Diklusions-Expertin - Sonderschullehrerin - Studienleiterin

Schlagwort: digital

zwei Personen mit Smartphone im Bild, Sprechblase 1: where are you, Sprechblase 2: I'm here

Diklusive Sprachbildung

am 18.03.2022 auf der Tagung der professional school of education Ludwigsburg/ Stuttgart „Medienbildung, Digitalisierung und Inklusion – Pädagogische und fachdidaktische Perspektiven auf Schule und Unterricht

Sprache und Kommunikation sind Schlüsselkompetenzen für Bildungserfolg (Lüdtke/Stitzinger 2017, S. 9). Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich ziehen zumeist eklatante Folgen für die Teilhabe nach sich (Theisel/Spreer/Glück 2021). Unter sprachlicher Bildung oder Sprachbildung sollen in diesem Vortrag sämtliche Maßnahmen für sprachliche Bildung zusammengefasst werden, wobei nach dem Response-To-Intervention-Modell (Voß et al. 2016) hierbei zwischen der primären (Maßnahmen im Regelunterricht für alle Schüler:innen), sekundären (fokussierte Interventionen für einzelne Kinder) und tertiären Ebene (intensive Förderung) in Bezug auf die Förderintensität unterschieden werden kann. Dabei benötigen Kinder auf den unterschiedlichen Ebenen keine Sprachfördermaßnahmen, die gänzlich anders ausgerichtet sind. Vielmehr ist der Grad der Individualisierung oder der Spezifität, oder auch die Ausrichtung an der Zone der nächsten Entwicklung auf der Basis von fundierter Diagnostik entscheidend (vgl. Schulz/Reber unver.). Ähnlich der sprachlichen Bildung ist die Medienbildung eine Querschnittsaufgabe der Schule (vgl. KMK 2016, 2021), die wesentliche Bezüge zueinander aufweisen. Sowohl Medien- als auch Sprachbildung zeigt Verknüpfungen auf, die auf die Teilhabe in, an und durch Medien und Sprache abzielen (GMK 2018, S. 2, Schulz/Reber, unv.). Der Aspekt der Diklusion (Schulz 2018, 2021), einer theoretischen Verknüpfung von Inklusion und digitalen Medien (Filk 2019, Schaumburg) in Bildungskontexten, birgt zudem Chancen für einen guten digital-inklusiven Unterricht, der gleichwohl für die Sprachbildung von hoher Relevanz ist. Diklusive Sprachbildung beschreibt dabei „den Weg zur Teilhabe in, an, durch Medien/Sprache an der Gesellschaft. Sie fördert die Entwicklung von digitalen und sprachlichen Kompetenzen und nutzt dafür gleichzeitig sowohl die digitalen Medien als auch die Sprache selbst. Sie umfasst sprachliche Lernangebote im gesamten Kontinuum zwischen unterrichtsintegrierter sprachlicher Bildung bis hin zu spezifischer Sprachförderung auf allen Interventionsebenen des RTI-Modells.“ (vgl. Schulz/Reber unver.).

Im Vortrag werden die Chancen und Optionen diklusiver Sprachbildung erörtert, die dafür notwendige kriteriengeleitete Auswahl von Medien (Reber/Wildegger-Lack 2020, S. 59) sowie Beispiele im unterrichtlichen Kontext dargelegt.

Literatur:

Filk, Christian (2019): ‹Onlife›-Partizipation für alle. Plädoyer für eine digital-inklusive Bildung. In: Burow, Olaf-Axel (Hrsg.): Schule digital – wie geht das?. Weinheim: Beltz, S. 61-81.

Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK, 2018): Medienbildung für alle: Medienbildung inklusiv gestalten! Positionspapier der Fachgruppe Inklusive Medienbildung der Gesellschaft fü r Medienpä dagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK). kurzelinks.de/9uk4 (Abfrage: 06.06.2021)

KMK – Kultusministerkonferenz (2016): Bildung in der digitalen Welt – Strategie der Kultusministerkonferenz. www.kmk.org/dokumentation-statistik/beschluesse-und- veroeffentlichungen/bildung-in-der-digitalen-welt.html (Abfrage: 01.01.2022).

KMK – Kulturministerkonferenz (2021): Lehren und Lernen in der digitalen Welt – ergänzende Empfehlung der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“. https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2021/2021_12_09-Lehren-und- Lernen-Digi.pdf (Abfrage 01.01.2022)

Lüdtke, Ulrike M./Stitzinger, Ulrich (2017): Kinder mit sprachlichen Beeinträchtigungen unterrichten. Fundierte Praxis in der inklusiven Grundschule. München: Reinhardt.

Reber, Karin/Wildegger-Lack, Elisabeth (2020): Sprachförderung mit Medien: Von real bis digital. Idstein: Schulz-Kirchner.

Schaumburg, H. (2021). Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien als Herausforderung für die Schulentwicklung: Ein systematischer Forschungsüberblick. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, Themenheft 41, 134–166. Online verfügbar unter https://doi.org/10.21240/mpaed/41/2021.02.24.X

Schulz, Lea (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In Lütje-Klose, Birgit/Riecke-Baulecke, Thomas/Werning, Rolf (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht, Grundlagen in der Sonderpädagogik (S. 344–367). Seelze: Klett/Kallmeyer.

Schulz, Lea (2021): Diklusive Schulentwicklung. In: Medienpädagogik 41, S. 32-54. DOI: 10.21240/mpaed/38/2021.02.03.X.

Schulz, Lea/Reber, Karin (vor. 2022, noch unveröffentlicht). Diklusive Sprachbildung. Digitale Medien im Förderschwerpunkt Sprache. In: Betz, Joachim/Schluchter, J.-R. (Hrsg.). Schulische Medienbildung und Digitalisierung im Kontext von Behinderung und Benachteiligung. Weinheim: Beltz juventa.

Theisel, Anja/Spreer, Markus/Glück, Christian W. (2021): Bildungswege von Schüler*innen mit sprachlichem Unterstützungsbedarf vom Schulbeginn bis zum Schulabschluss. In: Forschung Sprache 9 (2), S. 118-131.

Voß, Stefan/Blumenthal, Yvonne/Mahlau, Kathrin/Marten, Katharina/Diehl, Kirsten/Sikora, Simon/Hartke, Bodo (2016): Der Response-to-Intervention-Ansatz in der Praxis. Evaluationsergebnisse zum Rügener Inklusionsmodell. Münster/New York: Waxmann.

Diklusion bei den digitalen Bildungswochen 2022

Ich durfte gleich mit zwei Beiträgen bei den digitalen Bildungswochen aktiv sein und freue mich über das großartige Feedback der Teilnehmer:innen. An dieser Stelle möchte ich mit euch die Präsentationen teilen.

Beitrag 1 am 31.02.2022

 #Diklusion  – das iPad im digital-inklusiven Unterricht

Dies ist die Aufzeichnung:

Und die zugehörige Präsentation:

Beitrag 2 am 08.02.2022

Diklusive Sprachbildung: Tipps und Tricks

Hier ist die Aufzeichnung zu finden:

Und die zugehörige Präsentation:

Hier außerdem die digitale Pinnwand mit den Links zu Datenbanken mit Piktogrammen, Fotos, Zeichnungen usw. zur Visualisierung (nach links und rechts scrollen):

Außerdem möchte ich euch auch die Beiträge meiner Kolleg:innen rund um das Thema #Diklusion bei den Bildungswochen empfehlen:

Lernen für alle von Katarina Zaloudek

Lernen für alle: iPad als leistungsstarkes Tool bei Lernbesonderheiten:

Information: Die PPT sind nicht barrierefrei mit Alternativtexten hinterlegt. Es wird jedoch auf Youtube eine Aufzeichnung der Digitalen Bildungswochen geben, in der einzelnen Folien der Präsentationen erläutert werden.

Das Logo der Tagung Inklusion Digital ist zu sehen, außerdem wird der Schriftzug "Inklusion digitale - Chancen und Herausforderungen inklusiver Bildung im Kontext von Digitalisierung, 28. September bis 1. Oktober 2021" angezeigt.

Haltung zeigen – #Diklusion in der Lehrerinnenbildung

Lea Schulz, 2021

Im Rahmen der Tagung „Inklusion digital! Chancen und Herausforderungen inklusiver Bildung im Kontext von Individualisierung“ an der Universität Köln durfte ich mich mit dem Thema „diklusive Haltung“ in der Lehrer:innenbildung einbringen.

Digitale Medien und Inklusion (#Diklusion) beschreiben zwei sich gegenseitig stützende Komponenten für eine neue Schulkultur, die vielfältige Chancen und Möglichkeiten für den Unterricht mit einer heterogenen Schülerschaft bietet.

In diesem Vortrag geht es um die Teilhabe durch Individualisierung mit digitalen Medien. Digitale Medien und Inklusion ergeben zusammen gedacht einen zeitgemäßen Unterricht in heterogenen Lerngruppen, der von passgenauem Unterricht durch Individualisierung geprägt ist. Assistiver Einsatz von Medien, Medien zur Strukturgebung, zur Individualisierung von Lernprozessen und zur Erhöhung der Selbstständigkeit unterstützen maßgeblich die Umsetzung inklusiver Bildungsprozesse. Anhand vielfältiger Praxisbeispiele sowie einer Einordnung in das Fünf-Ebenenmodell der diklusiven Schule werden die Optionen zur Verminderung von Bildungungerechtigkeit dargelegt.

Meine Präsentation stelle ich euch hier zum Download zur Verfügung:

Literatur

Schulz, L. (2021). Diklusive Schulentwicklung. Erfahrungen und Erkenntnisse der digital- inklusiven Multiplikatorinnen- und Multipli-katorenausbildung in Schleswig-Holstein». MedienPädagogik 41, (Inklusive digitale Bildung), 32–54.

Schulz, L. (2021). Lehren im diklusiven Unterricht. Stuttgart: Raabe-Verlag.

Schulz, L. (2020). Diklusion: Lernen mit digitalen Medien im diklusiven Unterricht. Stuttgart: Raabe-Verlag.

Schulz, L. (2020). Diklusive (digital-inklusive) Kompetenzen in der Lehrkräftebildung. Seminar 4/2020, S. 69-81.

Schulz, L. (2018). Digitale Medien und Inklusion. In Lütje-Klose, B., Riecke-Baulecke, T. & Werning, R. (Hrsg.): Basiswissen Lehrerbildung. Inklusion in Schule und Unterricht. Grundlagen in der Sonderpädagogik (S. 344-367). Seelze: Friedrich-Verlag.

zur Visualisierung: Es ist mehrfach das Logo der Österreichischen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik zu sehen

Beitrag beim Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik

Am 1. Oktober war ich im beim Sprach-Kongress zu Gast mit dem Thema „#Diklusion: Digitale Medien zur Sprachförderung im inklusiven Unterricht“.

Die Vortragsfolien können an dieser Stelle heruntergeladen werden:

Eine Liste mit Ideen für Apps und Software gibt einen Einblick in die Möglichkeiten von digitalen Tools:

Diklusion – DAZ in der Grundschule

Mein Beitrag bei der molol am 12.05.2021

Es war mir eine Freude wieder mit einem Beitrag bei der mobilen.schule dabei zu sein. Direkt in Slot 1 ging es rund um Tricks und Tools für den Einsatz zur Sprachförderung. Ich habe mich dieses Mal für einen Blumenstrauß von Apps und Tools entschieden, um exemplarisch das Thema Sprechanlässe und Wortschatzübungen aufzubereiten – in der Hoffnung, dass die Kolleginnen und Kollegen die Pflanzen ernten, die sie für ihre Arbeit benötigen.

Wer Interesse hat, findet hier die Präsentation zum Reinschauen.

Wie wundervoll, dass dieser Blumenstrauß mir einen neuen Beruf eingebracht hat. Ich liebe es bunt! Tolle Idee! Danke.

In Kürze folgt hier noch ein Link zur Aufzeichnung.

Umfrage zu Kinderwebseiten im Unterricht

Es gibt mehrere hunderte speziell für Kinder aufbereitete Webseiten, die wundervolle Inhalte erarbeitet haben. Meine Frage als Aus- und Fortbildnerin an euch ist: Warum spielen diese Seiten in Schule derzeit häufig eine kleine Rolle? Was bräuchtet ihr, damit ihr Webseiten häufiger im Unterricht einsetzen könntet?

Was kann ggf. durch die Kinderwebseiten-Betreiber verändert werden, damit ihr das Angebot besser verwenden könnt?

Aus der Initiative #netzkinder heraus wollen wir herausfinden, wie Kinderwebseiten in Schule eingesetzt werden können. Was brauchst du als Lehrkraft? Was ist dir bei einer Kinderwebseite wichtig? Nehmt an der kurzen Umfrage teil und teilt sie gerne!

Die Ergebnisse der Umfrage werden selbstverständlich ebenfalls hier veröffentlicht. Außerdem werden wir sie innerhalb der Arbeitsgruppe besprechen und Erkenntnisse für Webseitenbetreiber zusammenstellen.

Besonders die Nutzung von bereits vorhandenen Inhalten hilft uns Lehrkräften, uns auf die Möglichkeiten der Differenzierung und Individualisierung vorzubereiten, es verschafft uns mehr Zeit, wenn wir nicht alle Inhalte unserer Unterrichtsstunden neu erfinden müssen. Auch Kinderwebseiten könnten hier gute Zulieferer sein. Kindersuchmaschinen wie fragfinn oder Blinde Kuh sind bereits vielen Lehrkräften bekannt. Aber kennt ihr schon Jippie und wusstet ihr, dass sie Inhalte in leichter Sprache anbieten? Oder wusstet ihr schon, dass viele öffentlich-rechtliche Sender auch explizit Inhalte für Kinder und Schulen zusammenstellen (z.B. BR Kids)?

Wir wollen dies besser verstehen und haben uns in einer kleinen offenen Interessensgruppe zusammengetan, um diesen Fragen in der Lehrkräftefortbildung aber auch auf Seiten der Webseitenbetreiber nachzugehen und Abhilfe zu schaffen. Was fehlt zur Integration in einen guten Unterricht? Wir freuen uns auf eure Mithilfe!

Tipps zu Kinderwebseiten

Hier findet ihr eine Zusammenstellung von Kinderwebseiten von Seitenstark:

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