit den anderen Familienmitgliedern teilen.
  • haben zum Ausdrucken von Material häufig keinen Drucker zur Verfügung.
  • haben ggf. keinen Zugang zu WLAN.

Schwierigkeiten mit dem inhaltsbezogenes Lernen im Fernunterricht

Einige Schüler*innen…

  • können nur über die direkte Anschauung lernen und sind mit Arbeitsbögen, Texten usw. überfordert.
  • haben keinen Zugriff auf das Anschauungsmaterial, wie bspw. die Rechentafel, die sich in der Schule befindet.
  • benötigen zum Lernen zwingend Motivatoren, z.B. durch die Lerngruppe oder die Lehrkräfte.
  • benötigen vielfältige Erklärungen und Visualisierungen in einzelnen Schritten.

Häusliche Unterstützung

Einige Schüler*innen

  • erfahren keinen strukturierten Tagesablauf im Haus
  • werden nicht beim Aufstehen unterstützt.
  • erhalten keine regelmäßige Mahlzeiten.
  • müssen ggf. auf kleinere Geschwister aufpassen.
  • haben keinen ruhigen Platz zum Arbeiten, wie z.B. ein eigenes Kinderzimmer mit Arbeitsplatz.
  • werden von den Eltern weder inhaltlich (beim Verständnis der Aufgaben) noch strukturell (z.B. Einteilung der Aufgaben über den Tag/die Woche oder beim Bedienen der digitalen Lernprogramme) unterstützt.
  • die Deutschkenntnisse der Eltern reichen für die inhaltliche Unterstützung nicht aus.

Psychische Belastung

Einige Schüler*innen…

  • haben ggf. Sorgen und Ängste in Bezug auf die Corona-Pandemie, die mit ihnen nicht ausreichend besprochen wurden.
  • erfahren durch die Beengtheit großen seelischen Druck durch die Familie.
  • erfahren ggf. häusliche Gewalt.

Schlechte Erreichbarkeit

  • Das Telefon wird nicht abgenommen.
  • Die Online-Aufgaben werden nicht eingereicht.
  • Auf E-Mails wird nicht reagiert oder die Familie hat keine E-Mailadresse.

Erste Hilfe?

Eine erste Hilfe wird durch das BMBF angekündigt – es werden 500 Mio. Euro vom Bund bereitgestellt, um das digitale Lernen bereit zu stellen. Damit sollen unter anderem bedürftigen Kindern Endgeräte zur Verfügung gestellt werden. Jedes Kind erhält dafür 150 Euro. Die Übergabe an die Länder wird noch verhandelt.

Dies ist sicherlich ein erster sinnvoller Schritt in die richtige Richtung – meines Erachtens reicht dies noch lange nicht aus! Wenn wir eine chancengleiche Bildung erreichen wollen, müssen wir auch die (digitalen) Lernmittel für alle Schüler*innen zur Verfügung stellen.

Ein erster Schritt haben einige Schulen im Alleingang beschritten: Es wurden „digitale“ Spenden gesammelt, Firmen haben Schüler*innen alte digitale Endgeräte zur Verfügung gestellt, Schulen leihen bedürftigen Schüler*innen Endgeräte wie Tablets oder Laptops für die Zeit der Schulschließungen aus, einige Städte und Kommunen gewähren eine Bezuschussung digitaler Endgeräte.

Was können Lehrkräfte tun?

Die Handlungsspielräume der Lehrkräfte in der Corona-Krise erscheinen beschränkt. Die Schüler*innen oder auch die gesamte Familie können durch die Kontaktsperre vom Sichtfeld verschwinden. Es sind mehr Schüler*innen zu betreuen als es über die Ferne in einer angemessenen Intensität von Nöten ist. Nicht umsonst fordert Klaus Klemm, dass besonders sozial-benachteiligte Schüler*innen zu den ersten Schülergruppen gehören sollten, die die Schulen wieder besuchen dürfen.

Dennoch ist es möglich, Rücksicht auf benachteiligte Schüler*innen zu nehmen.

Arbeitsmaterial

In Bezug auf das Arbeitsmaterial ist wichtig, zunächst die digitalen Möglichkeiten der Schüler*innen zu erfragen und auf der Grundlage dessen den Fernunterricht individuell zu planen und zuzuschneiden. Ggf. ist in Erwägung zu ziehen, inwieweit eine Technikspende oder eine Ausleihe von digitalen Endgeräten durch die Schule realisiert werden kann.

In der JIM-Studie konnte bei Befragungen von 12 bis 19-jährigen Jugendlichen aufgezeigt werden, dass in 99% der Haushalte ein Smartphone sowie in 98% der Haushalte ein Laptop sowie WLAN vorhanden sind.

Geräte-Ausstattung im Haushalt - JIM-Studie 2019
Geräte-Ausstattung im Haushalt – JIM-Studie 2019 (Quelle)

Je nach Alter besitzen zwischen 84 und 99 % der Jugendlichen sogar ein Smartphone und können zu 76 bis 97 % auf das WLAN zugreifen.

Gerätebesitz Jugendliche JIM 2019
Gerätebesitz Jugendlicher nach Alter differenziert – JIM-Studie 2019 (Quelle)

Daraus lässt schließen, dass es möglicherweise der beste Weg für Kommunikation und Bereitstellung von Arbeitsmaterial das Smartphone ist. Hieraus folgt:

  • Bei Verwendung von jeglichen Anwendungen (bspw. Videokonferenztools, wie Jitsi, Webex und Co.) darauf achten, dass diese auch auf dem Smartphone verwendet werden kann.
  • Möglichst keine Arbeitsbögen zum Ausdrucken bereitstellen – oder alternativ sicherstellen, dass die Bögen auf anderem Wege (per Post) zu den Lernenden gelangen.
  • Ggf. auf kostenfreie Apps zurückgreifen, wie die Anton-App.

Außerdem können Eltern die Schüler*innen ggf. nicht darin unterstützen eine Software zu installieren (aus den verschiedensten Gründen). Daher ist es besonders sinnvoll bei Videosoftware darauf zu achten, dass diese am besten über einen Link oder alternativ über eine App, aber nicht zwingend ausschließlich durch eine Software auf dem Laptop zur Verfügung gestellt wird.

Inhaltsbezogenes Lernen

Besonders Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten fällt es besonders schwer, sich selbst einen Lernplan zu erstellen. Daher ist es sinnvoll bei der Bereitstellung von Material folgendes zu berücksichtigen:

  • Die Arbeitsmaterialien sollten zusätzliche Hilfen enthalten, die den Schüler*innen vorgeschlagen werden: „Was kann ich tun, wenn ich diese Aufgaben nicht lösen kann?“ Als Hilfestellung kann auf Seiten im Buch, auf Freunde z.B. via Telefon/Messenger, auf Erklärvideos oder hilfreiche Webseiten verwiesen werden.
  • Die Aufgaben sollten schrittweise aufgebaut werden (z.B. im Rahmen eines Kompetenzrasters).
  • Die Aufgaben sollten, wie im Unterricht auch, für die einzelnen Schülergruppen differenziert dargeboten werden.
  • Besonders Schüler*innen mit kognitiven Einschränkungen benötigen Anschauung: Es sollte unterschiedliches Anschauungsmaterial (als App, Realgegenstände, Bilder, Videos, …) zur Verfügung gestellt werden.
  • Erklärvideos: Den Schüler*innen sollte vor dem Einstellen von Erklärvideos erklärt werden, wie sie mit diesen Videos umgehen (schauen, anhalten, zurückspulen, von Vorne sehen, eigenes Verständnis prüfen usw.).
  • Die Schüler*innen benötigen eine Tagesstruktur. Es sollte überlegt werden, wie die Schüler*innen ihre Aufgaben in der Woche und auch innerhalb eines Tages planen. Hierfür bietet sich ggf. ein Padlet an, in dem eine Tages- oder Wochenstruktur mit der Verteilung der unterschiedlichen Aufgaben abgebildet werden kann.

Kommunikation

Bei vielen Schüler*innen stehen andere Sorgen als die Bearbeitung von Aufgaben im Vordergrund. Diese sollten zwingend Berücksichtigung finden. Die Aufrechterhaltung des Kontakts zwischen Schüler*innen und Lehrkräften steht im Vordergrund. Die Beziehungsarbeit ist wichtiger als die Prozentrechnung! Hierbei ist es möglich auf verschiedene Formate zurückzugreifen:

  • Video-Unterricht mit einem der verschiedenen Videokonferenztools (Jitsi, Webex, …) – sowohl alleine als auch in der Gruppe.
  • Telefonate oder auch eine Telefonsprechstunde für Schüler*innen
  • Messenger (z.B Threema Education oder Schoolfox)
  • E-Mails oder Möglichkeiten der Kommentare über Lernmanagement-Plattformen (Feedback ist hier essentiell).

Corona macht Angst

Viele Kolleginnen und Kollegen benennen noch eine weitere Problematik. Viele ihrer Schüler*innen sind durch ihre Eltern nicht ausreichend über das Virus und die Krankheit COVID-19 informiert. Dies verursacht Ängste oder auch leichtfertigen Umgang mit dem Virus. In Gesprächen mit den Schüler*innen kann dem entgegengewirkt werden. Auch kann das Virus selbst Teil des Unterrichtsstoffs werden.

Eine Möglichkeit wäre auch, mit den Schüler*innen ein Bilderbuch zu lesen:

Lese-Stoff zu diesem Thema

Ich habe euch ein paar Lesetipps zum Thema Fernunterricht in der Corona-Krise und Teilhabe einiger Schüler*innen zusammengestellt:

Bitte beachtet: Diese Seite enthält KEINE Werbung, alle Links führen zu Artikeln, die ich zu diesem Thema gelesen habe und als interessant erachte.

Straßenschild: Schulschließung

Corona-Lernen… aber wie?

In diesem BEITRAG sind KEINE Affiliate-Links enthalten- niemand verdient an dieser Stelle an der Verlinkung der verschiedenen Unternehmen. Es ist eine Zusammenstellung für Lehrkräfte, um die Zeit der Isolation während der Corona-Krise mit sinnvollem Online-Angeboten für ihre Schülerinnen und Schüler zu füttern.

In Zeiten des Viruses sind viele Lehrkräfte darauf angewiesen, ihre Schüler von zuhause aus zu unterrichten. Das stellt besonders die Schulen vor eine große Herausforderung. Einige haben große Aufgabenpakete in Form von kopierten Bögen mit nach Hause gegeben, andere setzen auf das Online-Lernen.

Dieser Beitrag zeigt euch eine Übersicht von Plattformen, die derzeit kostenfreies Online-Lernen anbieten (viele davon sind normalerweise kostenpflichtig – einige sind sowieso dauerhaft kostenfrei).

Bezogen auf den Bereich Inklusion kann diese Phase des Lernens, zu der wir durch den sich weltweit verbreitenden Virus gezwungen werden, zu großen Nachteilen in der Teilhabe führen. Die Schülerinnen und Schüler sind umso mehr auf die Hilfe Ihrer Eltern angewiesen, wenn sie Inhalte nicht verstehen können. Andere können nicht auf das Internet zugreifen und wiederum andere fangen mit dem Lernen gar nicht erst an, weil ihnen die Instanz des Lehrers fehlt. Einige Schüler haben Schwierigkeiten mit dem großen Aufgabenberg, den sie aus der Schule mitbekommen haben und trauen sich an die Aufgaben gar nicht erst ran, weil „es sowieso viel zu viel und nie zu schaffen sei“, andere Schüler sind nicht dazu in der Lage, sich die zur Verfügung gestellten Inhalte selbstständig zu erarbeiten. Sie verstehen die Texte nicht und benötigen zusätzliche Hilfe. Bis auf den Fall des fehlenden Internets sind die meisten Fälle mit digitalen Medien zu bewältigen. Durch ein portioniertes Erarbeiten von Inhalten, zu denen sie möglichst zeitnah auch ein Feedback erhalten, kann die Motivation der Schüler aufrecht erhalten werden.

Der Beitrag unterteilt sich in folgende Bereiche und wird beständig erweitert:

(Derzeit) kostenfreie Online-Inhalte für Schulen

Die Lehrkräfte und Schulen sind durch den Virus auf Online-Angebote angewiesen. Viele verschiedene Anbieter und Unternehmen aus dem Bildungsbereich stellen „ganz selbstlos“ ihre Plattformen kostenfrei zur Verfügung. Selbstverständlich habe ich Kenntnis über den sogenannten „Lock-In-Effekt„, der ein gängiges Marketingprinzip beschreibt: Die Kunden werden an ein Produkt gebunden, da ein Wechsel zu einem anderen Produkt oft Barrieren wie Zeit und Geld zu überwinden hat (das gilt auch für den Schulbereich!), bleiben sie häufig bei dem erst genutzten Produkt. Dennoch sind wir gerade in diesem Moment alle auf kostenfreie, möglichst barrierefreie Bildung angewiesen – und ggf. ist es auch eine Chance für uns Lehrer einmal verschiedene Formen der Online-Lehre zu testen und ggf. nach der Corona-Krise weiterzuführen.

Sofatutor stellt für alle Fächer und Schulformen Erklärvideos mit passenden Aufgaben zur Verfügung.

Bettermarks stellt die gesamte Plattform bis zu den Sommerferien kostenfrei zur Verfügung. Hier können gezielt Mathematik-Themen selbstständig über fundierte Erklärungen, schrittweise Aufgabentypen sowie ein umfangreiches Glossar für Klasse 4-10 geübt werden.

Binogi hat ein kostenfreies Angebot zu Corona-Zeiten. Sie bietet Inhalte der Sekundarfstufe 1 zu den Fächern Mathematik, Biologie, Geschichte, Naturwissenschaften, Physik, Chemie, Geographie und Religion an.

Matific bietet für die von Schulschließung betroffenen Schulen eine kostenfreie Nutzung der Inhalte für den Mathematikunterricht vom Kindergarten bis zur 6. Klasse an. Es werden umfangreiche Fortschrittsberichte erklärt.

Scoyo bietet für die Klassen 1-7 spielerisches Lernen auf seiner Plattform ebenfalls derzeit für 14 Tage kostenfrei an. In der Grundschule werden die Fächer Mathe, Deutsch, Englisch und in der Klasse 5-7 zusätzlich die Fächer Physik, Biologie, Chemie und Kunst angeboten.

Onilo bietet für einen Monat einen kostenfreien Account in Corona-Zeiten an. Mit onilo können die Schüler*innen viele verschiedene Bücher, sogenannte „Board-Stories“, lesen und passende Aufgaben dazu auf Arbeitsbögen beantworten. Für den häuslichen Gebrauch werden auch passende Bastelvorlagen zur Verfügung gestellt. Im virtuellen Klassenzimmer können die Boardstories und die Arbeitsblätter an die Schüler*innen versendet werden.

Auch DUDEN bietet mit der Plattform Learnattack für zwei Monate ein kostenfreies „Corona-Angebot“ an (wenn man sich bis zum 31. März registriert). Es werden die Fächer Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Latein, Mathematik und Physik ab Klasse 5 angeboten.

Auch der Westermann-Verlag bietet mit kapiert.de ein Test-Angebot für die Klasse 5-10 in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch für die Corona-Krise an.

SimpleClub bietet ebenfalls ein kostenloses Hilfspaket für geschlossene Schulen ab der 7. Klasse an (bis zum 20. April). Es handelt sich um eine Lernapp, die für alle Geräte geeignet ist. Es gibt Lernvideos, Übungsaufgaben und individuelle Lernpläne.

Classcraft unterstützt die Lehrkräfte in der Lehre vom häuslichen Arbeitsplatz aus. Hierbei handelt es sich um ein Online-Rollenspiel, dass die Schüler zur Teilnahme am Unterricht motivieren soll.

Auch labbé bietet gratis Angebote zum „Home-Schooling“ an.

Der Mildenberger Verlag hat kostenlose „Notfall-Lernangebote“ zum Download im Programm.

Actionbound bietet einen kostenfreien Zugang bis April an. Mit Actionbound könnt ihr digitale Schnitzeljagden erstellen. Die spielerischen Elemente lassen sich auch für das Homeschooling verwenden. Ein „Corona-Wissenscheck“ wurde bereits für Schüler erstellt.

Der Stark-Verlag stellt ebenfalls sein Online-Programm „Study-Smarter“ in der Premium-Ausgabe kostenfrei zur Verfügung. Hier kann man ebenfalls auf kostenfreie Abituraufgaben zugreifen. Es werden Inhalte fürs Gymnasium der Fächer Mathematik, Deutsch, Geschichte, Biologie und Englisch zur Verfügung gestellt. Die Apps sind für alle Geräte geeignet.

Antolin kann dauerhaft für zwei Wochen durch Lehrkräfte (mit 40 Schülern) oder Schulen getestet werden. Antolin ist stellt Quizfragen zu ca. 70.000 Büchern zur Verfügung – auch zu aktuellen Nachrichten und ist für die Klassenstufen 1 bis 10 geeignet.

Die Anton-App bietet für alle Geräte Inhalte für die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Biologie, Musik sowie für den DAZ-Unterricht für die Klassen 1 bis 10. Die App ist dauerhaft komplett kostenfrei (wurde durch ein EU-Projekt gefördert und ist daher auch werbefrei). Vorteil für das Home-Schooling: Die Lehrer können den Schülern Aufgaben zuweisen und können auch den Lernprozess überblicken.

Ebenfalls wird von eSquirrel ein kostenfreies Corona-Angebot auf den Markt gebracht. Die App wird ab der vierten Klasse bis hin zur Berufsschule empfohlen, es kann lehrbuchabhängig oder lehrplanorientiert unterrichtet werden.

Auf „Seitenstark“ findet ihr über 60 Webseiten nur für Kinder. Diese Inhalte können hervorragend für den Unterricht verwendet werden.

Für den MINT-Bereich wurden als Corona-Hilfspaket hier diverse Links zusammengetragen.

Die Khan Academy ist eine Non-Profit-Organisation, die dauerhaft kostenfreie Bildung für jeden auf der Welt ermöglichen möchte. Die englischsprachige Plattform ist deutlich umfangreicher. Auf der deutschsprachigen Plattf0rm befinden sich kostenfreie Übungen für das Fach Mathematik von der Vorschule bis zur achten Klasse. Es gibt auch einige Inhalte für Biologie, Chemie sowie Programmierung.

Mit Commonlit können Schüler ihre Lesekompetenzen erweitern. Das Angebot ist englischsprachig. Lehrer können sich einen dauerhaft kostenfreien Account erstellen. Genial für den Englisch-Unterricht! Lehrer können den Fortschritt verfolgen und auch individuelles Feedback geben.

Mit den Classninjas können die Schüler viele dauerhaft kostenfreie Übungen und Videos für Mathematik nutzen. Es gibt sowohl ein browserbasiertes Angebot als auch eine App.

Mit Duolingo können Schulen dauerhaft kostenfrei ihr digitales Sprachenlernangebot erweitern. Es stehen ein Webangebot sowie verschiedene Apps für diverse Sprachen zur Verfügung.

Alba Berlin bietet eine tägliche digitale Sportstunde an! Klasse! 🙂

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum hat für die schulfreie Zeit tolle Inhalt auf der Webseite zusammengestellt. Von der Frage, warum der Regenbogen bunt ist, bis hin zur Anleitung einer Bonbon-Schleuder oder einer fliegenden Postkarte werden spannende Themen präsentiert.

Google Arts & Culture bietet übrigens virtuelle Rundgänge durch mehr als 1000 Museen der Welt an – zu einigen Exponanten kann man zusätzliche Informationen abrufen. Spannend!

Und außerdem: Die Sendung mit der Maus sendet jetzt täglich! Toll!

Das ZDF bietet „Videos zum Schlauerwerden“ für alle Altersklassen an.

Eine weitere Übersicht mit einer Linksammlung zahlreicher kostenfreier Angebote stellt der Bildungsserver zur Verfügung.

Wer noch Inhalte benötigt, wird auf der Webseite Schulfilme.com schnell fündig. Die Filme werden allen für die Corona-Krise kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es wurde bisher nicht benannt, für wie lange der Service kostenfrei ist.

Und zu guter letzt: Für Eltern gibt es jetzt eine super Entlastung – kostenlose Nachhilfe in der Corona-School. Hier werden Studenten und Schüler*innen bzw. Eltern miteinander vernetzt. Hilfe naht.

Erstellen von Erklärvideos

Ein Beispiel zur Konzeption und Durchführung wird auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung erklärt.

Hier (chip) findet ihr fünf kostenfreie Tools, um eine Bildschirmaufnahme zu machen (z.B. um euren Schülern eine kleine Einführung in eine Plattform zu geben, oder um ein Erklärvideo zu erstellen).

Mit Edpuzzle lassen sich dauerhaft kostenfrei super Lernvideos erstellen. Es können Videos bearbeitet und mit Aufgaben versehen werden. Eine deutsche Anleitung und Erklärung findet ihr hier.

Ganz einfach lassen sich Erklärvideos mit Good Notes auf dem iPad und der Bildschirmaufnahme erstellen. Eine Erklärung dafür findet ihr beim Stadtmedienzentrum Karlsruhe.

Kommunikation und Co. (Virtuelle Klassenzimmer, Webinare, …)

Adobe Connect bietet eine kostenlose Lizenz für 90 Tage an. Hier können kostenfrei virtuelle Klassenzimmer mit bis zu 25 Teilnehmern eingerichtet werden. Die Schüler loggen sich online in den „Klassenraum“ ein, die Schüler und Lehrer können sich dann in der Online-Konferenz unterhalten, auch Gruppenarbeiten sind möglich.

Bis „mindestens Ostern“ bietet die LAMP-Solution den Schulen einen kostenlosen Videochat bis zu 30 Personen an.

Mit Sdui kann die Kommunikation mit den Schülern aufrecht erhalten werden. Es können Webkonferenzen durchgeführt werden, es können Unterrichtsmaterialen geteilt werden, oder Unterrichtsstunden als Videokurs aufgezeichnet werden. Eine vereinfachte Version der App steht Schulen und auch einzelnen Lehrkräften für die nächsten drei Monate kostenfrei zur Verfügung.

Panopto – eine englischsprachige Plattform – bietet in Zeiten von Corona sein Angebot von virtuellen Videokonferenzen drei Monate kostenfrei an.

Lifesize bietet ebenfalls ein kostenloses Videomeeting mit bis zu 25 Teilnehmern für sechs Monate an.

Mit Pronto bietet Hit Labs Videomeetings oder Gruppenchats und das kostenfreie Verteilen von Dateien oder Aufgaben an.

Discord hat in Zeiten von COVID-19 sein kostenfreies Angebot der Lives-Streams von 10 Nutzern auf 50 hochgesetzt. So oder so ist es auch dauerhaft möglich mit der gesamten Klasse kostenfrei zu kommunizieren (Text- oder Voicechat). Hier gibt es einen Überblick für die Nutzung von Discord im Klassenraum.

Teamviewer ist lt. der PC-Welt ebenfalls derzeit kostenlos für Schulen und Unternehmen zu verwenden. Mit dem Teamviewer können ebenfalls Online-Videokonferenzen durchgeführt oder Dateien versendet werden. Außerdem kann der eigene Bildschirm geteilt werden, dies ist besonders praktisch, wenn man die Schülerinnen und Schüler bspw. in ein Programm einweisen möchte. Zusätzlich kann die Software für eine Fernwartung verwendet werden. Dies ist üblicherweise innerhalb des Klassenunterrichts nicht vonnöten. Administratoren könnten sich dies jedoch zunutze machen, um ihren Kollegen bestimmte Programme auf dem heimischen Computer zu installieren oder ähnliches.

Microsoft stellt Microsoft-Teams für die Durchführung von Klassen-Videositzungen kostenfrei. Auch die Bereitstellung von Dateien ist möglich – ebenfalls die Zusammenarbeit in gemeinsamen Dokumenten (s. unten unter Office 365). In der Broschüre „Vier Schritte zum Fernunterricht mit Teams“ wird den Lehrkräften die recht einfache Handhabung erklärt.

Google stellt einige Premium-Features der Software G-Suite for education zur Verfügung. Nun sind bspw. Hang-Outs (Videokonferenzen) mit bis zu 250 Teilnehmern möglich. Seo Südwest beschreibt, dass folgende Funktionen bis zum 1. Juli kostenfrei zur Verfügung gestellt werden (Zitat):

  • Größere Meetings mit bis zu 250 Teilnehmern
  • Live-Streaming für bis zu 100.000 Teilnehmer pro Domain
  • Die Möglichkeit, Meetings aufzunehmen und sie im Google Drive zu speichern.

Remotely (deutschsprachig) ist ebenfalls bis zum 1. Juli 2020 kostenfrei. Hierzu gehören verschiedene Textverarbeitungsprogramme, die kollaborativ genutzt werden können, aber auch Software für Videokonferenzen.

Um mit Kollegen untereinander zu kommunizieren eignet sich hervorragend whereby. In einem sehr einfachen Videochat (mit dem Laptop ist kein Download einer App nötig!) kann man sich mit bis zu vier Teilnehmern kostenfrei austauschen, seinen Bildschirm teilen oder einen Chat nutzen.

School-Fox, ein Messenger-Dienst für Schulen, unterstützt die Kommunikation zwischen Lehrer-Schüler-Eltern derzeit kostenfrei.

Zoom kann ebenfalls in Teilen kostenfrei genutzt werden. Für eine Server in Europa kann man auf dieser Plattform einen kostenpflichtigen Account kaufen.

Mit Lernplattformen/Lernmanagementsystemen das Angebot aller Fächer bündeln …

Die schwedische Prüfungsplattform exam.net stellt ihr Angebot für Schulen außerhalb von Schweden für das Jahr 2020 kostenfrei zur Verfügung.

On School stellt sein Wissen für Schulen in der Corona-Krise kostenfrei zur Verfügung. Es ist ein moodle-basiertes System.

Padlet ist eine hervorragende Möglichkeit, um den Schülern für jeden Tag die Lernaufgaben der jeweiligen Fächer einzustellen. Verlinkungen sind möglich oder auch das Hochladen von PDF usw. Auch ein Passwortschutz ist möglich. Leider sind nur die ersten fünf Padlets dauerhaft kostenfrei, danach muss man in den sauren Apfel eines Abo-Modells beißen. Dennoch lohnt sich ein ansehen sehr! Es ist sehr – sehr übersichtlich :). Bei Ivi-Education gibt es ein prima Video zur Erklärung.

Wakelet beschreibt eine dauerhaft kostenfreie Alternative zum Padlet. Ein deutschsprachiges Handbuch für Lehrkräfte wurde von Ines Bieler erstellt. Mit Wakelet lassen sich Inhalte organisieren, speichern und auch teilen.

Serlo ist eine dauerhaft kostenfreie Lernplattform mit vielen einfachen Erklärungen, Videos und Übungen. Es stehen die Fächer Mathematik, Biologie, Naturwissenschaften, Chemie, Physik, Informatik sowie angewandte Nachhaltigkeit zur Verfügung. Weitere Fächer befinden sich im Aufbau.

Google Education stellt ebenfalls viele verschiedene Tools und Möglichkeiten zur Verfügung (s. auch oben unter Videokonferenzen).

AIXConcept bietet Hilfe beim digitalen Unterricht in Zeiten von Corona. Hier kann ein Lernsystem etabliert werden, das ein komplettes Kurssystem für die Schule nutzbar macht. In virtuellen Klassenräumen kann online zusammengearbeitet werden. MNSpro Cloud basiert auf Office 365.

Lo-net vom Cornelsen-Verlag ist eine dauerhaft kostenfrei angebotene Lernplattform für Schulen.

Bei Edudocs stehen Lehrkräften bis zu 10 GB Volumen zum Hochladen von Dateien usw. zur Verfügung. Es handelt sich um eine Cloud-Plattform, auf der Schüler*innen ihre Aufgaben erhalten können oder auch kollaborativ in Gruppen zusammenarbeiten können. Die Lehrkraft kann die Aktivitäten der Schüler*innen nachverfolgen.

Feedback-Tools

Auf dieser Webseite wurden eine ganze Reihe von Tools dargestellt, mit denen man Umfragen gestalten kann.

Verarbeitungssoftware

Die großen Unternehmen geben auch ein Stück vom Kuchen ab:

Microsoft stellt zeitweise für mehrer Monate Office 365 kostenfrei zur Verfügung. Mit Office 365 ist das kollaborative Zusammenarbeiten in einem Dokument (z.B. Word, Excel, Powerpoint) online über die Entfernung möglich.

Die Online-Version des allseits bekannten Book-Creators stellt für die Corona-Pandemie-Zeit für 90 Tage die Premium-Funktion des kollaborativen (gemeinsamen) Zusammenarbeitens im Book-Creator kostenfrei zur Verfügung.

Lehrer-Tools: Erstellen und Finden von Aufgaben/Inhalten/Arbeitsbögen

Learning-Apps ist ein umfangreiches und wirklich mächtiges Tool für die Entwicklung eigener Aufgaben für alle Schulfächer und Klassenstufen. Es können eigene Memorys, Puzzle, Multiple-Choice und Zuordnungsaufgaben entwickelt werden.

Mit Quizlet können Lehrkräfte entweder selbst viele tolle Quizze erstellen oder auf Quizze von anderen Lehrkräften zurückgreifen.

Auf dem Lehrermarktplatz sind verschiedene von Lehrkräften selbst erstellte Unterrichtsmaterialien (meistens als PDF) für sämtliche Fächer von der Vorschule bis zum 13. Jahrgang zu erwerben. Die Plattform stellt für die „Corona-Zeiten“ frei, dass diese Materialien auch für das Home-Schooling an Eltern und Schüler versendet werden dürfen. Die Materialien sind teils kostenpflichtig zu erwerben.

Mit h5p lassen sich ebenfalls kostenfreie viele verschiedene Aufgaben gestalten. h5p eignet sich zur Einbindung als Plugin in Lernmanagementsysteme wie Moodle.

Und so machen es andere Schulen…

Die Zeit hat sich das einmal genauer angesehen – wie gehen die Schulen mit der neuen Situation um? Welche Angebote gibt es?

Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert. Wer Hinweise für weitere kostenfrei-gestellte Plattformen hat, kann mir gerne schreiben: kontakt(at)leaschulz.com. Danke für euren Besuch! 🙂

Es gab bereits einige Anfragen zum Thema Datenschutz. Bitte informiert euch in euren jeweiligen Bundesländern, insbesondere, wenn die Schüler*innen auf den jeweiligen Plattformen angemeldet werden sollen. Die meisten Bundesländer haben dazu dezidierte Hinweise erstellt, hier ein Beispiel aus Baden-Württemberg.

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Spielend lernen! Computerspiele(n) in Unterricht und Schule

Zusammenfassung und Übertragung auf Inklusion

Die Texte sind im Rahmen des Seminars der Europa-Universität Flensburg entstanden. Die Studierenden rezensieren Texte zum Thema Digitale Medien und/oder Inklusion und übertragen die Inhalte auf einen diklusiven Unterricht. Die Meinung der Autoren muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Seiteninhaberin decken.

Autorin: Lisa-Marie Freitag

Die Schriftenreihe „Spielend lernen“ Computerspiele(n) in Schule und Unterricht“, herausgegeben von Wolfgang Zielinski, Sandra Aßmann, Kai Kaspar und Peter Moormann umfasst insgesamt 17 Beiträge von verschiedenen Autoren, die sich mit dem Thema Computerspiele(n) im Unterricht auseinandersetzen. Für die Fragestellung, welche Vorteile das Lernen über oder mit Computerspielen für die Inklusion hat, gibt es in dieser Schriftenreihe nicht den einen expliziten Text, sondern die Ergebnisse werden aus verschiedenen Texten zusammengetragen. Hierbei werden allerdings nicht alle Texte Berücksichtigung finden, da nicht alle Ergebnisse für die Frage bereithalten.

Chancen und Herausforderungen beim Lernen mit und durch Computerspiele

Computerspiele zählen genau genommen nicht zu den Bildungsmedien und gehören nicht zur digitalen Lernumgebung (vgl. Zielinski 2017, S. 10), trotzdem rücken die Potentiale von Computerspielen über das Unterhaltungsmedium hinaus immer mehr in den Fokus. So wird beispielsweise seit 2015 im Zuge des Deutschen Computerpreises auch in der Kategorie „Bestes Serious Game“ nominiert und verliehen. Bei der Entwicklung und Vermarktung von Serious Games beteiligen sich unter anderem auch Schulbuchverlage (vgl. Breuer 2017, S. 17) . Lehrkräften, die Computerspiele in den Unterricht einbeziehen wollen, müssen sich in den Vorbereitungen einigen Herausforderungen stellen. Zunächst einmal muss die Bereitschaft vorhanden sein, viel Zeit darin zu investieren sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, da viele Spiele lediglich aus dem Internet herunterzuladen sind und der Angebotspool dort groß ist, so dass sich zunächst einmal ein Überblick verschafft werden muss (vgl. Heinz & Welsch 2017, S. 65f.). In diesem Zuge muss sich dann auch damit auseinandergesetzt werden, welche Spiele durch die technischen Voraussetzungen in der Schule überhaupt durchführbar sind und auch, ob die Sicherheitsprogramme der Schule eine Installation der Spiele zulassen.

Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass es in vielen Computerspielen auf Grund des spielerischen Anspruchs zu einer starken Vereinfachung von beispielsweise historischen Ereignissen, so dass „Zerrbilder der Wirklichkeit“(vgl. ebd. S. 67) entstehen können. Will man also ein Computerspiel für seinen Unterricht nutzen, ist es in jedem Fall notwendig, dass man das Computerspiel nicht für sich sprechen lässt, sondern immer Hintergrundinfos liefert und erarbeitet. Zudem muss sich im Vorfeld gemeinsam mit den Schüler*innen dem Thema Computerspiele genähert werden. Das Lernen mit Computerspielen muss von den Lehrkräften begleitet, eingeordnet und reflektiert werden, so dass die geplante Aneignung von Fachwissen auch wirklich geschehen kann (vgl. ebd. S. 67f.). Neben diesen Herausforderungen gehen mit dem Lernen durch und mit Computerspielen auch einige Chancen einher. Zunächst kann der Anreiz, ein Computerspiel in der Schule zu spielen bei Schüler*innen die Motivation steigern, da es für einige oder auch viele bereits ein fester Bestandteil der eigenen Mediennutzung in der Freizeit darstellt. So kann ein möglicherweise weniger attraktives Thema durch die Nutzung dieses digitalen Mediums das Interesse bedeutend steigern. Hinzukommend bieten Computerspiele die Möglichkeit eine neue oder andere Sichtweise auf Themen zu erlangen, da Computerspiele interaktiver sind als beispielsweise Schulbücher. Hierdurch sind die spielenden interaktiv eingebunden und mittendrin im digitalen Geschehen (vgl. ebd. S. 68).

Inklusion durch und mit Computerspielen

Über diese Chancen hinaus bieten in den Unterricht einbezogene Computerspiele auch didaktisches Potential, welches auch für die Inklusion von Bedeutung ist. Denn die meisten Computerspiele bieten verschiedene Schwierigkeitsstufen an, so dass hier bereits eine Differenzierung zu finden ist. Schüler*innen, welche bereits viel Erfahrung mit Computerspielen haben und denen der Einstieg dadurch leichter fällt, können sich höheren Anforderungen stellen, so dass hier die Motivation nicht verloren geht. Gleichzeitig können Schüler*innen, welche sich noch nicht so stark mit Computerspielen auseinandergesetzt haben mit niedrigeren Anforderungen einsteigen, so dass es hier nicht gleich zu Beginn zu Überforderungen kommt, welche möglicherweise einen schnellen Verlust der Motivation nach sich ziehen könnten. Neben diesen Differenzierungen, welche sich zunächst auf die Fähigkeiten im Bedienen von Computerspielen konzentrieren bieten Computerspiele auch auf der inhaltlichen Ebene verschiedene Stufen an, die sich an die Fähigkeiten der Schüler*innen anpassen. So werden die Aufgaben mit steigendem Level schwerer und die Herausforderungen steigen. Das Computerspiel meldet den Schüler*innen stets zurück, wie weit sie es schon geschafft haben, bietet aber auch Verbesserungsvorschläge an, für den Fall, dass etwas einmal nicht so leicht von der Hand geht. Aus diesem Grund wird die Frustrationsrate bei den Schüler*innen niedrig gehalten, da die Rückmeldung konstruktiv erfolgt und dann für den weiteren Spielverlauf gut eingesetzt werden kann (vgl. ebd. S. 69). Aus Fehlern werden in einem Computerspiel gelernt, sie spielen hier gar eine wichtige Rolle. Für die Inklusion wären Computerspiele also schon eine gute Möglichkeit, Schüler*innen aktiv und selbstgesteuert zu einem Thema „spielen“ zu lassen, da ein jeder hier in seinem eigenen Tempo arbeiten kann und eine Differenzierung durch die Strukturen der Spiele bereits vorhanden ist.

Fazit und eigene Meinung

Wie aus den Beiträgen der Schriftenreihe hervorgegangen ist, bieten Computerspiele für den inklusiven Unterricht einige Chancen, welche vor allem darin bestehen, dass die gegebenen Strukturen von Computerspielen durch unterschiedliche Anforderungslevel bereits bei der Differenzierung helfen. Allerdings ging aus den Beiträgen auch hervor, dass es bisher wenige Studien gab, die den Lernerfolg, den Computerspiele mit sich bringen, wirklich untersucht haben.

Meiner Meinung nach können Computerspiele im Unterricht auf jeden Fall eine Motivation bei Schüler*innen wecken, welche der Unterricht mit dem Schulbuch vielleicht nicht hervorrufen kann. Besonders für den Einstieg in ein Thema kann die spielerische Annäherung an dieses sehr gewinnbringend sein und das Interesse wecken. Zudem können Computerspiele viele Dinge auch unbewusst vermitteln, wie zum Beispiel durch den Hintergrund, so dass Schüler*innen einen Eindruck vermittelt bekommen, wie es in einer bestimmten historischen Epoche von dem Stadtaufbau oder den Bauwerken her aussah, ohne, dass ihnen dies aktiv nähergebracht wurde. Es steht aber außer Frage, dass sich die Lehrkraft im Vorfeld sehr intensiv mit dem gewählten Computerspiel auseinandersetzen muss, um alle potentiellen Fehlerquellen zu kennen und auch jeder Zeit in der Lage zu sein, den Schüler*innen helfend zur Seite zu stehen. Auch können Computerspiele nicht alleine die Arbeit einer Unterrichtseinheit verrichten und es sollte in jedem Fall vor-und nachbereitet werden, von Beginn an Hilfestellungen geleistet werden, sowie Regeln beim Umgang mit Computerspielen erarbeitet werden. Computerspiele sind im Unterricht auf jeden Fall eine Option, die man nach intensiver Auseinandersetzung mit einbeziehen kann, sei es als Einführung, die eigenständige Erarbeitung oder auch als Impuls für Diskussionen.
Es lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass Computerspiele nicht nur als reine Unterhaltung dienen können, sondern auch eine lernförderliche Wirkung haben können.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Breuer, Johannes: Non vitae, sed ludo discimus? Grenzen des Lernens mit Computerspielen, in: Zielinski, Wolfgang/ Aßmann, Saskia/ Kaspar, Kai/ Moormann Peter (Hgg.): Spielend lernen! Computerspiele(n) in Schule und Unterricht, Marl 2017, S.17-26.

Heinz, Daniel/ Welsch, Thomas: Medienpädagogik und Schule: Herausforderungen und Chancen beim Einsatz digitaler Spiele im Unterricht, in: Zielinski, Wolfgang/ Aßmann, Saskia/ Kaspar, Kai/ Moormann Peter (Hgg.): Spielend lernen! Computerspiele(n) in Schule und Unterricht, Marl 2017, S.65-74.

Zielinksi, Wolfgang: Ein „unfassbarer Mehraufwand“? oder: Computerspiele(n) und das Primat des Pädagogischen, in: Zielinski, Wolfgang/ Aßmann, Saskia/ Kaspar, Kai/ Moormann Peter (Hgg.): Spielend lernen! Computerspiele(n) in Schule und Unterricht, Marl 2017, S.9-15.

Mit digitalen Spielen inklusiven Unterricht gestalten

Die Texte sind im Rahmen des Seminars der Europa-Universität Flensburg entstanden. Die Studierenden rezensieren Texte zum Thema Digitale Medien und/oder Inklusion und übertragen die Inhalte auf einen diklusiven Unterricht. Die Meinung der Autoren muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Seiteninhaberin decken.

Autorin: Franziska Wendte

Schmoelz, A., Kremsner, G., Proyer, M., Pfeiffer, D., Möhlen, L-K. & Karpouzis, K. (2017). Inklusiver Unterricht mit Digitalen Spielen.

Microsoft Word – Textfee
In Digitale Grundbildung Band 55 Nr. 2. medienimpulse. Download am 06.02.2020

1. Allgemein

Exklusion ist ein Bestandteil unsere heutige Gesellschaft – von Ausgrenzen von Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderung, alltäglichen Mobbing und Diskriminierungshandlungen bis zu Ungleichheiten im Bildungsbereich. Der Artikel „Inklusiver Unterricht mit Digitalen Spielen“ von Schmoelz et al. 2017 beschäftigt sich mit der Thematik „Inklusion durch Spiele im Unterricht zu fördern“. Im Folgenden erfolgt eine Zusammenfassung dieses Artikels und meine Sichtweise zu der Thematik.

2. Soziale Inklusion

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Exklusion, Integration und sozialer Inklusion. In den meisten europäischen Ländern kommen alle drei Systeme in verschiedenen Ausmaßen und/oder Kombinationen vor. Jedes Modell kann zudem entweder aus der Sicht eines Zugehörigen (also von Personen innerhalb des Kreises) oder aus der Sicht eines Außenstehenden (eine Person außerhalb des Kreises) interpretiert werden.

Modell von Exklusion, Integration und Inklusion (aus Schmoelz et al. 2017)
Abb 1: Modell von Exklusion, Integration und Inklusion (aus Schmoelz et al. 2017)

Im Modell der Exklusion wird einem Menschen oder bestimmten sozialen Gruppen die Teilhabe an der Gesellschaft verwehrt. Häufig spielen die Gegebenheiten des Elternhauses eine bedeutende Rolle wie zum Beispiel Armut und/oder Arbeitslosigkeit. Bourdieu spricht in diesen Zusammenhang von fehlendem kulturellem Kapital, welches wiederum zu einem Nachteil im Bereich Bildung führt. Da aber eine gute Bildung in unserer heutigen Gesellschaft als Hauptfaktor zur Teilhabe darstellt, reproduzieren sich durch unser Schulsystem systematisch Exklusionsmechanismen, Machtkonstellationen und gesellschaftliche Ungleichheiten.

Bei Integration wird sich bemüht die „Außenstehenden“ in die Gesellschaft einzubeziehen. Dennoch gibt es hier immer noch einen gewissen Grad von Exklusion. Ein Beispiel wären Behinderten-Einrichtungen oder -Schulen. Allerdings gilt der Begriff seit Anfang der 2000er- Jahre als veraltet.

Inklusion ist das Prinzip der vollen Teilhabe und Forderung von gleichem Zugang auf allen Ebenen. Jeder sollte die Kontrolle über sein/ihr Leben haben. Nach John O ́Brien sollte jeder die Verantwortung übernehmen, das Gemeinschaftsleben zu fördern und zu verbessern, sodass jeder mit den gleichen Bedingungen ohne bestimmte Voraussetzungen daran teilnehmen kann.

3. Spiele für soziale Inklusion

Zuerst müssen wir uns vor Augen führen, dass Spiele keine direkte Maßnahme sind, um soziale Ungleichheiten wie Armut und sozialer Ausgrenzung zu verhindern. Aber sie können zum Nachdenken anregen und bestimmte Lern- und Empowerment-Prozesse wie soziale Teilhabe und Kommunikation begünstigen. Beim Spielen entstehen Prozesse des Nachdenkens über die eigenen Handlungen und Meinungen, woraufhin neue Strategien entwickelt werden können. Unter Empowerment sind Strategien gemeint, die entwickelt werden müssen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Kinder können durch Spiele Fähigkeiten entwickeln, die ihnen bei später wichtigen Aufgaben helfen können. Da ein Spiel eine sichere Umgebung bietet, kann das Handeln im Spiel später auf die reale Welt übertragen werden. So können Schüler zur Teilhabe an der Gesellschaft befähigt werden.

Zu beachten ist die Zugänglichkeit für die verschiedenen Zielgruppen. Barrieren, wie technische, müssen deshalb möglichst geringgehalten werden. Aber auch die pädagogische Einbettung im Unterricht spielt eine entscheidende Rolle. Denn es erfordert eine professionelle Planung und Umsetzung. Um inklusiven Unterricht zu gestalten sind vor allem ein didaktischer Perspektivwechsel, sowie die Zusammenarbeit von Lehrer/innen, Flexibilität und Differenzierung erforderlich. „Spielbasiertes Lernen wird gefördert, wenn das Lernen auf die Bedürfnisse, Überzeugungen und Fähigkeiten jeder/s Spielerin zugeschnitten ist (Egenfeldt- Nielsen 2007).“ (Schmoelz et al. 2017, S. 16)

4. Spiel-basierter Dialog

Bei spiel-basierten Dialogen werden die eben gemachten Spielerfahrungen reflektiert und diskutiert. Dieses reflektierende Denken gilt als Schlüsselkompetenz zur Förderung von sozialer Inklusion. Es gibt verschiedenen Formen der spiel-basierenden Dialoge, unter anderem der narrativ-sokratischer Dialog und die bildbasierte Debatte.

4.1 Narrativ-sokratischer Dialog

Der narrativ-sokratischer Dialog ist in drei Phasen unterteilt. In der generativen Phase stellt der Begleiter/die Begleiterin (z.B. eine Lehrkraft) eine Frage/mehrere Fragen. Der Beantworter/die Beantworterin/die Beantworter (z.B. Schüler) haben nun Zeit, ohne jegliche Unterbrechungen zu reden. Der Begleiter greift nur ein, um bestimmte Argumente zu festigen oder um das Gespräch am Laufen zu halten.

Daraufhin folgt die immanente Phase. Hier sollen die Hauptaspekte aus der generativen Phase nochmal aufgegriffen bzw. bekräftigt werden. Der Begleiter stellt Fragen, die den Befragten/die Befragte/die Befragten dazu bringt/dazu bringen sich zu überlegen, wie ihre/seine Gedanken über eine Erfahrung entstanden sind. Ein zweites Ziel ist das Rekonstruieren der persönlichen Geschichte durch bestimmte persönliche Erfahrungen.

In der exmanenten Phase stellt der Begleiter/die Begleiterin Fragen, um neue Themengebiete zu eröffnen. Das ist die einzige Phase, indem der Begleiter/die Begleiterin Aspekte einbringt, die nicht von den Teilnehmern selbst genannt wurden. Es geht hier auch um die Stellung von sokratischen Fragen, um eine Beurteilung und kritische Betrachtung des bereits Gesagten zu erlangen.

4.2 Bildbasierte Debatte

Der Begleiter/die Begleiterin legt verschiedene Bilder mit verschiedenen Aspekten aus. Es geht hauptsächlich um gesellschaftliche Fragen. So können die Bilder zum Beispiel eine Frau mit einer Burka, ein Flüchtlingslager oder das Thema „Behinderung“ aufzeigen. Jeder der Teilnehmer soll sich nun ein Bild aussuchen und erklärt im Plenum, was sie/er über das Bild denkt und warum es dieses Bild ausgewählt hat. Sinn und Zweck dieser Übung ist das Bewusstsein und die kritische Betrachtung sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen Aspekten bzw. Fragen. Auch zeigt sich hier die Aufgeschlossenheit gegenüber verschiedenen Perspektiven eines bestimmten Themas.

5. Forschungsmethoden und Diskussion

Schmoelz et al. 2017 stellt drei Unterrichtsszenarien vor, welche in unterschiedlichen pädagogischen Settings erprobt und untersucht wurden. Es wurde sich dabei auch an einen inklusiven Ansatz orientiert. Es wurden verschiedene nicht-akademische Gruppen miteinbezogen in dem gesamten Forschungsprozess – vom Entwickeln der Forschungsfragen bis hin zur Datenerfassung und Auswertung. „Der oberste Grundsatz von inklusiver Forschung ist, Forschung mit statt über Menschen zu betreiben – und zwar mit einem Schwerpunkt gemeinschaftlich geteiltes bzw. erarbeitetes Fachwissen.“ (Schmoelz et al. 2017, S. 22)

Ergebnisse zeigten die zentralen Probleme in Schulen bezüglich Exklusion und Ungleichheiten. Als erster Aspekt das zentrale Thema Mobbing in Verbindung mit Rassismus und Diskriminierung gegenüber anderen Schülern/innen. Spannungen zwischen sozialen Einbezogenen und Ausgeschlossenen manifestieren sich besonders in Schulen. Durch strenge curriculare Vorgaben bleibt wenig Raum, Erfahrungen zu Themen wie globalen Krisen, Terrorismus, Flüchtlingskrisen und politischen Kontroversen in Bezug auf alltägliche Krisen zu thematisieren und Schüler/innen zum Nachdenken zu regen. Die erprobten Unterrichtszenarien mit Spielen sowie spielbasierten-Dialoge ermöglichen einen inklusiven Unterrichtsansatz und können zentrale Problemlagen somit thematisieren. Wichtig ist aber, wie bereits erwähnt, die pädagogische Einbettung. Schüler/innen müssen als Experten/Expertinnen in den (digitalen) Spielen agieren können. Sind eine professionelle pädagogische Einstellung und die Möglichkeit nicht vorhanden für Schüler als Experte agieren zu können, so wird das Potential von Spielen oder spielerischen Dialogen massiv eingeschränkt und führt nicht zum gewünschten Ergebnis.

6. Stellungnahme

Ich glaube nicht, dass digitale Spiele allein dabei helfen, Diskriminierung und Ausgrenzung zu verhindern. Wie bereits erwähnt ist die pädagogische Einbettung von großer Bedeutung . Dennoch denke ich, dass Spiele einen Beitrag dazu leisten können, dass Schüler über gesellschaftliche Strukturen reflektieren und somit eventuelle Verhaltensstrukturen erkennen und auflösen können. Aber sie bekämpfen meiner Meinung nach nicht die Ursache.

Strukturen und Muster von Diskriminierung und Exklusion greifen viel höher und nicht nur auf schulischer Ebene. Es fängt schon in unserer Erziehung an. Wer von seinen Eltern immer wieder hört „Ausländer sind das Problem“ oder „Spiel bloß nicht mit dem. Der ist kein guter Umgang für dich.“, der entwickelt Verhaltensmuster, die diskriminierend auf andere sein können. Solche Erziehungsmuster sitzen oft sehr tief.

Allein unser Schulsystem ist auf Homogenität ausgerichtet. Wie soll hier Heterogenität geschweige denn Inklusion berücksichtigt werden? Es wird immer wieder berichtet von Lehrkräften, die klassischen Unterricht in einen inklusiven Unterricht umstrukturieren sollen. Aber ich bin der Meinung, um dieses Ziel möglichst erfolgreich durchsetzen zu können, ein bedeutender Aspekt eine Umstrukturierung des Schulsystems sein sollte. Bis dahin müssen wir als Lehrkräfte aber das Beste daraus machen. Und der Einsatz von Spielen im Unterricht könnte durchaus ein Ansatz dafür sein, aber es erfordert sicher noch mehr.

Formative Evaluation von Unterricht

Hier findet ihr eine Sammlung verschiedener Tools, die es auf digitalem Wege möglich machen, den eigenen Unterricht und den Lernzuwachs der eigenen Schülerinnen und Schüler zu überprüfen – um den Unterricht auf die Bedürfnisse der Lernenden passgenauer ausrichten zu können.

Diese Liste wird beständig erweitert.

Mädchen vor dem iPad

Pädagogik an der digitalen Schwelle… „mal eben“ den Unterricht online stellen

Für den einen oder anderen kam es völlig überraschend: Die Schulen wurden aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Mehr oder weniger vorbereitet, mehr oder weniger digital ausgestattet und auch mehr oder weniger digital kompetent sitzen nun Deutschlands Lehrkräfte vor ihrem Dilemma: Sie sollen nach reiner Schwellenpädagogik-Manier „mal eben“ ihren kompletten Unterricht digitalisieren, damit kein Unterrichtsstoff ausfällt, sich kein*e Schüler*in unzureichend auf die Abschlussprüfung vorbereitet fühlt und damit neben allem anderen das den Bach heruntergeht (Gesundheit, ausreichend Plätze in Krankenhäusern, Versorgung mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Klopapier usw.), zumindest die Bildung gerettet ist.

Der Digitalpakt hat noch lange nicht alle Schulen erreicht, einige haben sich bereits um eine Infrastruktur zur Kommunikation, Verbreitung von Material oder auch Organisation von Lernprozessen und Inhalten in digitaler Form gekümmert – andere hatten noch keine Möglichkeiten dazu.

Dieser Beitrag umfasst folgende Inhaltsbereiche für das Online-Lernen während der Schulschließung:

„Jetzt aber schnell – und bitte bis gestern“

Man stelle sich nun vor, dass die Schule weder eine Möglichkeit der Zusammenkunft in einem Video-Chat noch eine Lernplattform zur Bündelung der Angebote und Aufgaben der verschiedenen Fächer. Der Klassenlehrer ist durch die Schulleitung beauftragt die Angebote der einzelnen Lehrkräfte für die Schüler*innen der Klasse zu bündeln. Was tun?

Eine ganz schnelle Möglichkeit zur Bündelung der Angebote ist die Plattform Padlet. Bis zu drei Padlets können durch eine Lehrkraft mit einem Account kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Es lassen sich beispielsweise Spalten einrichten in denen für jeden Tag der Woche die Aufgaben aller Fächer eingestellt werden. Alternativ kann für jedes Fach eine eigene Spalte eingeführt werden, die über die Wochen nach und nach durch die Lehrkräfte gefüllt werden können. Die Lehrkräfte der Fächer notieren dann dort ihre Aufgaben, stellen Links ein oder laden Dokumente (z.B. Seiten aus dem Buch oder Aufgabenblätter) hoch. Die Schüler*innen können anschließend ihre Arbeitsergebnisse direkt unter der gestellten Aufgabe hochladen oder alternativ per E-Mail an die Lehrkraft versenden.

Dies ist nicht ganz die „sauberste“ Lösung mit allen umfassenden Möglichkeiten, die eine digitale Lernplattform ggf. bieten kann – jedoch ist es eine der pragmatischsten Lösungen, die sich in allerkürzester Zeit – und schneller als Kopieren – umsetzen lässt! Klasse ist auch, dass die Lehrkräfte auf die vielen derzeit kostenfrei gestellten Online-Angebote verlinken können und damit didaktisch gut vorbereitete Inhalte vorfinden.

Ivi-Education – der „Twitter-Lehrer“ hat ein Grundlagenvideo zu den Funktionen von Padlet entworfen. Der Friedrich-Verlag hat ebenfalls ein Beispiel entworfen.

Eine Alternative zum Padlet beschreibt die kostenfreie Plattform Wakelet.

Eine weitere Möglichkeit beschreibt Jens Lindström („Käptn Keks“) zum Einsatz von Jitsi als Online-Konferenz-Tool für das virtuelle Klassenzimmer. In seinem Youtube-Channel findet ihr die ersten Erklärvideos und Ideen zur Online-Arbeit mit dem Open-Source-Tool sowie weiterer spannender Anwendungen.

Weitere Tipps und Links zur E-Didaktik für das Online-Lernen

Der Westermann-Verlag hat einige Tipps und Tricks unter #schuledaheim zusammengefasst.

Eine umfassende Sammlung mit Ideen zur E-Didaktik des Online-Lernens haben auch die Bildungspunks zusammengestellt.

Die Kita Zauberwind hat einen Youtube-Kanal ins Leben gerufen mit Morgenkreis und Co. – toll auch für die erste Klasse!

Hier findet ihr eine Sammlung mit Podcasts für Kinder.

Mal was Kreatives?

Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch Corona, Ausgehsperren, Ängste vor dem Corona-Virus sollten nicht durch auch noch durch gähnend langweiligen Unterricht ergänzt werden. Mein Sohn hat einen Riesenstapel Kopien mit Übungsaufgaben (ohne jegliche Erklärung) erhalten und soll dies alles nun bis zum Ende der Ferien abarbeiten. Da würde es mir selbst an Motivation fehlen. Wenn ihr eure Schüler*innen auch einmal etwas kreatives Digitales erstellen lassen wollt, habe ich hier einige Links für euch zusammengestellt:

  • Mit dem Book Creator lassen sich digitale Bücher, Portfolios oder auch Comics erstellen.
  • Mit der kostenfreien App „Knietzsches Geschichtenwerkstatt“ können besonders Grundschüler ihre eigenen Geschichten erstellen und schreiben.
  • Mit der Digitalwerkstatt Audio Studio können Kinder im Handumdrehen eigene Hörspiele (mit tollen Hintergrundgeräuschen) oder Podcasts erstellen.
  • Mit der App „Filmstudio für Kinder“ können schon die Kleinsten eigene Filme produzieren.
  • Mit Puppet Pals HD und Puppet Pals 2 erstellen die Schüler*innen eigene animierte Videos. Das ist auch noch in höheren Jahrgängen aufgrund der vielen aus der Historie bekannten Persönlichkeiten (z.B. Einstein, Kleopatra, Caesar, …) interessant.
  • Verschiedene Stop-Motion-Apps (z.B. Stop Motion Studio) animieren zur Erstellung eigener Stop-Motion-Filme oder auch Erklärvideos für die anderen Schüler*innen.
  • Durch Adobe Draw (kostenfreie App) lassen sich Fotos zu eigenen Kunstwerken verwandeln.
  • Mit Spark Post (kostenfreie App) können die Schüler*innen Plakate oder Aushänge bspw. zum Thema „Werbung“ entwerfen.
  • Eigene Videos können Schüler*innen sehr einfach und intuitiv mit der iMovie-Trailer Funktion (Anleitung) erstellen oder einfach mit Adobe Spark Video (auch als Browserversion verfügbar).

Viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂

Übrigens: Dieser Beitrag wird beständig aktualisiert! Es kommen immer neue tolle Ideen und Links dazu….

Digitale Medien als Sache im Sachunterricht

Die Texte sind im Rahmen des Seminars der Europa-Universität Flensburg entstanden. Die Studierenden rezensieren Texte zum Thema Digitale Medien und/oder Inklusion und übertragen die Inhalte auf einen diklusiven Unterricht. Die Meinung der Autoren muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Seiteninhaberin decken.

Autorin: Carina Meier

Gervé, Friedrich (2016): Digitale Medien als „Sache“ des Sachunterrichts.

In: Peschel, Markus/Irion, Thomas (Hrsg.): Neue Medien in der Grundschule 2.0: Grundlagen- Konzepte-Perspektiven. Frankfurt am Main: Grundschulverband e.V., S. 121-134.

Die digitalen Medien werden schon früh ein Teil der kindlichen Lebenswelt, indem die Kinder selbst das massive Angebot, zum Beispiel der Unterhaltungsmedien nutzen oder den selbstverständlichen Gebrauch der digitalen Medien in ihrem Umfeld wahrnehmen. Aus diesem Grund ist es nach dem Prinzip der Lebensweltorientierung, die Aufgabe des Sachunterrichtes, digitale Medien im Unterricht zu behandeln (vgl. GDSU, 2013, S. 10; vgl. Gervé, 2016, S.122).

Friedrich Gervé (2016) zeigt auf, dass die digitalen Medien in der unterrichtlichen Praxis häufig als Werkzeuge zur Welterschließung eingesetzt werden (vgl. S. 121), dadurch, dass sie Sachverhalte und Phänomene für die Kinder veranschaulichen und zugänglich machen (vgl. Gervé, 2015, S. 496). Für den Sachunterricht eröffnet sich jedoch neben dem Lernen mit Medien, auch der Bereich Lernen über Medien, indem die digitalen Medien als Lerngegenstand, als Sache im Unterricht, vielperspektivisch behandelt werden und zu „einer aktiv-kritischen Auseinandersetzung […] nach dem Prinzip der Handlungs- und Problemorientierung“ (Gervé, 2016, S. 122) führen können. Bei dem Einsatz der digitalen Medien als Lerngegenstand ist zu beachten, dass dieser didaktisch aufbereitet werden muss. Als Folge für die Lehrer*innenbildung bedeutet dies, dass das Erkennen des Bildungspotenzials eines Gegenstandes und die Einbindung in die Praxis bereits in der Ausbildung gefördert werden muss (vgl. ebd. S. 132). Dadurch sind die Lehrkräfte aufgefordert, „den Kindern offener zuzuschauen, zuzuhören und mehr zuzutrauen, als sie kontrolliert und in traditioneller Systematik belehren zu wollen“ (ebd.). Es gilt, sich die neue Alltagssprache der Zeit der Digitalisierung anzueignen, um den Unterricht kompetent führen und die Inhalte vermitteln zu können. Der internationale TPACK-Ansatz von Koehler/Mishra (2009) beinhaltet dazu Lehrkompetenzen, die für die Nutzung von digitalen Medien im schulischen Kontext unabdingbar sind (vgl. Irion, 2016, S.28).

Die Medienkompetenz beschreibt das Ziel der Medienerziehung im Unterricht, welche nach Gervé (2016) neben den „Kenntnisse[n] über Funktionen“ der digitale Medien, auch Fähigkeiten und Fertigkeiten in Bezug auf die Anwendung der Kenntnisse und „Einstellungen als normative Voraussetzung für ein verantwortliches Handeln“ (vgl. ebd., S. 122) mit digitalen Medien umfasst. Die digitalen Medien als Unterrichtsgegenstand können aus allen Perspektiven des Sachunterrichts betrachtet und sogar fächerübergreifend (z.B. im Kunstunterricht) unterrichtet werden. Gervé (2016) zeigt in seinem Text verschiedene Methoden und Themenbereiche für den Unterricht auf, die es erlauben, digitale Medien als Sache zu betrachten (Abb. 1). Er stellt mit seinen Beispielen heraus, dass neben der Medienbedienung (vgl. ebd., S. 125) auch die Nutzung von digitalen Medien durch die eigene Dokumentation über Strichlisten im Unterricht behandelt werden und dadurch „die Wahrnehmung des eigenen Verhaltens und dessen Reflexion im Vergleich mit anderen“ (ebd. S. 126-127) bei den Kindern hervorgerufen werden kann und insofern zur verantwortlichen Selbstbestimmung beiträgt.

Darstellung verschiedener Medien als Unterrichtsgegenstand
Medien als Unterrichtsgegenstand: Themenbereiche (entnommen aus Gervé, 2016, S. 124)

Einsatz der digitalen Medien im inklusiven Unterricht

Neben den sachunterrichtlichen Perspektiven der Gesellschaft für Sachunterricht (GDSU) lassen die digitalen Medien ebenfalls eine Perspektive für den inklusiven Unterricht erkennen und „versprechen eine wahre Teilhabe von Schüler(inne)n […], die drohen aufgrund von Behinderung, Migrationshintergrund oder geringerer Bildungschancen von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden“ (Schulz, 2018, S. 345). Durch den Einsatz der digitalen Medien gelingt vor allem das individualisierte Lernen, indem E-Learning-Programme den Lernenden ermöglichen, sich in ihrem eigenen Lerntempo die Unterrichtsinhalte anzueignen und den Lehrenden die Differenzierung der Inhalte und Aufgabenstellungen erleichtern. Aber auch auf der Ebene der Lerngruppe ergeben sich viele Handlungsmöglichkeiten für den inklusiven Unterricht (vgl. ebd., S. 346). Gervé ist der Überzeugung, dass „das Prinzip der Diversität als Chance“ erst durch die Inklusion aller Lernenden deutlich wird (2016, S. 122).

Meiner Meinung nach ergeben sich gerade durch die heterogene Zusammensetzung einer Lerngruppe, Möglichkeiten zum kooperativen und kollaborativen Lernen, welche durch den Einsatz von digitalen Medien eine neue Ebene erreichen. Die Kommunikation innerhalb einer Arbeitsgruppe kann über die digitalen Medien z.B. in Chatrooms, auch außerhalb der Unterrichtszeit erfolgen und Arbeitsergebnisse können an einem gemeinsamen Dokument über Google Docs bearbeitet und gemeinsam zu einem Endprodukt zusammengefügt werden. So führt beispielsweise ein krankheitsbedingtes Fehlen eines Gruppenmitgliedes im Unterricht nicht zwangsläufig dazu, dass das kranke Kind oder die gesamte Gruppe im Arbeitsprozess und Lernprozess zurückbleibt. Zusätzlich gestatten die digitalen Medien die Aufteilung von einzelnen Arbeitsschritten und begünstigen bei den Schülerinnen und Schülern die intrinsische (Lern-)Motivation, da die Aufgaben nach vorhandenem Interesse und Erfahrung im Anforderungsbereich unter den Gruppenmitgliedern vergeben werden können. Des Weiteren erlaubt es der Einsatz der digitalen Medien im Sachunterricht, Phänomene der belebten und unbelebten Umwelt genauer zu untersuchen, Informationsrecherche im Internet zu betreiben und demzufolge den Kindern wissenschaftliche Arbeits- und Forschungsmethoden aufzuzeigen, sodass die von der KMK (2016) geforderten Kompetenzbereiche (vgl. S. 10-13) im Unterricht vermittelt werden können.

Bei all dem Potenzial, welches die digitalen Medien für das Lernen im Sachunterricht mitbringen, zeigen sie auch Grenzen des Lernens auf. „Sie tragen zu einer zunehmenden Beschleunigung der Weltbegegnung bei“ (Gervé, 2015, S. 497), sodass darauf geachtet werden muss, dass der Einsatz der digitalen Medien die reale Sachbegegnung nicht ersetzt (vgl. Blaseio, 2017, S. 6). Des Weiteren muss der Unterricht von kompetenten Lehrkräften geplant werden, damit die digitalen Medien nicht ohne didaktische Überlegungen im Unterricht verwendet werden. Dazu bieten bereits einige Universitäten verpflichtende Veranstaltungen zur digitalen Bildung an, jedoch gilt es auch den derzeit praktizierenden Lehrkräften Möglichkeiten anzubieten, sich die Kompetenzen im Bereich der digitalen Medien anzueignen und sie dabei zu unterstützen. Der Blick in die Zukunft fordert, dass der (Sach- )Unterricht an Grundschulen die digitalen Medien als Werkzeuge und als Unterrichtsgegenstand thematisieren muss, um jedem Kind, mit oder ohne Behinderung, Migrationshintergrund etc., die „zukünftige Teilhabe und Gestaltung an der digitalen Gesellschaft“ (Irion/Kammerl, 2018, S.9) zu gewährleisten und um die Anschlussfähigkeit an die weiterführende Schule zu erfüllen (vgl. GDSU, 2013, S.10) .

Literatur

Blaseio, Beate (2017): Mit digitalen Medien lernen. Einsatz digitaler Medien im Sachunterricht. In: Grundschulunterricht. Sachunterricht, H.64. Jahrgang, Nr.2., S. 4-7.

Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU) (2013): Perspektivrahmen Sachunterricht. Julius Klinkhardt: Bad Heilbrunn.

Gervé, Friedrich (2015): Digitale Medien. In: Kahlert, Joachim, et al. (Hrsg.): Handbuch der Didaktik des Sachunterrichts. 2. Aufl., Julius Klinkhardt: Bad Heilbrunn, S. 496-500.

Gervé, Friedrich (2016): Digitale Medien als „Sache“ des Sachunterrichts. In: Peschel, Markus/Irion, Thomas (Hrsg.): Neue Medien in der Grundschule 2.0: Grundlagen- Konzepte-Perspektiven. Frankfurt am Main: Grundschulverband e.V., S. 121-134.

Irion, Thomas (2016): Digitale Medienbildung in der Grundschule. Primarstufenspezifische und medienpädagogische Anforderungen. In: Peschel, Markus/Irion, Thomas (Hrsg.): Neue Medien in der Grundschule 2.0: Grundlagen- Konzepte-Perspektiven. Frankfurt am Main: Grundschulverband e.V., S. 16-32.

Irion, Thomas; Kammerl, Rudolf (2018): In der digitalen Welt. Digitalisierung und medienpädagogische Aufgaben der Schule. Die Grundschulzeitschrift, 32. Jahrgang., Nr. 307., Friedrich-Verlag. S. 6-11.

Kultusministerkonferenz (2016): Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz. KMK: Berlin.

Schulz, Lea (2018): Digitale Medien im Bereich Inklusion. In: Lütje-Klose, Birgit/Riecke-Baulecke, Thomas/Werning, Rolf (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht. Grundlagen in der Sonderpädagogik. Seelze: Klett/Kallmeyer. S. 344-367.

Abbildungen

Abbildung 1: Medien als Unterrichtsgegenstand: Themenbereiche. In: Medienbedienung als Themenbereich. Gedanken zu Methoden und Unterrichtspraxis. In: Gervé, Friedrich (2016): Digitale Medien als „Sache“ des Sachunterrichts. In: Peschel, Markus/Irion, Thomas (Hrsg.): Neue Medien in der Grundschule 2.0: Grundlagen- Konzepte-Perspektiven. Frankfurt am Main: Grundschulverband e.V., S. 121-134.

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