Praxis & Material
Kriterien für diklusive Apps.
Worauf du bei der Auswahl achten kannst, damit eine App wirklich allen Kindern Teilhabe ermöglicht – als Orientierung, nicht als starre Checkliste.
Apps lassen sich nicht losgelöst vom Unterricht bewerten: Eine schlichte App kann in einem durchdachten Szenario sehr wertvoll sein – und eine „perfekte" App nützt wenig, wenn sie nicht zur Lerngruppe passt. Es geht also nicht um die eine beste App, sondern um eine bewusste Auswahl. Die folgenden Fragen helfen dabei.
Die Checkliste
Acht Fragen zur Auswahl.
Barrierefreiheit & Zugänglichkeit
Bietet die App Vorlesefunktion, anpassbare Schriftgröße und Kontraste, einfache Sprache oder Untertitel? Lässt sie sich ohne Hürden bedienen?
Zusammenspiel mit Bedienungshilfen
Funktioniert die App mit den Bedienungshilfen des Geräts (z. B. VoiceOver, Schalter- oder Augensteuerung) und mit assistiver Technik?
Individualisierung
Lassen sich Tempo, Niveau und Umfang anpassen? Können eigene Inhalte eingepflegt werden, sodass die App zur Lerngruppe passt?
Verschiedene Bedürfnisse mitdenken
Berücksichtigt die App unterschiedliche Voraussetzungen – kognitiv, körperlich-motorisch, sprachlich und motivational?
Keine entmutigenden Rückmeldungen
Zeigt die App z. B. Klassenstufen an? Das kann Kinder demotivieren, die unterhalb ihrer Jahrgangsstufe arbeiten. Besser sind ermutigende, individuelle Rückmeldungen.
Mehrkanaligkeit
Werden Inhalte über mehrere Sinne angeboten – Text, Bild, Ton und Video kombiniert? Das eröffnet mehr Kindern einen Zugang.
Klare Bedienung, wenig Ablenkung
Ist die App intuitiv und übersichtlich aufgebaut? Verzichtet sie auf Werbung und ablenkende Reize, die das Lernen erschweren?
Datenschutz
Ist die App datensparsam und DSGVO-konform? Verzichtet sie auf Tracking, Werbung und unnötigen Account-Zwang?
Orientierung statt Wertung: Die Liste hilft, eine App im jeweiligen Unterrichtskontext einzuschätzen – nicht, „die perfekte" App zu finden.
Dahinter steckt mehr
Vom Werkzeug zur Teilhabe.
Ob eine App diklusiv wirkt, entscheidet sich im Einsatz. Wie digitale Medien Teilhabe auf mehreren Ebenen ermöglichen, zeigt das 5-Ebenen-Modell – und das UDL hilft beim Planen.
Weiter
Konkrete Beispiele.
Erprobte Apps und Materialien im Einsatz findest du auf meiner Praxisseite.