Diklusions-Expertin - Sonderschullehrerin - Studienleiterin

Autor: Dr. Lea Schulz Seite 1 von 2

Konferenz Bildung Digitalisierung #KonfBD20

Im Rahmen der Konferenz Bildung Digitalisierung 2020 des Forum Bildung Digitalisierung durfte ich auf die Einladung von Jacob Chammon hin das Thema Diklusion im Rahmen eines Live-Podcasts von Jenny Dreier und Felix Felix Schubert darstellen. Der Podcasts wird in der Reihe Tabula Rasa erscheinen und ist bei Spotify und Apple Podcast abrufbar.

Café Moskau – live Podcast mit Tabula Rasa und Lea Schulz

Wichtige Aussagen in Kürze zusammengefasst:

  • Inklusionskinder gibt es nicht!
  • Jedes Kind bekommt das, was es braucht, um an Bildung teilzuhaben, um sich persönlich auf der Stufe der nächsten Entwicklung entwickeln zu dürfen.
  • Der Neologismus „Diklusion“ wurde von mir entwickelt, um ihn wieder abzuschaffen – Ziel ist es, dass digitale Medien und Inklusion zur Selbstverständlichkeit an Schulen werden.
  • Es kann keine „Grenzen“ von Inklusion geben. Inklusion ist eine Lebenseinstellung.
  • Kinder werden durch die Umstände, durch die Gesellschaft und das System „behindert„.
  • Ein diklusiver Unterricht bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Kollaboration.
  • Digitale Medien können für einige Schüler*innen Unterricht überhaupt möglich machen (Krankheit, psychische Probleme, Autismus, …).
  • Eine diklusive Schule für alle
  • Medenbildung ist notwendig zur Teilhabe an der Gesellschaft – von Kindesbeinen an! (ab der Kita!)
  • Eine digital-inklusive Haltung der Lehrkräfte muss ausgebildet werden, auch auf der Grundlage ihrer eigenen Biografie.
  • Corona gilt als Motor der Digitalisierung, aber auch als Hilfe, Lücken und Probleme in Bezug auf benachteiligte Kinder aufzuzeigen.
  • Individualisierung bedeutet auch Diagnostik und die Passung von Unterrichtsinhalten an die Kompetenzen der Schüler*innen für einen passgenauen Unterricht.
  • Diklusion ist auch außerhalb der Schule notwendig. Das Internet öffnet dafür neue Bildungsräume, die vorher eine Zugangsbeschränkung unterlagen (z.B. Universitäten).

Und hier meine sinngemäße Antwort zu den drei Abschlussfragen der beiden Moderatoren:

  1. Mit wem würdest du gerne mal über Bildung diskutieren? Und was würdest du diese Person fragen?

Ich möchte mit Jörg Dräger diskutieren. Im Jahr 2012 gab es eine Expertenrunde Vorstand Bertelsmann Stiftung (damals war ich noch Beraterin bei bettermarks). Er präsentierte eine Zusammenstellung von digitalen Errungenschaften in anderen Ländern, die er selbst bereist hatte – WARUM haben wir davon nicht gelernt? Warum ist davon nichts umgesetzt worden? Wie schaffen wir es, dass Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und der Bildungsbereich gemeinsam an einen Tisch kommen?

2. Was möchtest du in deinem Leben noch lernen?

Ich möchte gerne programmieren lernen. Ich habe so viele Ideen – und kann sie nicht umsetzen. Und ich möchte ein noch besseres Verständnis für das Digitale dadruch entwickeln!

3. Wir wollen mit unseren Gästen einen optimalen, zukunftsfähigen Stundenplan erstellen – wenn du also ein Schulfach einführen könntest in diesen Stundenplan, welches wäre es?

Da muss ich leider passen. Meines Erachtens gibt es keine Fächer. Ich würde in Projekten, fächerübergreifend lernen mit gewissen Eigenlernzeiten – kompetenzorientiert. Eine bedeutsame, vorbereitete und analog-digitale Lernumgebung ist notwendig.

Workshop „#Diklusion – der Weg zu einer digital-inklusiven Schule“

Im Anschluss habe ich eine 90-minütigen Session durchgeführt, die sich rund um die diklusive Schule, die diklusiven Kompetenzen von Lehrkräften und einer Kultur der Diklusivität drehte. Wie muss sich Schule diklusiv wandeln? Welche Kompetenzen brauchen unsere Lehrkräfte dafür und was sind Beispiele für Szenarien eines guten diklusiven Unterrichts.

Workshop #Diklusion bei der Konferenz Bildung-Digitalisierung

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Lea Schulz: kontakt@leaschulz.com

Kultur der Diklusivität

Schulmedientage in Niedersachsen – eine Einführung in das Thema #Diklusion

Bei den Schulmedientagen habe ich eine Einführung anhand eines Vortrags zum Thema #Diklusion erstellt. In einem Schnelldurchlauf wurden einige Aspekte der „9 Aspekte für einen guten diklusiven Unterricht“ mit Leben gefüllt.

9 Aspekte eines diklusiven Unterrichts
Neun Aspekte eines diklusiven Unterrichts – nach Schulz und Beckermann 2020

Fazit des Vortrags war, dass eine diklusive Schule abhängig ist von einer veränderten Kultur in Schule, einem veränderten Umgang mit Diversität und Vielfalt sowie in der Verwendung digitaler Medien in inklusiven Kontexten. Die Haltung von Lehrkräften, die Offenheit von Schule und System sowie die veränderte Lernkultur eröffnen eine Kultur der Diklusivität. Der Vortrag ist mit Praxisbeispielen aus den jeweiligen Bereichen gespickt.

Literatur

Schulz, L. & Beckermann, T. (2020). Inklusive Medienbildung in der Schule. Neun Aspekte eines guten diklusiven Unterrichts. Computer und Unterricht (117), 4-8.

Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In Lütje-Klose, B., Riecke-Baulecke, T. & Werning, R. (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht, Grundlagen in der Sonderpädagogik (S.344–367). Seelze: Klett/Kallmeyer.

Schulz, L. (2020a i. Vorb.). Diklusive Schulentwicklung. Erfahrungen und Erkenntnisse der digital-inklusiven Multiplikatorenausbildung in Schleswig-Holstein. Eingereicht an H. Schaumburg und C. Filk für das Themenheft „Inklusiv-mediale Bildung in schulischen Kontexten – eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme“. Unveröffentlichtes Manuskript für die Zeitschrift Medienpädagogik.

Schulz, L. (2020b). Experteninterviews mit 11 Medienbeauftragten von Förderzentren in Schleswig-Holstein. (unveröffentlichte Transkription)

Bosse, I. (2019). Digitalisierung und Inklusion. Schule inklusiv 4, S.4–9.

Bosse, I., Schluchter, J.-R. & Zorn, I. (2019). Handbuch Inklusion und Medien- bildung. Weinheim: Beltz Juventa.

Bildungsbe(nach)teiligung durch den Einsatz digitaler Medien

Im Interview mit Aladin El Mafaalani wurden die digitalen Medien und unsere aktuelle Schullandschaft von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Hier geht es zum Interview für den Verband der Sonderpädagogik in Schleswig-Holstein.

Einige Erkenntnisse:

  • Familie und das soziale Umfeld der Schüler*innen sind wesentlich für den Erfolg in der Schule verantwortlich.
  • Deutschland ist gar nicht so schlecht dran – kann aber noch viel besser.
  • Deutschland hat bei bildungsbenachteiligten Kindern noch ein Potenzial an Talenten und Exzellenz zu entdecken, das derzeit nicht ausgeschöpft wird.
  • Digitale Medien können eine Benachteiligung verhindern (insbesondere adaptive Medien und vor allem Medien im Verwaltungsbereich und in der strukturellen Umgebung von Schule).
  • Multiprofessionelle Teams an Schulen könnten der Schlüssel sein!
  • und vieles mehr 🙂 – schaut doch mal rein!

Bildquelle: AkrimFAladin El-Mafaalani, ausgeschnitten von Lea Schulz, CC BY-SA 4.0

DUDEN’s Learnattack

Ein Beitrag von Anna-Sofia Zimmermann (Studierende an der Europa-Universität Flensburg)

Das Tool „Learnattack“ ist ein Online-Tool des Anbieters „DUDEN“. Es bietet professionelle Lernhilfe für 9 verschiedene Fächer: Mathematik, Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Latein und Physik. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler von der 4. Klasse bis zum Abitur.

Kosten

Nach der Anmeldung erhält der Lernende ein individuell personalisiertes Lernprofil, mit allen Aktivitäten, Lernfortschritten und Erfolgen, sowie Hilfen für den weiteren Lernweg. Vor der kostenpflichtigen Registrierung steht eine 48h-Testversion zur Verfügung. Bei der Registrierung stehen verschiedenen Abonnements zur Verfügung: Alle Abonnements sind in der Vertragslaufzeit variierbar, wobei auch die Preise variieren. So ist das Premium Abonnement mit einer 24-monatigen Vertragslaufzeit für 9,88€ monatlich erhältlich und beinhaltet alle 9 Fächer ab der 4. Klasse mit über 40.000 Lernvideos und Übungen, sowie Original-Klassenarbeiten, Lernpakten zu jedem Schulthema und einen Schülerbereich mit Lernvorschlägen. Im Premium-Plus Abonnement kommt ein Elternbereich mit Lernstatistiken, sowie eine Hausaufgabenhilfe per WhatsApp und ein Vokabeltrainer von phase6. Dieses Abonnement kostet für eine 24-monatige Vertragslaufzeit 12,80€.Ein exklusives PremiumPlus Abonnement inklusive Studienkreis liegt bei monatlich 97,38€ und beinhaltet Einzelunterricht per Skype durch den Studienkreis (45 Minuten pro Woche).

Inhalte von Learnattack

Ziel des Tools ist es nun Wissenslücken zu schließen, sowie durch die effektive und flexible Gestaltung der Lernphasen mehr Lernmotivation zu schaffen und gleichzeitig mit Spaß Noten zu verbessern. Im Lernprozess stehen dem Lernenden nun etliche Lern- bzw. Erklärvideos zur Verfügung, welche komplexe Themen per Schritt-für-Schritt-Anleitung leicht und verständlich erklären. Durch die Möglichkeit der Wiederholung kann sich die bzw. der Lernende durch diese Videos auf Klassenarbeiten und Prüfungen vorbereiten.

Zusätzlich stehen viele interaktive Übungen zur Verfügung, um Gelerntes zu festigen. Unter diesen Übungen finden sich etliche Klassenarbeiten und Tests mit Lösungen für alle Klassenstufen ab der 4. Klasse, die heruntergeladen und ausgedruckt oder online bearbeitet werden können.

Für die eigene Recherche stehen etliche Lexikon-Artikel im Schülerlexikon zur Verfügung, die Fragen zu allen Fächern beantworten und Fachbegriffe zu diesen erklären. Über Hyperlinks kann man hier nun auch direkt zu zugehörigen weiterführenden Erklärungen, Videos und allen möglichen Übungen gelangen.

Schüler-Journal und Eltern-Magazin

Eine weitere Hilfe bietet das Schüler-Journal. Hier schreiben Schülerinnen und Schüler für andere Schülerinnen und Schüler. So können hier bspw. Zusammenfassungen über Bücher etc. gefunden werden. Auch finden sich hier weiterführende Informationen in einer schnellen Recherche-Möglichkeit. Informationen finden sich hier auch zu Methoden, Zukunftsplanung, Lern-Tipps und vielem mehr.

Das Eltern-Magazin biete viele Hilfen für Eltern und klärt bspw. etliche Fragen rund um das Thema Homeschooling während der Corona-Krise. Es finden sich aber auch Hilfen in den Bereichen Schul- und Familienalltag, Erziehung und Entwicklung, Medien und lernen, Jugend und Gesellschaft, sowie Freizeit und Tipps. Jedoch wirken das Eltern Magazin und das Schüler Journal sehr überfüllt und dadurch unübersichtlich.

Online-Nachhilfe

Sollten diese Hilfen dem oder der Lernenden noch nicht ausreichend geholfen haben, steht noch eine Online-Nachhilfe über WhatsApp zur Verfügung. Diese ist für alle PremiumPlus- Kunden im Tarif inklusive und wird von professionellen Nachhilfelehrkräften betreut, die individuell auf die Fragen der Lernenden reagieren können. Alle PremiumPlus-Kunden können hier montags bis freitags von 14Uhr bis 19Uhr kostenlos unter einer bestimmten Nummer die WhatsApp-Nachhilfe mit einer konkreten Frage kontaktieren. Nach kurzer Wartezeit hilft ein Experte des jeweiligen Faches weiter, ohne direkt Lösungen zu verraten. Zur Verfügung stehen hier jedoch lediglich die Fächer Mathe, Deutsch und Englisch. Testbar ist die WhatsApp-Nachhilfe innerhalb der 48h Testversion für lediglich 30Minuten.

Qualität

Generell sind alle Lerninhalte durch die Suchleiste leicht zu finden. So wird der bzw. die Lernende schnell zu passenden Lernvideos, Übungen und Klassenarbeiten geführt. Der Lernstoff ist hier in kleinere Portionen aufgeteilt und baut auf bereits vorher Gelerntes auf, indem stets gesagt wird, was die Basis für den neuen Lernstoff darstellt.

Das Tool „Learnattack“ beruft sich auf eine hohe „DUDEN“-Qualität, indem die hohen Standards von DUDEN und Cornelsen bei der Erstellung der Videos und Übungen angesetzt werden. Zusätzlich werden alle Lernwege didaktisch geprüft.

Learnattack im Unterricht

Im Unterricht ist „Learnattack“ vielfältig einsetzbar. Gerade in Zeiten der Corona-Krise macht Learnattack das Lernen im Homeschooling einfacher. „Learnattack“ bildet zudem eine ideale Ergänzung zum regulären Schulunterricht und kann den Lernenden bei der Vor- und Nachbereitung des Lernstoffes helfen.

So kann die Lehrkraft für die Klasse Lernpakete zusammenstellen und per E-Mail oder per Messenger an die Lernenden verschicken. Auch behält die Lehrkraft durch den Lehreraccount einen Überblick über die Leistungen und Aktivitäten der Lernenden.
Dies ist auch außerhalb des Corona-Homeschooling eine sinnvolle Unterrichtsergänzung. So kann die Hausaufgabenarbeit ganz einfach über das Tool erledigt und von der Lehrkraft direkt kontrolliert werden.

Aber auch zur Vorbereitung eines Referates oder für Gruppenarbeiten kann das Tool unkompliziert im Unterricht eingesetzt werden. Mit den verschiedenen Lernwegen kann sich eine Schülergruppe leicht in ein Thema einarbeiten und dieses der Klasse im Anschluss vorstellen.

Diklusion

Im Kontext „Diklusion“ ist das Tool „Learnattack“ bspw. zur Differenzierung und Individualisierung einsetzbar. Mithilfe differenzierter Lernpläne kann die Lehrkraft so auf die individuellen Bedürfnisse und Wissenslücken der einzelnen Individuen eingehen, um sie so differenziert zu fordern und zu fördern.

So wird stets Vorwissen aktiviert, bevor der neue Lernweg bestritten wird, um so individuelle Wissenslücken zu schließen und das individuelle Verstehen differenziert zu fördern. Allerdings bleibt fraglich, wie die einzelnen Lernwege auf dem individuellen Lernweg bei aufkommenden Lernschwierigkeiten noch differenziert und angepasst werden können.

Ein großer Vorteil des Tools besteht in der Wiederholungsmöglichkeit der Lerninhalte und der Kombination von verschiedenen Medien, in Form von Sprache und Bild in den Lernvideos (Hinweis der Seiteninhalberin: Hierfür sollte speziell im Unterricht der Umgang mit Erklärvideos thematisiert werden.). Auch bietet das Tool zentrale Inhalte und überlässt die Lernenden somit nicht der enormen Informationsflut des Internets. Trotzdem scheinen alle relevanten Informationen bis zum Abitur gebündelt enthalten zu sein.

Auch bilden die Schritt-für-Schritt-Anleitungen der Lernwege eine gute Orientierung, um in einer strukturierten Ordnung die Lerninhalte anzueignen und für eine gewisse Routine zu sorgen. Doch besteht auch hier weiter die Frage, inwiefern diese Lernwege auf dem bereits begonnen Lernweg individuell differenziert und angepasst werden können. Die Lernwege geben dem Schüler bzw. der Schülerin genaue Angaben zum Schwierigkeitslevel und versuchen dieses langsam, jedoch stetig zu erhöhen, um für zielgerechtes Üben und praktische Wissensanwendung zu sorgen. Zusätzlich erhalten die Lernenden direktes Feedback, welches ihnen begründet warum etwas richtig oder falsch ist und Empfehlungen für den weiteren Lernweg gibt.

Einordnung in das Ebenenmodell einer diklusiven Schule

Digitale Medien in der inklusiven Schule ermöglichen Teilhabe in allen heterogen Lerngruppen und ermöglichen ein passgenaueres Unterrichten (vgl. Schulz 2018: 350). Im Ebenenmodell (nach Schulz 2018: 344-367) ist das Tool Learnattack auf der Stufe des „Lernen mit Medien“ zwischen Stufe 2 (Lernebene) und Stufe 3 (Lerngruppe) anzuordnen (vgl. ebd.: 347ff.)

Die Stufe der Lernebene beschreibt hierbei die Individualisierung von Lernprozessen (vgl. ebd.: 350f.). Die Schülerinnen und Schüler lernen an sie angepasste Inhalte individuell in der Zone ihrer nächsten Entwicklung (vgl. ebd.: 352). So kann im Unterricht für Differenzierung und einen selbstgesteuerten Lernprozess gesorgt werden (vgl. ebd.: 351; 357). Ebenso wie das Tool „Learnattack“ enthalten viele der in dieser Stufe des Ebenenmodells befindlichen Tools bereits Inhalte und bilden sog. Adaptive-Lern-Systeme (vgl. ebd.: 357). Es handelt sich um Tools, die den Lernenden direkte Instruktion, Übungen, Videos etc. und direktes Feedback vermitteln (vgl. ebd.: 351f.) Auch passen sich diese Tools teilweise an die Lernenden an, erkennen Stärken und Schwächen und bietet Förderangebote. Jedoch sind sie, wie auch „Learnattack“ nicht immer kostenfrei und können wie hier sehr hohe Kosten umfassen.

In der Stufe der Lerngruppe werden Medien als Werkzeug eingesetzt zur Kooperation oder zur Kollaboration (vgl. ebd.: 354). Lernen geschieht hier gemeinsam auf gruppenbezogener Ebene (vgl. ebd.: 347). Das Tool „Learnattack“ bietet auf dieser Ebene Möglichkeiten zur gemeinsamen Einarbeitung in ein Thema, bspw. als Referatsvorbereitung.

„Learnattack“ passt sich an den Lernrhythmus und die Lerngeschwindigkeit der Lernenden an und geht somit auf die individuellen Bedürfnisse des Individuums ein (vgl. ebd.: 350). „Das Lernen mit Medien bietet eine Chance, diese Form der Adaptivität zu leisten, um selbstgesteuertes und unabhängiges tägliches Lernen in der Schule zu ermöglichen“ (ebd.)

So bietet das Tool „Learnattack“ einige Bereicherungen für einen heterogenen Unterricht. Dadurch das an den individuellen Lernbedürfnisse des einzelnen Lernenden angesetzt wird, kann jeder Schüler und jede Schülerin an seinen ganz individuellen Wissenslücken arbeiten und so individuell dafür sorgen, die Noten zu verbessern und im Unterricht den Anschluss nicht zu verlieren. Jedoch bleibt fragwürdig, ob das Tool für ein Kind mit Beeinträchtigungen zum gleichen Ziel führt, wie für ein Kind ohne solch eine Beeinträchtigung. Da es sich bei dem Tool lediglich um ein „Nachhilfe-Tool“, aber nicht um ein assistives Medium handelt, muss bezweifelt werden, dass es sich auch tatsächlich für einen diklusiven Unterricht eignet. Fest steht jedoch, dass das Tool „Learnattack“ eine Bereicherung für jenen Unterricht sein kann, der alle Lernenden mitnehmen und auf ihren individuellen Bedürfnissen fördern möchte.

Literatur

Schulz, L. (2018): Digitale Medien im Bereich Inklusion. In: Birgit Lütje-Klose, Thmoas Riecke-Baulecke & Rolf Werning (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht. Grundlagen in der Sonderpädagogik. Seelze: Klett/Kallmexer. S.344-367.

Redaktionell überarbeitet (Links, Überschriften) durch Dr. Lea Schulz

Anmerkung von Dr. Lea Schulz: Alleine die hohen Kosten des Tools sind wenig inklusiv, wenn sie von den Eltern getragen werden sollen, da die Schülerinnen und Schüler aus armen Haushalten sich ggf. diese Form der Unterstützung nicht leisten können. Ein weiterer Nachteil ist, dass dieses System mehr ein Pflaster für das erkrankte Schulsystem ist, es fördert keine kreativen innovativen neuen Lernprozesse, sondern unterstütz die Schülerinnen und Schüler darin im „veralteten“ Schulsystem zu überleben. Dennoch gibt es sicherlich Lernszenarien, die einen Einsatz eines so umfassenden Lernsystems rechtfertigen, insbesondere wenn es um kurzfristige Erfolge und weniger um die Revolution des Bildungssystems geht.

Sprechblase

Aladin El-Mafaalani und ich beim Community-Call am Digitaltag!

Digitale Schulentwicklung – Katalysator für Bildungsgerechtigkeit

Ihr habt die Diskussionsrunde verpasst? Hört euch hier noch einmal an, wie Jacob Chammon (Forum Bildung Digitalisierung), Aladin El-Mafaalani (Universität Osnabrück) und ich über die Chancengerechtigkeit in der Bildung unter dem Aspekt der Digitalisierung besprochen haben. Vom Roboter, der habitusneutral unterrichtet, über multiprofessionelle Teams bis hin zu Chancen digitaler Medien in Schulen für die Inklusion – von allem etwas dabei!

Und: Fortsetzung folgt! Jacob lädt uns als Keynotes ein zur „Konferenz Bildung Digitalisierung 2020“. Wir sind sehr gespannt. Einen Dank an Aladin und Jacob für das bereichernde Gespräch mit reichhaltigem Perspektivwechsel auf allen Ebenen!

Hier geht es zum Video.

Beschreibung des Forum Bildung Digitalisierung

„Die Erfahrungen der flächendeckenden Schulschließungen und des Lernens von zuhause zeigen deutlich, dass viele Schulen in Deutschland noch am Anfang stehen: digitale Medien und eine zeitgemäße Lernkultur sind noch längst nicht selbstverständlicher Teil des Schulalltags. Studien zeigen, dass der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wie in kaum einem anderen OECD-Land von der sozialen Herkunft abhängt. Für Schüler*innen vor allem aus finanziell schwächeren, weniger bildungsaffinen Familien oder mit besonderen Förderbedarfen besteht nun noch mehr die Gefahr, den Anschluss zu verlieren und bildungsbiografische Lücken aufzubauen, die nur schwer wieder zu schließen sein werden. Wie kann der aktuelle Digitalisierungsschub dazu beitragen, den Blick auch für Fragen der Bildungsgerechtigkeit zu schärfen? Wie können Schulen, Schulträger, politische Entscheider*innen und die Zivilgesellschaft einen aktiven Beitrag leisten, um verschiedene Formen sozialer Ungleichheit gezielt auszugleichen? Wie können wir eine neue Lernkultur stärken, die auf Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit ausgerichtet ist? Welchen Beitrag können digitale Medien dafür in der Unterrichtsentwicklung spielen und eine zeitgemäße Lernkultur für die Schulentwicklung insgesamt? Darüber spricht Jacob Chammon, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung und ehemaliger Schulleiter der Deutsch-Skandinavischen Gemeinschaftsschule in Berlin gemeinsam mit dem Experten für Bildungsgerechtigkeit, Professor für Erziehungswissenschaft und Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück und „Mythos Bildung“-Autor Aladin El-Mafaalani und der Studienleiterin am Institut für Qualitätsentwicklung für Schulen in Schleswig-Holstein und Vorreiterin für DiKlusion (Digitale Medien und Inklusion) Lea Schulz.“

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Logo Diklusion

#diklusion und Fernunterricht

Mein Vortrag auf der #mololdigital am 17.06.2020

Die erste vollkommen digitale #molol (Link) hat nun bereits zum dritten Mal „getagt“ – und das Thema #diklusion war ebenfalls vertreten! 😀

Das Webinar hat über Zoom stattgefunden und wurde im Nachhinein an einigen Überleitungsstellen gekürzt.

Hier findet ihr meinen Vortrag zum Thema:

#diklusion auf Distanz: Digital-inklusive Ideen für den Unterricht aus der Ferne

„Von Samuel habe ich seit März nix mehr gehört. Annabel schickt nie Aufgaben. Suse darf am Präsenzunterricht nicht teilnehmen und Kurt versteht die Aufgaben nicht. Mary hört in den Videokonferenzen fast gar nichts. Ein wahrer Flickenteppich.“

Welche Schüler*innen werden durch den Fernunterricht in Bezug auf die Teilhabe an Bildung benachteiligt? Was muss ich als Lehrende beachten? Manchmal sind es wenige kleine Tricks, die einen Online-Unterricht diklusiv werden lassen. Ihr erhaltet einen Überblick über ein paar grundlegende Ideen, Tools und „barrierefreie“ Praxiserfahrungen für den Fernunterricht für ALLE Schüler*Innen eurer Klasse. Dies Angebot richtet(e) sich „ganz inklusiv“ an Lehrkräfte ALLER Schularten, die mit ihrem Unterrichtsangebot ohne Ausnahme alle Lernenden erreichen wollen.

Die Folien und Dokumente könnt ihr euch hier herunterladen:

Hygiene-Maßnahmen

Über Corona sprechen…

ODER Lieder, Bilderbücher und Co. rund um das Corona-Virus

Unsere Schüler*innen kommen wieder in die Schule – teils entspannt, teils vollkommen vereinsamt, gelangweilt, teils aber auch verängstigt und unsicher. Besonders Schüler*innen mit kognitiven Einschränkungen, aber auch Kinder, deren Eltern sie nicht ausreichen über Corona, COVID-19 und die Pandemie aufgeklärt haben, haben ungesteuerte Ängste. Andere müssen dagegen sensibilisiert werden, wie sie sich in der Welt angemessen verhalten können, ohne der Gefahr einer Ansteckung ausgeliefert zu sein. Andere wiederum haben sich von den Fake-News in den sozialen Netzwerken, im Internet oder als ungefilterte Wiedergabe eigener Familienmitglieder irritieren lassen.

Aus diesem Grund sollte in der Schule Corona dringend mit den Schüler*innen thematisiert werden. Somit werden Ungereimtheiten geklärt, Fake-News verstanden und ausgehebelt, und ggf. auch Auswirkungen der Pandemie und die damit verbundenen Ängste klarer gefasst.

Hier möchte ich euch eine kleine Sammlung mit Vorschlägen zur Arbeit mit euren Schüler*innen – insbesondere im diklusiven (digtal-inklusiven) Kontext zusammenfassen. Die Sammlung wird beständig ergänzt. Ihr habt weitere Vorschläge? Sendet sie mir gerne zu oder schreibt sie unten in die Kommentare.

Das hier ist eure Übersicht:

  1. (Bilder-)Bücher
  2. Videos, Filme, …
  3. Unterrichtsmaterial
  4. Info-Seiten für Kinder
  5. Fake-News
  6. Lieder und Reime

(Bilder-)Bücher

Videos, Filme, …

Die Sendung mit der Maus hat einen ganze Reihe an kleinen Erklärvideos zusammengestellt – und ganz hervorragend anschaulich für Kinder aufbereitet. Themen sind bspw. „Gibt es Medikamente gegen das Corona-Virus?“, „Woher kommt das Virus?“ oder „Welche Symptome hat man bei COVID-19?.

Auch LOGO! erklärt in verschiedenen Beiträgen, was das Corona-Virus ist und wie wir uns verhalten müssen.

Der WDR hat ebenfalls einen Beitrag extra für Kinder erstellt.

Die Stadt Wien erklärt in einem süß-anmierten Filmchen den Kindern, was es mit COVID-19 auf sich hat.

Eurac Research hat ebenfalls einen animierten Film erstellt.

In diesem Film werden die Kinder, die wieder zurück in die Schule kommen über Veränderungen, die sie im neuen Schulalltag erwarten, aufgeklärt.

Eine Reportage für Kinder rund um das Corona-Virus wurde von Checker-Welt erstellt.

Im Infofilm „Kinderfragen und Antworten zu Corona“ antwortet Franziska Giffey auf Kinderfragen im Interview.

Psychische Folgen von Corona und was zu tun ist“ – in 3 Minuten erklärt für Kinder von 6 bis 12 und für Jugendliche

Verschiedene Beiträge im „Info-Netz“ für Kinder vom SWR

Auch der NDR bringt in den Nachrichten für Kinder die neuesten Informationen über die Lockerungen, über die Ansteckungsgefahr und die neuen Regeln.

Unterrichtsmaterial

Auf der Seite von metacom gibt es viele Ideen zum Thema Infektionsschutz und Co. – mit den wundervollen metacom-Symbolen besonders für die Grundschule oder auch den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung geeignet.

Der Bildungsserver hat ebenfalls eine Sammlung zum „Corona-Virus“ zusammengestellt.

Etwas anspruchsvoller kommen die Kopiervorlagen vom Verlag an der Ruhr daher – diese können aber von den Kindern direkt bearbeitet werden (leider nicht kostenfrei – 6,99 €).

Info-Seiten für Kinder

Das GEO-Magazin hat eine Informationsseite mit knapp gehaltenen Informationen rund um das Virus zusammengestellt. Außerdem gibt es auch einen Podcast zum Thema.

Eine hervorragende Zusammenstellung verschiedenster Quellen zum Corona-Virus für Kinder bietet die Seite „Seitenstark„.

Die Suchmaschine „Blinde Kuh“ hat ein paar Surftipps zum Corona-Virus für Kinder zusammengestellt.

Die ZEIT hat das Corona-Kinderlexikon erstellt.

Auch die Bundesregierung bemüht sich um einfache Sprache zur Information über das Corona-Virus.

Der Spiegel erklärt ebenfalls das Corona-Virus für Kinder.

Fake-News

Das #twitterlehrerzimmer war wieder fleißig – und hat eine unglaubliche Sammlung zum Thema Fake-News und Corona in einem Padlet zusammengefasst. Dieses Riesen-Sammlung umfasst Videos, Podcasts, Texte, Reime, Materialien usw. – zur Identifikation falscher Meldungen. Je nach kognitivem Verständnis müssen viele der Materialien ggf. aufbereitet und vereinfacht werden.

Nachrichten über die Pandemie in einfacher Sprache findet ihr auf nachrichtenleicht.

Lieder und Reime

Ganz vorne weg: Der Corona-Song der Friholtschule in Flensburg (Förderzentrum Geistige Entwicklung), meiner Heimatstadt. TOLL!

Ich steck dich nicht an – du steckst mich nicht an“ von Hurra Kinderlieder

Wasch dir deine Hände“ – eine Übersetzung des finnischen Kinderlieds

Wasch uns“ von Hurra Kinderlieder zum Thema Händewaschen

Sehr rockiger Beitrag über das Zuhausebleiben

Ein Bildgedicht… (sprachlich etwas anspruchsvoller).

Agent Blitzblank“ und das Lied „Hände waschen – Hände nass“ von der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

Ihr habt noch weitere Ideen? Schreibt sie mir gerne in den Kommentaren :).

Corona-Virus

Teilhabe während des Fernunterrichts in der Corona-Krise

Mit den Schulschließungen und dem damit einhergehenden Fernunterricht, der auch immer wieder als sogenanntes Home-Schooling betitelt wird, kommt die Frage der Teilhabe von einigen Schülerinnen und Schülern an der Bildung auf. Bildungsgerechtigkeit – Chancengleichheit – Schulschließungen… wo ist der Fehler?

Viele Schülerinnen und Schüler haben schwerwiegende Schwierigkeiten bildungsrelevante Inhalte zuhause zu erwerben. Nach vielfältigen Befragungen insbesondere von Sonderschullehrkräften haben einige Schüler*innen eine Reihe Schwierigkeiten, im Fern-Unterricht an Bildung teilhaben zu können.

Besonders Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Haushalten und/oder jene mit verschiedenen Förderbedarfen werden durch die Corona-Krise abgehängt. Einige der folgenden Aspekte spielen dabei eine Rolle:

Unzureichendes Arbeitsmaterial

Einige Schüler*innen…

  • verfügen nicht über eigene digitale Endgeräte.
  • müssen sich die Endgeräte mit den anderen Familienmitgliedern teilen.
  • haben zum Ausdrucken von Material häufig keinen Drucker zur Verfügung.
  • haben ggf. keinen Zugang zu WLAN.

Schwierigkeiten mit dem inhaltsbezogenes Lernen im Fernunterricht

Einige Schüler*innen…

  • können nur über die direkte Anschauung lernen und sind mit Arbeitsbögen, Texten usw. überfordert.
  • haben keinen Zugriff auf das Anschauungsmaterial, wie bspw. die Rechentafel, die sich in der Schule befindet.
  • benötigen zum Lernen zwingend Motivatoren, z.B. durch die Lerngruppe oder die Lehrkräfte.
  • benötigen vielfältige Erklärungen und Visualisierungen in einzelnen Schritten.

Häusliche Unterstützung

Einige Schüler*innen

  • erfahren keinen strukturierten Tagesablauf im Haus
  • werden nicht beim Aufstehen unterstützt.
  • erhalten keine regelmäßige Mahlzeiten.
  • müssen ggf. auf kleinere Geschwister aufpassen.
  • haben keinen ruhigen Platz zum Arbeiten, wie z.B. ein eigenes Kinderzimmer mit Arbeitsplatz.
  • werden von den Eltern weder inhaltlich (beim Verständnis der Aufgaben) noch strukturell (z.B. Einteilung der Aufgaben über den Tag/die Woche oder beim Bedienen der digitalen Lernprogramme) unterstützt.
  • die Deutschkenntnisse der Eltern reichen für die inhaltliche Unterstützung nicht aus.

Psychische Belastung

Einige Schüler*innen…

  • haben ggf. Sorgen und Ängste in Bezug auf die Corona-Pandemie, die mit ihnen nicht ausreichend besprochen wurden.
  • erfahren durch die Beengtheit großen seelischen Druck durch die Familie.
  • erfahren ggf. häusliche Gewalt.

Schlechte Erreichbarkeit

  • Das Telefon wird nicht abgenommen.
  • Die Online-Aufgaben werden nicht eingereicht.
  • Auf E-Mails wird nicht reagiert oder die Familie hat keine E-Mailadresse.

Erste Hilfe?

Eine erste Hilfe wird durch das BMBF angekündigt – es werden 500 Mio. Euro vom Bund bereitgestellt, um das digitale Lernen bereit zu stellen. Damit sollen unter anderem bedürftigen Kindern Endgeräte zur Verfügung gestellt werden. Jedes Kind erhält dafür 150 Euro. Die Übergabe an die Länder wird noch verhandelt.

Dies ist sicherlich ein erster sinnvoller Schritt in die richtige Richtung – meines Erachtens reicht dies noch lange nicht aus! Wenn wir eine chancengleiche Bildung erreichen wollen, müssen wir auch die (digitalen) Lernmittel für alle Schüler*innen zur Verfügung stellen.

Ein erster Schritt haben einige Schulen im Alleingang beschritten: Es wurden „digitale“ Spenden gesammelt, Firmen haben Schüler*innen alte digitale Endgeräte zur Verfügung gestellt, Schulen leihen bedürftigen Schüler*innen Endgeräte wie Tablets oder Laptops für die Zeit der Schulschließungen aus, einige Städte und Kommunen gewähren eine Bezuschussung digitaler Endgeräte.

Was können Lehrkräfte tun?

Die Handlungsspielräume der Lehrkräfte in der Corona-Krise erscheinen beschränkt. Die Schüler*innen oder auch die gesamte Familie können durch die Kontaktsperre vom Sichtfeld verschwinden. Es sind mehr Schüler*innen zu betreuen als es über die Ferne in einer angemessenen Intensität von Nöten ist. Nicht umsonst fordert Klaus Klemm, dass besonders sozial-benachteiligte Schüler*innen zu den ersten Schülergruppen gehören sollten, die die Schulen wieder besuchen dürfen.

Dennoch ist es möglich, Rücksicht auf benachteiligte Schüler*innen zu nehmen.

Arbeitsmaterial

In Bezug auf das Arbeitsmaterial ist wichtig, zunächst die digitalen Möglichkeiten der Schüler*innen zu erfragen und auf der Grundlage dessen den Fernunterricht individuell zu planen und zuzuschneiden. Ggf. ist in Erwägung zu ziehen, inwieweit eine Technikspende oder eine Ausleihe von digitalen Endgeräten durch die Schule realisiert werden kann.

In der JIM-Studie konnte bei Befragungen von 12 bis 19-jährigen Jugendlichen aufgezeigt werden, dass in 99% der Haushalte ein Smartphone sowie in 98% der Haushalte ein Laptop sowie WLAN vorhanden sind.

Geräte-Ausstattung im Haushalt - JIM-Studie 2019
Geräte-Ausstattung im Haushalt – JIM-Studie 2019 (Quelle)

Je nach Alter besitzen zwischen 84 und 99 % der Jugendlichen sogar ein Smartphone und können zu 76 bis 97 % auf das WLAN zugreifen.

Gerätebesitz Jugendliche JIM 2019
Gerätebesitz Jugendlicher nach Alter differenziert – JIM-Studie 2019 (Quelle)

Daraus lässt schließen, dass es möglicherweise der beste Weg für Kommunikation und Bereitstellung von Arbeitsmaterial das Smartphone ist. Hieraus folgt:

  • Bei Verwendung von jeglichen Anwendungen (bspw. Videokonferenztools, wie Jitsi, Webex und Co.) darauf achten, dass diese auch auf dem Smartphone verwendet werden kann.
  • Möglichst keine Arbeitsbögen zum Ausdrucken bereitstellen – oder alternativ sicherstellen, dass die Bögen auf anderem Wege (per Post) zu den Lernenden gelangen.
  • Ggf. auf kostenfreie Apps zurückgreifen, wie die Anton-App.

Außerdem können Eltern die Schüler*innen ggf. nicht darin unterstützen eine Software zu installieren (aus den verschiedensten Gründen). Daher ist es besonders sinnvoll bei Videosoftware darauf zu achten, dass diese am besten über einen Link oder alternativ über eine App, aber nicht zwingend ausschließlich durch eine Software auf dem Laptop zur Verfügung gestellt wird.

Inhaltsbezogenes Lernen

Besonders Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten fällt es besonders schwer, sich selbst einen Lernplan zu erstellen. Daher ist es sinnvoll bei der Bereitstellung von Material folgendes zu berücksichtigen:

  • Die Arbeitsmaterialien sollten zusätzliche Hilfen enthalten, die den Schüler*innen vorgeschlagen werden: „Was kann ich tun, wenn ich diese Aufgaben nicht lösen kann?“ Als Hilfestellung kann auf Seiten im Buch, auf Freunde z.B. via Telefon/Messenger, auf Erklärvideos oder hilfreiche Webseiten verwiesen werden.
  • Die Aufgaben sollten schrittweise aufgebaut werden (z.B. im Rahmen eines Kompetenzrasters).
  • Die Aufgaben sollten, wie im Unterricht auch, für die einzelnen Schülergruppen differenziert dargeboten werden.
  • Besonders Schüler*innen mit kognitiven Einschränkungen benötigen Anschauung: Es sollte unterschiedliches Anschauungsmaterial (als App, Realgegenstände, Bilder, Videos, …) zur Verfügung gestellt werden.
  • Erklärvideos: Den Schüler*innen sollte vor dem Einstellen von Erklärvideos erklärt werden, wie sie mit diesen Videos umgehen (schauen, anhalten, zurückspulen, von Vorne sehen, eigenes Verständnis prüfen usw.).
  • Die Schüler*innen benötigen eine Tagesstruktur. Es sollte überlegt werden, wie die Schüler*innen ihre Aufgaben in der Woche und auch innerhalb eines Tages planen. Hierfür bietet sich ggf. ein Padlet an, in dem eine Tages- oder Wochenstruktur mit der Verteilung der unterschiedlichen Aufgaben abgebildet werden kann.

Kommunikation

Bei vielen Schüler*innen stehen andere Sorgen als die Bearbeitung von Aufgaben im Vordergrund. Diese sollten zwingend Berücksichtigung finden. Die Aufrechterhaltung des Kontakts zwischen Schüler*innen und Lehrkräften steht im Vordergrund. Die Beziehungsarbeit ist wichtiger als die Prozentrechnung! Hierbei ist es möglich auf verschiedene Formate zurückzugreifen:

  • Video-Unterricht mit einem der verschiedenen Videokonferenztools (Jitsi, Webex, …) – sowohl alleine als auch in der Gruppe.
  • Telefonate oder auch eine Telefonsprechstunde für Schüler*innen
  • Messenger (z.B Threema Education oder Schoolfox)
  • E-Mails oder Möglichkeiten der Kommentare über Lernmanagement-Plattformen (Feedback ist hier essentiell).

Corona macht Angst

Viele Kolleginnen und Kollegen benennen noch eine weitere Problematik. Viele ihrer Schüler*innen sind durch ihre Eltern nicht ausreichend über das Virus und die Krankheit COVID-19 informiert. Dies verursacht Ängste oder auch leichtfertigen Umgang mit dem Virus. In Gesprächen mit den Schüler*innen kann dem entgegengewirkt werden. Auch kann das Virus selbst Teil des Unterrichtsstoffs werden.

Eine Möglichkeit wäre auch, mit den Schüler*innen ein Bilderbuch zu lesen:

Lese-Stoff zu diesem Thema

Ich habe euch ein paar Lesetipps zum Thema Fernunterricht in der Corona-Krise und Teilhabe einiger Schüler*innen zusammengestellt:

Bitte beachtet: Diese Seite enthält KEINE Werbung, alle Links führen zu Artikeln, die ich zu diesem Thema gelesen habe und als interessant erachte.

Straßenschild: Schulschließung

Corona-Lernen… aber wie?

In diesem BEITRAG sind KEINE Affiliate-Links enthalten- niemand verdient an dieser Stelle an der Verlinkung der verschiedenen Unternehmen. Es ist eine Zusammenstellung für Lehrkräfte, um die Zeit der Isolation während der Corona-Krise mit sinnvollem Online-Angeboten für ihre Schülerinnen und Schüler zu füttern.

In Zeiten des Viruses sind viele Lehrkräfte darauf angewiesen, ihre Schüler von zuhause aus zu unterrichten. Das stellt besonders die Schulen vor eine große Herausforderung. Einige haben große Aufgabenpakete in Form von kopierten Bögen mit nach Hause gegeben, andere setzen auf das Online-Lernen.

Dieser Beitrag zeigt euch eine Übersicht von Plattformen, die derzeit kostenfreies Online-Lernen anbieten (viele davon sind normalerweise kostenpflichtig – einige sind sowieso dauerhaft kostenfrei).

Bezogen auf den Bereich Inklusion kann diese Phase des Lernens, zu der wir durch den sich weltweit verbreitenden Virus gezwungen werden, zu großen Nachteilen in der Teilhabe führen. Die Schülerinnen und Schüler sind umso mehr auf die Hilfe Ihrer Eltern angewiesen, wenn sie Inhalte nicht verstehen können. Andere können nicht auf das Internet zugreifen und wiederum andere fangen mit dem Lernen gar nicht erst an, weil ihnen die Instanz des Lehrers fehlt. Einige Schüler haben Schwierigkeiten mit dem großen Aufgabenberg, den sie aus der Schule mitbekommen haben und trauen sich an die Aufgaben gar nicht erst ran, weil „es sowieso viel zu viel und nie zu schaffen sei“, andere Schüler sind nicht dazu in der Lage, sich die zur Verfügung gestellten Inhalte selbstständig zu erarbeiten. Sie verstehen die Texte nicht und benötigen zusätzliche Hilfe. Bis auf den Fall des fehlenden Internets sind die meisten Fälle mit digitalen Medien zu bewältigen. Durch ein portioniertes Erarbeiten von Inhalten, zu denen sie möglichst zeitnah auch ein Feedback erhalten, kann die Motivation der Schüler aufrecht erhalten werden.

Der Beitrag unterteilt sich in folgende Bereiche und wird beständig erweitert:

(Derzeit) kostenfreie Online-Inhalte für Schulen

Die Lehrkräfte und Schulen sind durch den Virus auf Online-Angebote angewiesen. Viele verschiedene Anbieter und Unternehmen aus dem Bildungsbereich stellen „ganz selbstlos“ ihre Plattformen kostenfrei zur Verfügung. Selbstverständlich habe ich Kenntnis über den sogenannten „Lock-In-Effekt„, der ein gängiges Marketingprinzip beschreibt: Die Kunden werden an ein Produkt gebunden, da ein Wechsel zu einem anderen Produkt oft Barrieren wie Zeit und Geld zu überwinden hat (das gilt auch für den Schulbereich!), bleiben sie häufig bei dem erst genutzten Produkt. Dennoch sind wir gerade in diesem Moment alle auf kostenfreie, möglichst barrierefreie Bildung angewiesen – und ggf. ist es auch eine Chance für uns Lehrer einmal verschiedene Formen der Online-Lehre zu testen und ggf. nach der Corona-Krise weiterzuführen.

Sofatutor stellt für alle Fächer und Schulformen Erklärvideos mit passenden Aufgaben zur Verfügung.

Bettermarks stellt die gesamte Plattform bis zu den Sommerferien kostenfrei zur Verfügung. Hier können gezielt Mathematik-Themen selbstständig über fundierte Erklärungen, schrittweise Aufgabentypen sowie ein umfangreiches Glossar für Klasse 4-10 geübt werden.

Binogi hat ein kostenfreies Angebot zu Corona-Zeiten. Sie bietet Inhalte der Sekundarfstufe 1 zu den Fächern Mathematik, Biologie, Geschichte, Naturwissenschaften, Physik, Chemie, Geographie und Religion an.

Matific bietet für die von Schulschließung betroffenen Schulen eine kostenfreie Nutzung der Inhalte für den Mathematikunterricht vom Kindergarten bis zur 6. Klasse an. Es werden umfangreiche Fortschrittsberichte erklärt.

Scoyo bietet für die Klassen 1-7 spielerisches Lernen auf seiner Plattform ebenfalls derzeit für 14 Tage kostenfrei an. In der Grundschule werden die Fächer Mathe, Deutsch, Englisch und in der Klasse 5-7 zusätzlich die Fächer Physik, Biologie, Chemie und Kunst angeboten.

Onilo bietet für einen Monat einen kostenfreien Account in Corona-Zeiten an. Mit onilo können die Schüler*innen viele verschiedene Bücher, sogenannte „Board-Stories“, lesen und passende Aufgaben dazu auf Arbeitsbögen beantworten. Für den häuslichen Gebrauch werden auch passende Bastelvorlagen zur Verfügung gestellt. Im virtuellen Klassenzimmer können die Boardstories und die Arbeitsblätter an die Schüler*innen versendet werden.

Auch DUDEN bietet mit der Plattform Learnattack für zwei Monate ein kostenfreies „Corona-Angebot“ an (wenn man sich bis zum 31. März registriert). Es werden die Fächer Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Latein, Mathematik und Physik ab Klasse 5 angeboten.

Auch der Westermann-Verlag bietet mit kapiert.de ein Test-Angebot für die Klasse 5-10 in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch für die Corona-Krise an.

SimpleClub bietet ebenfalls ein kostenloses Hilfspaket für geschlossene Schulen ab der 7. Klasse an (bis zum 20. April). Es handelt sich um eine Lernapp, die für alle Geräte geeignet ist. Es gibt Lernvideos, Übungsaufgaben und individuelle Lernpläne.

Classcraft unterstützt die Lehrkräfte in der Lehre vom häuslichen Arbeitsplatz aus. Hierbei handelt es sich um ein Online-Rollenspiel, dass die Schüler zur Teilnahme am Unterricht motivieren soll.

Auch labbé bietet gratis Angebote zum „Home-Schooling“ an.

Der Mildenberger Verlag hat kostenlose „Notfall-Lernangebote“ zum Download im Programm.

Actionbound bietet einen kostenfreien Zugang bis April an. Mit Actionbound könnt ihr digitale Schnitzeljagden erstellen. Die spielerischen Elemente lassen sich auch für das Homeschooling verwenden. Ein „Corona-Wissenscheck“ wurde bereits für Schüler erstellt.

Der Stark-Verlag stellt ebenfalls sein Online-Programm „Study-Smarter“ in der Premium-Ausgabe kostenfrei zur Verfügung. Hier kann man ebenfalls auf kostenfreie Abituraufgaben zugreifen. Es werden Inhalte fürs Gymnasium der Fächer Mathematik, Deutsch, Geschichte, Biologie und Englisch zur Verfügung gestellt. Die Apps sind für alle Geräte geeignet.

Antolin kann dauerhaft für zwei Wochen durch Lehrkräfte (mit 40 Schülern) oder Schulen getestet werden. Antolin ist stellt Quizfragen zu ca. 70.000 Büchern zur Verfügung – auch zu aktuellen Nachrichten und ist für die Klassenstufen 1 bis 10 geeignet.

Die Anton-App bietet für alle Geräte Inhalte für die Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Biologie, Musik sowie für den DAZ-Unterricht für die Klassen 1 bis 10. Die App ist dauerhaft komplett kostenfrei (wurde durch ein EU-Projekt gefördert und ist daher auch werbefrei). Vorteil für das Home-Schooling: Die Lehrer können den Schülern Aufgaben zuweisen und können auch den Lernprozess überblicken.

Ebenfalls wird von eSquirrel ein kostenfreies Corona-Angebot auf den Markt gebracht. Die App wird ab der vierten Klasse bis hin zur Berufsschule empfohlen, es kann lehrbuchabhängig oder lehrplanorientiert unterrichtet werden.

Auf „Seitenstark“ findet ihr über 60 Webseiten nur für Kinder. Diese Inhalte können hervorragend für den Unterricht verwendet werden.

Für den MINT-Bereich wurden als Corona-Hilfspaket hier diverse Links zusammengetragen.

Die Khan Academy ist eine Non-Profit-Organisation, die dauerhaft kostenfreie Bildung für jeden auf der Welt ermöglichen möchte. Die englischsprachige Plattform ist deutlich umfangreicher. Auf der deutschsprachigen Plattf0rm befinden sich kostenfreie Übungen für das Fach Mathematik von der Vorschule bis zur achten Klasse. Es gibt auch einige Inhalte für Biologie, Chemie sowie Programmierung.

Mit Commonlit können Schüler ihre Lesekompetenzen erweitern. Das Angebot ist englischsprachig. Lehrer können sich einen dauerhaft kostenfreien Account erstellen. Genial für den Englisch-Unterricht! Lehrer können den Fortschritt verfolgen und auch individuelles Feedback geben.

Mit den Classninjas können die Schüler viele dauerhaft kostenfreie Übungen und Videos für Mathematik nutzen. Es gibt sowohl ein browserbasiertes Angebot als auch eine App.

Mit Duolingo können Schulen dauerhaft kostenfrei ihr digitales Sprachenlernangebot erweitern. Es stehen ein Webangebot sowie verschiedene Apps für diverse Sprachen zur Verfügung.

Alba Berlin bietet eine tägliche digitale Sportstunde an! Klasse! 🙂

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum hat für die schulfreie Zeit tolle Inhalt auf der Webseite zusammengestellt. Von der Frage, warum der Regenbogen bunt ist, bis hin zur Anleitung einer Bonbon-Schleuder oder einer fliegenden Postkarte werden spannende Themen präsentiert.

Google Arts & Culture bietet übrigens virtuelle Rundgänge durch mehr als 1000 Museen der Welt an – zu einigen Exponanten kann man zusätzliche Informationen abrufen. Spannend!

Und außerdem: Die Sendung mit der Maus sendet jetzt täglich! Toll!

Das ZDF bietet „Videos zum Schlauerwerden“ für alle Altersklassen an.

Eine weitere Übersicht mit einer Linksammlung zahlreicher kostenfreier Angebote stellt der Bildungsserver zur Verfügung.

Wer noch Inhalte benötigt, wird auf der Webseite Schulfilme.com schnell fündig. Die Filme werden allen für die Corona-Krise kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es wurde bisher nicht benannt, für wie lange der Service kostenfrei ist.

Und zu guter letzt: Für Eltern gibt es jetzt eine super Entlastung – kostenlose Nachhilfe in der Corona-School. Hier werden Studenten und Schüler*innen bzw. Eltern miteinander vernetzt. Hilfe naht.

Erstellen von Erklärvideos

Ein Beispiel zur Konzeption und Durchführung wird auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung erklärt.

Hier (chip) findet ihr fünf kostenfreie Tools, um eine Bildschirmaufnahme zu machen (z.B. um euren Schülern eine kleine Einführung in eine Plattform zu geben, oder um ein Erklärvideo zu erstellen).

Mit Edpuzzle lassen sich dauerhaft kostenfrei super Lernvideos erstellen. Es können Videos bearbeitet und mit Aufgaben versehen werden. Eine deutsche Anleitung und Erklärung findet ihr hier.

Ganz einfach lassen sich Erklärvideos mit Good Notes auf dem iPad und der Bildschirmaufnahme erstellen. Eine Erklärung dafür findet ihr beim Stadtmedienzentrum Karlsruhe.

Kommunikation und Co. (Virtuelle Klassenzimmer, Webinare, …)

Adobe Connect bietet eine kostenlose Lizenz für 90 Tage an. Hier können kostenfrei virtuelle Klassenzimmer mit bis zu 25 Teilnehmern eingerichtet werden. Die Schüler loggen sich online in den „Klassenraum“ ein, die Schüler und Lehrer können sich dann in der Online-Konferenz unterhalten, auch Gruppenarbeiten sind möglich.

Bis „mindestens Ostern“ bietet die LAMP-Solution den Schulen einen kostenlosen Videochat bis zu 30 Personen an.

Mit Sdui kann die Kommunikation mit den Schülern aufrecht erhalten werden. Es können Webkonferenzen durchgeführt werden, es können Unterrichtsmaterialen geteilt werden, oder Unterrichtsstunden als Videokurs aufgezeichnet werden. Eine vereinfachte Version der App steht Schulen und auch einzelnen Lehrkräften für die nächsten drei Monate kostenfrei zur Verfügung.

Panopto – eine englischsprachige Plattform – bietet in Zeiten von Corona sein Angebot von virtuellen Videokonferenzen drei Monate kostenfrei an.

Lifesize bietet ebenfalls ein kostenloses Videomeeting mit bis zu 25 Teilnehmern für sechs Monate an.

Mit Pronto bietet Hit Labs Videomeetings oder Gruppenchats und das kostenfreie Verteilen von Dateien oder Aufgaben an.

Discord hat in Zeiten von COVID-19 sein kostenfreies Angebot der Lives-Streams von 10 Nutzern auf 50 hochgesetzt. So oder so ist es auch dauerhaft möglich mit der gesamten Klasse kostenfrei zu kommunizieren (Text- oder Voicechat). Hier gibt es einen Überblick für die Nutzung von Discord im Klassenraum.

Teamviewer ist lt. der PC-Welt ebenfalls derzeit kostenlos für Schulen und Unternehmen zu verwenden. Mit dem Teamviewer können ebenfalls Online-Videokonferenzen durchgeführt oder Dateien versendet werden. Außerdem kann der eigene Bildschirm geteilt werden, dies ist besonders praktisch, wenn man die Schülerinnen und Schüler bspw. in ein Programm einweisen möchte. Zusätzlich kann die Software für eine Fernwartung verwendet werden. Dies ist üblicherweise innerhalb des Klassenunterrichts nicht vonnöten. Administratoren könnten sich dies jedoch zunutze machen, um ihren Kollegen bestimmte Programme auf dem heimischen Computer zu installieren oder ähnliches.

Microsoft stellt Microsoft-Teams für die Durchführung von Klassen-Videositzungen kostenfrei. Auch die Bereitstellung von Dateien ist möglich – ebenfalls die Zusammenarbeit in gemeinsamen Dokumenten (s. unten unter Office 365). In der Broschüre „Vier Schritte zum Fernunterricht mit Teams“ wird den Lehrkräften die recht einfache Handhabung erklärt.

Google stellt einige Premium-Features der Software G-Suite for education zur Verfügung. Nun sind bspw. Hang-Outs (Videokonferenzen) mit bis zu 250 Teilnehmern möglich. Seo Südwest beschreibt, dass folgende Funktionen bis zum 1. Juli kostenfrei zur Verfügung gestellt werden (Zitat):

  • Größere Meetings mit bis zu 250 Teilnehmern
  • Live-Streaming für bis zu 100.000 Teilnehmer pro Domain
  • Die Möglichkeit, Meetings aufzunehmen und sie im Google Drive zu speichern.

Remotely (deutschsprachig) ist ebenfalls bis zum 1. Juli 2020 kostenfrei. Hierzu gehören verschiedene Textverarbeitungsprogramme, die kollaborativ genutzt werden können, aber auch Software für Videokonferenzen.

Um mit Kollegen untereinander zu kommunizieren eignet sich hervorragend whereby. In einem sehr einfachen Videochat (mit dem Laptop ist kein Download einer App nötig!) kann man sich mit bis zu vier Teilnehmern kostenfrei austauschen, seinen Bildschirm teilen oder einen Chat nutzen.

School-Fox, ein Messenger-Dienst für Schulen, unterstützt die Kommunikation zwischen Lehrer-Schüler-Eltern derzeit kostenfrei.

Zoom kann ebenfalls in Teilen kostenfrei genutzt werden. Für eine Server in Europa kann man auf dieser Plattform einen kostenpflichtigen Account kaufen.

Mit Lernplattformen/Lernmanagementsystemen das Angebot aller Fächer bündeln …

Die schwedische Prüfungsplattform exam.net stellt ihr Angebot für Schulen außerhalb von Schweden für das Jahr 2020 kostenfrei zur Verfügung.

On School stellt sein Wissen für Schulen in der Corona-Krise kostenfrei zur Verfügung. Es ist ein moodle-basiertes System.

Padlet ist eine hervorragende Möglichkeit, um den Schülern für jeden Tag die Lernaufgaben der jeweiligen Fächer einzustellen. Verlinkungen sind möglich oder auch das Hochladen von PDF usw. Auch ein Passwortschutz ist möglich. Leider sind nur die ersten fünf Padlets dauerhaft kostenfrei, danach muss man in den sauren Apfel eines Abo-Modells beißen. Dennoch lohnt sich ein ansehen sehr! Es ist sehr – sehr übersichtlich :). Bei Ivi-Education gibt es ein prima Video zur Erklärung.

Wakelet beschreibt eine dauerhaft kostenfreie Alternative zum Padlet. Ein deutschsprachiges Handbuch für Lehrkräfte wurde von Ines Bieler erstellt. Mit Wakelet lassen sich Inhalte organisieren, speichern und auch teilen.

Serlo ist eine dauerhaft kostenfreie Lernplattform mit vielen einfachen Erklärungen, Videos und Übungen. Es stehen die Fächer Mathematik, Biologie, Naturwissenschaften, Chemie, Physik, Informatik sowie angewandte Nachhaltigkeit zur Verfügung. Weitere Fächer befinden sich im Aufbau.

Google Education stellt ebenfalls viele verschiedene Tools und Möglichkeiten zur Verfügung (s. auch oben unter Videokonferenzen).

AIXConcept bietet Hilfe beim digitalen Unterricht in Zeiten von Corona. Hier kann ein Lernsystem etabliert werden, das ein komplettes Kurssystem für die Schule nutzbar macht. In virtuellen Klassenräumen kann online zusammengearbeitet werden. MNSpro Cloud basiert auf Office 365.

Lo-net vom Cornelsen-Verlag ist eine dauerhaft kostenfrei angebotene Lernplattform für Schulen.

Bei Edudocs stehen Lehrkräften bis zu 10 GB Volumen zum Hochladen von Dateien usw. zur Verfügung. Es handelt sich um eine Cloud-Plattform, auf der Schüler*innen ihre Aufgaben erhalten können oder auch kollaborativ in Gruppen zusammenarbeiten können. Die Lehrkraft kann die Aktivitäten der Schüler*innen nachverfolgen.

Feedback-Tools

Auf dieser Webseite wurden eine ganze Reihe von Tools dargestellt, mit denen man Umfragen gestalten kann.

Verarbeitungssoftware

Die großen Unternehmen geben auch ein Stück vom Kuchen ab:

Microsoft stellt zeitweise für mehrer Monate Office 365 kostenfrei zur Verfügung. Mit Office 365 ist das kollaborative Zusammenarbeiten in einem Dokument (z.B. Word, Excel, Powerpoint) online über die Entfernung möglich.

Die Online-Version des allseits bekannten Book-Creators stellt für die Corona-Pandemie-Zeit für 90 Tage die Premium-Funktion des kollaborativen (gemeinsamen) Zusammenarbeitens im Book-Creator kostenfrei zur Verfügung.

Lehrer-Tools: Erstellen und Finden von Aufgaben/Inhalten/Arbeitsbögen

Learning-Apps ist ein umfangreiches und wirklich mächtiges Tool für die Entwicklung eigener Aufgaben für alle Schulfächer und Klassenstufen. Es können eigene Memorys, Puzzle, Multiple-Choice und Zuordnungsaufgaben entwickelt werden.

Mit Quizlet können Lehrkräfte entweder selbst viele tolle Quizze erstellen oder auf Quizze von anderen Lehrkräften zurückgreifen.

Auf dem Lehrermarktplatz sind verschiedene von Lehrkräften selbst erstellte Unterrichtsmaterialien (meistens als PDF) für sämtliche Fächer von der Vorschule bis zum 13. Jahrgang zu erwerben. Die Plattform stellt für die „Corona-Zeiten“ frei, dass diese Materialien auch für das Home-Schooling an Eltern und Schüler versendet werden dürfen. Die Materialien sind teils kostenpflichtig zu erwerben.

Mit h5p lassen sich ebenfalls kostenfreie viele verschiedene Aufgaben gestalten. h5p eignet sich zur Einbindung als Plugin in Lernmanagementsysteme wie Moodle.

Und so machen es andere Schulen…

Die Zeit hat sich das einmal genauer angesehen – wie gehen die Schulen mit der neuen Situation um? Welche Angebote gibt es?

Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert. Wer Hinweise für weitere kostenfrei-gestellte Plattformen hat, kann mir gerne schreiben: kontakt(at)leaschulz.com. Danke für euren Besuch! 🙂

Es gab bereits einige Anfragen zum Thema Datenschutz. Bitte informiert euch in euren jeweiligen Bundesländern, insbesondere, wenn die Schüler*innen auf den jeweiligen Plattformen angemeldet werden sollen. Die meisten Bundesländer haben dazu dezidierte Hinweise erstellt, hier ein Beispiel aus Baden-Württemberg.

Willst du mir folgen?

Spielend lernen! Computerspiele(n) in Unterricht und Schule

Zusammenfassung und Übertragung auf Inklusion

Die Texte sind im Rahmen des Seminars der Europa-Universität Flensburg entstanden. Die Studierenden rezensieren Texte zum Thema Digitale Medien und/oder Inklusion und übertragen die Inhalte auf einen diklusiven Unterricht. Die Meinung der Autoren muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Seiteninhaberin decken.

Autorin: Lisa-Marie Freitag

Die Schriftenreihe „Spielend lernen“ Computerspiele(n) in Schule und Unterricht“, herausgegeben von Wolfgang Zielinski, Sandra Aßmann, Kai Kaspar und Peter Moormann umfasst insgesamt 17 Beiträge von verschiedenen Autoren, die sich mit dem Thema Computerspiele(n) im Unterricht auseinandersetzen. Für die Fragestellung, welche Vorteile das Lernen über oder mit Computerspielen für die Inklusion hat, gibt es in dieser Schriftenreihe nicht den einen expliziten Text, sondern die Ergebnisse werden aus verschiedenen Texten zusammengetragen. Hierbei werden allerdings nicht alle Texte Berücksichtigung finden, da nicht alle Ergebnisse für die Frage bereithalten.

Chancen und Herausforderungen beim Lernen mit und durch Computerspiele

Computerspiele zählen genau genommen nicht zu den Bildungsmedien und gehören nicht zur digitalen Lernumgebung (vgl. Zielinski 2017, S. 10), trotzdem rücken die Potentiale von Computerspielen über das Unterhaltungsmedium hinaus immer mehr in den Fokus. So wird beispielsweise seit 2015 im Zuge des Deutschen Computerpreises auch in der Kategorie „Bestes Serious Game“ nominiert und verliehen. Bei der Entwicklung und Vermarktung von Serious Games beteiligen sich unter anderem auch Schulbuchverlage (vgl. Breuer 2017, S. 17) . Lehrkräften, die Computerspiele in den Unterricht einbeziehen wollen, müssen sich in den Vorbereitungen einigen Herausforderungen stellen. Zunächst einmal muss die Bereitschaft vorhanden sein, viel Zeit darin zu investieren sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, da viele Spiele lediglich aus dem Internet herunterzuladen sind und der Angebotspool dort groß ist, so dass sich zunächst einmal ein Überblick verschafft werden muss (vgl. Heinz & Welsch 2017, S. 65f.). In diesem Zuge muss sich dann auch damit auseinandergesetzt werden, welche Spiele durch die technischen Voraussetzungen in der Schule überhaupt durchführbar sind und auch, ob die Sicherheitsprogramme der Schule eine Installation der Spiele zulassen.

Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass es in vielen Computerspielen auf Grund des spielerischen Anspruchs zu einer starken Vereinfachung von beispielsweise historischen Ereignissen, so dass „Zerrbilder der Wirklichkeit“(vgl. ebd. S. 67) entstehen können. Will man also ein Computerspiel für seinen Unterricht nutzen, ist es in jedem Fall notwendig, dass man das Computerspiel nicht für sich sprechen lässt, sondern immer Hintergrundinfos liefert und erarbeitet. Zudem muss sich im Vorfeld gemeinsam mit den Schüler*innen dem Thema Computerspiele genähert werden. Das Lernen mit Computerspielen muss von den Lehrkräften begleitet, eingeordnet und reflektiert werden, so dass die geplante Aneignung von Fachwissen auch wirklich geschehen kann (vgl. ebd. S. 67f.). Neben diesen Herausforderungen gehen mit dem Lernen durch und mit Computerspielen auch einige Chancen einher. Zunächst kann der Anreiz, ein Computerspiel in der Schule zu spielen bei Schüler*innen die Motivation steigern, da es für einige oder auch viele bereits ein fester Bestandteil der eigenen Mediennutzung in der Freizeit darstellt. So kann ein möglicherweise weniger attraktives Thema durch die Nutzung dieses digitalen Mediums das Interesse bedeutend steigern. Hinzukommend bieten Computerspiele die Möglichkeit eine neue oder andere Sichtweise auf Themen zu erlangen, da Computerspiele interaktiver sind als beispielsweise Schulbücher. Hierdurch sind die spielenden interaktiv eingebunden und mittendrin im digitalen Geschehen (vgl. ebd. S. 68).

Inklusion durch und mit Computerspielen

Über diese Chancen hinaus bieten in den Unterricht einbezogene Computerspiele auch didaktisches Potential, welches auch für die Inklusion von Bedeutung ist. Denn die meisten Computerspiele bieten verschiedene Schwierigkeitsstufen an, so dass hier bereits eine Differenzierung zu finden ist. Schüler*innen, welche bereits viel Erfahrung mit Computerspielen haben und denen der Einstieg dadurch leichter fällt, können sich höheren Anforderungen stellen, so dass hier die Motivation nicht verloren geht. Gleichzeitig können Schüler*innen, welche sich noch nicht so stark mit Computerspielen auseinandergesetzt haben mit niedrigeren Anforderungen einsteigen, so dass es hier nicht gleich zu Beginn zu Überforderungen kommt, welche möglicherweise einen schnellen Verlust der Motivation nach sich ziehen könnten. Neben diesen Differenzierungen, welche sich zunächst auf die Fähigkeiten im Bedienen von Computerspielen konzentrieren bieten Computerspiele auch auf der inhaltlichen Ebene verschiedene Stufen an, die sich an die Fähigkeiten der Schüler*innen anpassen. So werden die Aufgaben mit steigendem Level schwerer und die Herausforderungen steigen. Das Computerspiel meldet den Schüler*innen stets zurück, wie weit sie es schon geschafft haben, bietet aber auch Verbesserungsvorschläge an, für den Fall, dass etwas einmal nicht so leicht von der Hand geht. Aus diesem Grund wird die Frustrationsrate bei den Schüler*innen niedrig gehalten, da die Rückmeldung konstruktiv erfolgt und dann für den weiteren Spielverlauf gut eingesetzt werden kann (vgl. ebd. S. 69). Aus Fehlern werden in einem Computerspiel gelernt, sie spielen hier gar eine wichtige Rolle. Für die Inklusion wären Computerspiele also schon eine gute Möglichkeit, Schüler*innen aktiv und selbstgesteuert zu einem Thema „spielen“ zu lassen, da ein jeder hier in seinem eigenen Tempo arbeiten kann und eine Differenzierung durch die Strukturen der Spiele bereits vorhanden ist.

Fazit und eigene Meinung

Wie aus den Beiträgen der Schriftenreihe hervorgegangen ist, bieten Computerspiele für den inklusiven Unterricht einige Chancen, welche vor allem darin bestehen, dass die gegebenen Strukturen von Computerspielen durch unterschiedliche Anforderungslevel bereits bei der Differenzierung helfen. Allerdings ging aus den Beiträgen auch hervor, dass es bisher wenige Studien gab, die den Lernerfolg, den Computerspiele mit sich bringen, wirklich untersucht haben.

Meiner Meinung nach können Computerspiele im Unterricht auf jeden Fall eine Motivation bei Schüler*innen wecken, welche der Unterricht mit dem Schulbuch vielleicht nicht hervorrufen kann. Besonders für den Einstieg in ein Thema kann die spielerische Annäherung an dieses sehr gewinnbringend sein und das Interesse wecken. Zudem können Computerspiele viele Dinge auch unbewusst vermitteln, wie zum Beispiel durch den Hintergrund, so dass Schüler*innen einen Eindruck vermittelt bekommen, wie es in einer bestimmten historischen Epoche von dem Stadtaufbau oder den Bauwerken her aussah, ohne, dass ihnen dies aktiv nähergebracht wurde. Es steht aber außer Frage, dass sich die Lehrkraft im Vorfeld sehr intensiv mit dem gewählten Computerspiel auseinandersetzen muss, um alle potentiellen Fehlerquellen zu kennen und auch jeder Zeit in der Lage zu sein, den Schüler*innen helfend zur Seite zu stehen. Auch können Computerspiele nicht alleine die Arbeit einer Unterrichtseinheit verrichten und es sollte in jedem Fall vor-und nachbereitet werden, von Beginn an Hilfestellungen geleistet werden, sowie Regeln beim Umgang mit Computerspielen erarbeitet werden. Computerspiele sind im Unterricht auf jeden Fall eine Option, die man nach intensiver Auseinandersetzung mit einbeziehen kann, sei es als Einführung, die eigenständige Erarbeitung oder auch als Impuls für Diskussionen.
Es lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass Computerspiele nicht nur als reine Unterhaltung dienen können, sondern auch eine lernförderliche Wirkung haben können.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Breuer, Johannes: Non vitae, sed ludo discimus? Grenzen des Lernens mit Computerspielen, in: Zielinski, Wolfgang/ Aßmann, Saskia/ Kaspar, Kai/ Moormann Peter (Hgg.): Spielend lernen! Computerspiele(n) in Schule und Unterricht, Marl 2017, S.17-26.

Heinz, Daniel/ Welsch, Thomas: Medienpädagogik und Schule: Herausforderungen und Chancen beim Einsatz digitaler Spiele im Unterricht, in: Zielinski, Wolfgang/ Aßmann, Saskia/ Kaspar, Kai/ Moormann Peter (Hgg.): Spielend lernen! Computerspiele(n) in Schule und Unterricht, Marl 2017, S.65-74.

Zielinksi, Wolfgang: Ein „unfassbarer Mehraufwand“? oder: Computerspiele(n) und das Primat des Pädagogischen, in: Zielinski, Wolfgang/ Aßmann, Saskia/ Kaspar, Kai/ Moormann Peter (Hgg.): Spielend lernen! Computerspiele(n) in Schule und Unterricht, Marl 2017, S.9-15.

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