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Diklusions-Glossar.
Von Assistiver Technologie bis Webquest: die wichtigsten Begriffe rund um digitale Medien und Inklusion – kurz erklärt und durchsuchbar.
A
Ableismus
Die Abwertung von Menschen aufgrund einer Behinderung – auch in Sprache und Bildern. Inklusive Kommunikation achtet darauf, Menschen nicht auf Defizite zu reduzieren.
Adaptive Lernsysteme
Lernprogramme, die Aufgaben automatisch an das Können der Lernenden anpassen. Chancen für Individualisierung – wichtig bleibt, dass die Lehrkraft die Entscheidungen des Systems einordnet.
AI Literacy (KI-Kompetenz) Mehr dazu ›
Die Fähigkeit, KI-Systeme zu verstehen, bewusst zu nutzen, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und über ihre Gestaltung mitzureden. Das AILit-Framework von OECD und EU-Kommission (2026) beschreibt sie in vier Bereichen: Engage, Create, Manage, Design.
Algorithmus
Eine eindeutige Abfolge von Schritten, mit der ein Computer eine Aufgabe löst – vom Sortieren einer Liste bis zur Empfehlung im Streamingdienst. Wer Algorithmen versteht, kann besser einordnen, warum digitale Systeme bestimmte Ergebnisse zeigen.
Alternativtext (Alt-Text)
Eine kurze Beschreibung eines Bildes im Code, die Screenreader vorlesen. Ohne Alt-Text bleiben Bilder für blinde Menschen unsichtbar.
Assistive Technologien
Hilfsmittel, die beeinträchtigungsbedingte Funktionseinschränkungen ausgleichen und so Aktivität und Teilhabe ermöglichen – von der Vorlesefunktion bis zum Talker.
Augensteuerung
Eine Technik, mit der Menschen Geräte allein durch Blickbewegungen bedienen – etwa bei starken motorischen Einschränkungen.
Augmented Reality (AR)
„Erweiterte Realität": digitale Informationen werden über die reale Umgebung gelegt – etwa per QR-Code abrufbare Visualisierungen oder Audiodeskriptionen.
B
Barriere
Alles, was Menschen daran hindert, gleichberechtigt teilzuhaben – räumlich, sprachlich, digital oder in Einstellungen. Inklusion heißt, Barrieren abzubauen, statt Menschen anzupassen.
Barrierefreiheit
Inhalte und Geräte so gestalten, dass sie unabhängig von einer Beeinträchtigung nutzbar sind: einfache Sprache, Untertitel, Vorlesefunktion, Bedienung per Tastatur oder Augensteuerung.
Behinderung
Nach der UN-Behindertenrechtskonvention entsteht Behinderung im Zusammenspiel von Beeinträchtigung und Barrieren in der Umwelt. Nicht der Mensch „ist“ behindert – er wird behindert.
Bias (Verzerrung)
Systematische Verzerrung in Daten oder KI-Systemen – etwa wenn bestimmte Gruppen in den Trainingsdaten fehlen oder stereotyp vorkommen. Für inklusive Bildung wichtig, weil Bias Barrieren und Benachteiligung verstärken kann.
Bildungsgerechtigkeit
Alle Kinder sollen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Beeinträchtigung faire Chancen auf Bildung haben. Digitale Medien können helfen – oder die Kluft vergrößern.
Binnendifferenzierung
Unterricht innerhalb einer Lerngruppe so gestalten, dass verschiedene Zugänge, Niveaus und Wege möglich sind – ohne die Gruppe zu trennen.
Blended Learning
Auch „hybrides Lernen": die sinnvolle Verbindung von Präsenzunterricht und Online-Lernen.
BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung Mehr dazu ›
Bildung, die Menschen befähigt, die Folgen des eigenen Handelns für die Welt zu verstehen und sie verantwortungsvoll mitzugestalten – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. BNE diklusiv denkt Nachhaltigkeit, Inklusion und Digitalität zusammen.
C
Chatbot
Ein Programm, das per Text oder Sprache mit Menschen kommuniziert – heute meist auf Basis großer Sprachmodelle. Im Unterricht ein Werkzeug, das kritisch eingeordnet werden muss.
Co-Teaching
Zwei oder mehr Lehrkräfte unterrichten gemeinsam eine Lerngruppe – oft im Team aus Regelschul- und Sonderpädagogik. Die Modelle reichen von Beobachten über Stationen bis zum Teamteaching.
Computational Thinking
Didaktisches Prinzip rund um informatische Grundbildung – umfasst mehr als Programmieren, etwa das Strukturieren von Problemen und das Zerlegen in Schritte.
Creative Commons (CC)
Lizenzen, mit denen Urheber:innen ihre Werke unter klaren Bedingungen zur Weiternutzung freigeben.
D
Datenschutz
Der Schutz personenbezogener Daten. In der Schule besonders wichtig, weil Kinder ein Recht auf Privatsphäre haben – auch beim Einsatz von Apps und KI.
DaZ – Deutsch als Zweitsprache
Der Erwerb der deutschen Sprache in einem deutschsprachigen Umfeld.
Deep Fakes
Mit Künstlicher Intelligenz erzeugte, manipulierte Bilder oder Videos, in denen der ursprüngliche Inhalt verändert wurde.
Digital-inklusive Lernumgebung Mehr dazu ›
Eine Lernumgebung, die mit digitalen Technologien flexible Angebote schafft, die verschiedenen Lern- und Ausdrucksweisen gerecht werden – orientiert an den drei UDL-Prinzipien.
Digitale Kluft (Digital Divide) Mehr dazu ›
Ungleicher Zugang zu Geräten, Netz und vor allem zu digitalen Kompetenzen – häufig abhängig vom sozialen Hintergrund. Inklusive Medienbildung wirkt dieser Kluft entgegen.
Digitale Pinnwand
Eine gemeinsame Online-Fläche zum Sammeln von Ideen, Bildern und Links. Jeder Beitrag wird sichtbar – auch ohne lautes Melden.
Digitale Souveränität
Die Fähigkeit, digitale Technik selbstbestimmt, kompetent und kritisch zu nutzen – als Person wie als Institution.
Digitalität
Die „Kultur der Digitalität" (nach Felix Stalder): geprägt von Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität.
DiklusionMehr dazu ›
Neologismus aus „digitale Medien" und „Inklusion": beides zusammengedacht – für eine Schule, in der wirklich alle teilhaben.
Diklusive Schulentwicklung Mehr dazu ›
Schule so weiterentwickeln, dass digitale Medien und Inklusion zusammen gedacht werden – in Unterricht, Organisation, Kooperation und Kultur. Grundlage ist eine Kultur der Diklusivität.
Distanzlernen
Lernen außerhalb der Schule mit digitaler Begleitung. Die Pandemie hat gezeigt, wie sehr Teilhabe hier von Zugang, Struktur und Beziehung abhängt.
DPaCK-Modell
Erweiterung des TPACK-Modells um die Kultur der Digitalität: Neben Fach-, Pädagogik- und Technologiewissen geht es um digitalitätsbezogenes Wissen – also darum, wie sich Lernen, Kommunikation und Wissen in einer digital geprägten Welt verändern (Huwer u. a. 2019).
DSGVO
Die Datenschutz-Grundverordnung der EU regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen – auch in Schule und Lern-Apps.
Dyskalkulie
Eine Rechenschwäche: anhaltende Schwierigkeiten mit Zahlen und Mengen, die nicht an mangelnder Begabung oder Übung liegen. Digitale Werkzeuge können Zugänge schaffen.
E
EduBreakout
Gruppenaktivität nach dem „Escape-Room"-Prinzip, die Kooperation und Problemlösen über mehrere Rätsel in einer Geschichte fördert.
Einfache Sprache
Verständlich formulierte Sprache mit kurzen Sätzen und vertrauten Wörtern – weniger streng geregelt als Leichte Sprache. Sie erreicht viele Menschen, etwa beim Lesenlernen oder mit Deutsch als Zweitsprache.
Empowerment
Menschen stärken, damit sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten und mitbestimmen können. In der Medienbildung heißt das: Zugänge schaffen und die eigene Stimme hörbar machen.
ePortfolio
Eine digitale Sammlung eigener Lernprodukte und Reflexionen – Texte, Bilder, Audio, Video. Lernende zeigen ihre Entwicklung auf ihrem Weg und übernehmen Verantwortung für den eigenen Lernprozess.
Erklärvideo Mehr dazu ›
Ein kurzes Video, das einen Sachverhalt Schritt für Schritt erklärt – mit Legetechnik, Folien oder Screencast. Diklusiv gestaltet, unterstützt es Lernen im eigenen Tempo, mit Untertiteln und auf mehreren Kanälen.
F
Feedback
Rückmeldung zum Lernen, die weiterhilft: konkret, zeitnah, auf den nächsten Schritt gerichtet. Digitale Werkzeuge können Feedback direkt und niedrigschwellig ermöglichen.
Flipped Classroom
„Umgedrehter Unterricht": Inhalte werden zu Hause per Video erschlossen, im Unterricht folgt die gemeinsame Vertiefung.
Förderplan
Ein individueller Plan mit Zielen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten für ein Kind mit Unterstützungsbedarf – regelmäßig überprüft und fortgeschrieben.
Förderschwerpunkte
Die Bereiche sonderpädagogischer Förderung, etwa Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Hören, Sehen.
Formatives Assessment
Lernbegleitende, diagnosegeleitete Rückmeldung während des Lernprozesses (Gegenteil: summatives Assessment).
Fünf-Ebenen-Modell (5-Ebenen-Modell) Mehr dazu ›
Das Modell (Schulz 2018) beschreibt, auf welchen Ebenen Diklusion in Schule wirkt: Individuum, Lernebene, Lerngruppe, Organisation und Gesellschaft. Es zeigt, wo digitale Medien Barrieren abbauen und Teilhabe ermöglichen.
G
Gamification
Spielelemente wie Punkte, Level oder Abzeichen im Lernen einsetzen, um zu motivieren. Wirkt, wenn das Lernen selbst im Mittelpunkt bleibt.
Gebärdensprache
Eine eigenständige, vollwertige Sprache mit eigener Grammatik – in Deutschland die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Digitale Medien können Videos in DGS leicht einbinden.
Gemeinsames Lernen
Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf lernen in einer Klasse zusammen – das Kernstück schulischer Inklusion.
Generative KI Mehr dazu ›
KI-Systeme, die neue Inhalte erzeugen – Texte, Bilder, Audio, Code. Chancen für Zugänge und Kreativität, zugleich Fragen zu Urheberschaft, Bias und Verlässlichkeit.
Good Practice
Erprobte, gelungene Beispiele aus der Praxis, von denen andere lernen können – nicht „best“, sondern gut und übertragbar.
H
H5P
Freie Software zum Erstellen interaktiver Lerninhalte wie Quizze oder interaktive Videos.
Halluzination (KI)
Wenn ein Sprachmodell überzeugend klingende, aber falsche Inhalte erzeugt. Deshalb gilt: KI-Antworten prüfen, nicht glauben.
Heterogenität
Die Vielfalt in einer Lerngruppe – bei Vorwissen, Sprache, Interessen, Lernwegen oder Unterstützungsbedarf. Inklusiver Unterricht nimmt sie als Normalfall und plant von Anfang an dafür.
Hybrider Unterricht
Präsenz- und Distanzlernen greifen ineinander, etwa wenn erkrankte Schüler:innen digital am Unterricht teilnehmen. Braucht klare Absprachen und barrierefreie Werkzeuge.
I
Immersive Bildung
Lernen, das durch AR und VR angereichert wird – Inhalte werden „erfahrbar" und neue Interaktionen möglich.
Index für Inklusion
Ein Instrument für inklusive Schulentwicklung (Booth & Ainscow) mit drei Dimensionen: inklusive Kulturen schaffen, inklusive Strukturen etablieren, inklusive Praktiken entwickeln.
Individualisierung
Lernangebote an die einzelne Person anpassen – Tempo, Niveau, Zugang, Ausdruck. Digitale Medien machen das im Klassenverband leichter möglich.
Infantile Cerebralparese
Frühkindliche Bewegungsbeeinträchtigung infolge einer Hirnschädigung; betrifft den Muskeltonus – ohne Zusammenhang zur Intelligenzentwicklung.
Inklusion
Alle Menschen gehören selbstverständlich dazu – mit ihrer Vielfalt. Schule verändert sich für die Kinder, nicht umgekehrt.
Inklusive Medienbildung Mehr dazu ›
Medienkompetenz für wirklich alle Kinder: Zugänge schaffen, Identität entwickeln, an öffentlicher Kommunikation teilhaben und Diversität zum Thema machen – damit niemand von der digitalen Gesellschaft ausgeschlossen wird.
Integration (im Unterschied zu Inklusion)
Beim älteren Integrationsgedanken passen sich Einzelne an ein bestehendes System an. Inklusion verändert das System für alle.
Internet of Things (IoT)
„Internet der Dinge": Alltagsgegenstände sind vernetzt und per App steuerbar, zum Beispiel im Smart Home.
Intersektionalität
Merkmale wie Behinderung, Herkunft, Geschlecht oder Armut wirken zusammen und verstärken Benachteiligung. Inklusion muss sie gemeinsam denken.
K
Keynote
Apple-App zum Erstellen und Abspielen von Präsentationen (Pendant zu PowerPoint).
KI-Kennzeichnung
Der Hinweis, dass ein Text, Bild oder Video mit KI erstellt wurde. Schafft Transparenz – und ist selbst Teil von KI-Kompetenz.
KI-Lernbegleiter (KI-Tutor)
Ein KI-System, das Lernende beim Üben und Verstehen begleitet – mit Erklärungen, Rückfragen, Hinweisen. Sinnvoll als Ergänzung, nicht als Ersatz der Lehrkraft.
KI-Verordnung (AI Act)
Das EU-Gesetz zur Regulierung von KI (2024). Es stuft KI-Systeme nach Risiko ein – Bildung gilt dabei als sensibler Bereich.
Kollaboration
Gemeinsames Arbeiten an einem Produkt, oft gleichzeitig und digital – etwa an einem geteilten Dokument oder einer Pinnwand.
Kooperatives Lernen
Lernen in Gruppen mit klaren Rollen und gegenseitiger Verantwortung – alle tragen zum gemeinsamen Ergebnis bei.
Kultur der Digitalität
Nach Felix Stalder die Art, wie digitale Vernetzung unser Denken, Kommunizieren und Zusammenleben verändert – nicht nur die Technik, sondern die Kultur. Grundlage des DPaCK-Modells.
Kultur der Diklusivität Mehr dazu ›
Eine Schulkultur, in der Vielfalt als Wert und digitale Medien als selbstverständlich gelten – mit dem Ziel der Teilhabe aller Schüler:innen an Bildung in einer digitalen Welt (Schulz 2021).
Künstliche Intelligenz (KI)Mehr dazu ›
Computer erkennen mithilfe von Algorithmen Muster und Strukturen – etwa bei der Spracherkennung (Speech-to-Text).
L
Large Language Model (LLM)
Ein KI-Sprachmodell, das mit riesigen Textmengen trainiert wurde und daraus Texte erzeugt – die Grundlage von Chatbots wie ChatGPT. Es „weiß“ nichts, sondern berechnet wahrscheinliche Fortsetzungen.
Learning Analytics
Das Erheben und Auswerten von Daten über Lernende und ihren Lernprozess.
Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten)
Anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben trotz normaler Begabung. Vorlesefunktion, Diktieren und angepasste Darstellung bauen Barrieren ab.
Lehrkräftebildung
Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften in drei Phasen: Studium, Vorbereitungsdienst, Fortbildung. Diklusion muss in allen dreien vorkommen.
Leichte Sprache
Eine klar geregelte, besonders leicht verständliche Sprachform mit festen Regeln: kurze Sätze, keine Fremdwörter, erklärende Bilder. Sie richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten – und ist von Einfacher Sprache zu unterscheiden.
Lernbegleitung
Eine Rolle der Lehrkraft, die Lernende auf ihren individuellen Wegen begleitet, statt Inhalte nur vorzutragen: beobachten, beraten, Rückmeldung geben, passende Hilfen anbieten.
Lernen mit, über und durch digitale Medien Mehr dazu ›
Drei Zugänge, die BNE und Digitalität verbinden: mit Medien (Werkzeuge und Zugänge), über Medien (Digitalität kritisch verstehen) und durch Medien (Teilhabe und gemeinsames Handeln, das erst digital möglich wird).
Lernmanagementsystem (LMS)
Plattform für virtuelle Lehr- und Lernprozesse mit Dateiablage und kollaborativem Arbeiten – zum Beispiel Moodle.
Lernstrategien
Vorgehensweisen, mit denen Lernende ihr Lernen planen, steuern und überprüfen – etwa Ziele setzen, Wichtiges markieren, sich selbst abfragen. Digitale Werkzeuge können sie sichtbar machen und unterstützen.
M
Maschinelles Lernen
Ein Teilgebiet der KI: Systeme lernen Muster aus Beispielen, statt Regeln vorgegeben zu bekommen. Grundlage der meisten heutigen KI-Anwendungen.
Medienkompetenz Mehr dazu ›
Nach Dieter Baacke die Fähigkeit, Medien zu hinterfragen (Medienkritik), zu verstehen (Medienkunde), zu nutzen (Mediennutzung) und selbst zu gestalten (Mediengestaltung).
Medienkonzept
Der Plan einer Schule, wie digitale Medien in Unterricht, Ausstattung und Fortbildung eingesetzt werden. Diklusiv gedacht, gehört Inklusion von Anfang an hinein.
Medienpädagogik
Die Disziplin, die sich mit Lernen über, mit und durch Medien befasst – und mit der Frage, wie Medienbildung gelingt.
Mehrsprachigkeit
Kinder wachsen mit mehreren Sprachen auf – eine Ressource. Übersetzungs- und Vorlesefunktionen helfen, alle Sprachen im Unterricht willkommen zu heißen.
METACOM
Verbreitete Symbolsammlung (von Annette Kitzinger) für die Unterstützte Kommunikation.
MetaTalk
iPad-App aus der Unterstützten Kommunikation; kann nach Indikation von der Krankenkasse finanziert werden.
MINT
Sammelbegriff der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Modelling
In der Unterstützten Kommunikation: das alternative Kommunikationssystem (Gebärden, Symbole, Talker) im Umfeld vorleben, damit es als sprachliches Vorbild dient.
Multicodales Lernen
Lernen mit verschiedenen Symbolsystemen – etwa Text, Bild und Animation.
Multimodales Lernen
Lernen über mehrere Sinneskanäle: taktil, auditiv, visuell und mehr.
Multiplikator:innen Mehr dazu ›
Lehrkräfte, die nach einer Qualifizierung Wissen und Impulse in ihre Schulen und Regionen weitertragen – etwa in der diklusiven Multiplikator:innenausbildung in Schleswig-Holstein.
Multiprofessionelle Teams
Fachkräfte verschiedener Professionen – Lehrkräfte, Sonderpädagog:innen, Schulsozialarbeit, Therapie – arbeiten gleichberechtigt zusammen, um alle Kinder gut zu begleiten.
N
Nachteilsausgleich
Anpassungen der Bedingungen, damit Schüler:innen mit Beeinträchtigung ihre Leistung zeigen können – z. B. mehr Zeit, Vorlesefunktion oder Diktieren – ohne die Anforderungen selbst zu senken.
O
OER – Open Educational Resources
Frei nutzbare und weiterbearbeitbare Lehr- und Lernmaterialien in offenen Dateiformaten.
P
Pädagogische Diagnostik
Lernstände, Stärken und Bedürfnisse systematisch erfassen, um Unterricht und Förderung passend zu planen – auch mit digitalen Werkzeugen.
Partizipation
Echte Mitbestimmung: Lernende entscheiden mit, was und wie gelernt wird. Forschung zeigt, dass Partizipation die zentrale Schnittstelle von Inklusion, BNE und Digitalität ist.
Peer-Tutoring
Schüler:innen erklären und unterstützen sich gegenseitig. Beide Seiten lernen – und Vielfalt wird zur Ressource.
Personalisiertes Lernen
Lernen, das sich an Interessen, Zielen und Wegen der Einzelnen orientiert – oft mit digitaler Unterstützung. Wichtig: Selbstbestimmung, nicht nur Algorithmus.
Podcast (im Unterricht)
Eigene Audiobeiträge produzieren oder hören. Ermöglicht Ausdruck ohne Schreiben und erreicht Lernende, für die Hören der bessere Zugang ist.
Prompt
Die Eingabe, mit der man ein KI-System steuert – eine Frage, ein Auftrag, ein Beispiel. Gute Prompts sagen, was, für wen und in welcher Form etwas entstehen soll.
S
Scaffolding
Unterstützung des Lernprozesses durch ein „Gerüst" zur Orientierung – etwa Anleitungen, das nach und nach abgebaut wird.
Scanning
Indirekte Ansteuerung elektronischer Kommunikationshilfen für Menschen mit starken motorischen Beeinträchtigungen – Bedienung über Taster, Sensoren oder Schalter.
Schaltersteuerung
Bedienung von Tablet oder Computer über einen oder wenige Taster. Ermöglicht Teilhabe, wenn Touch oder Tastatur nicht nutzbar sind.
Schulbegleitung
Eine Person, die ein Kind mit Unterstützungsbedarf im Schulalltag begleitet – für Teilhabe am Unterricht, nicht als Ersatz für inklusive Strukturen.
Screencast
Eine Bildschirmaufnahme mit Erklärung, etwa um eine App oder einen Rechenweg zu zeigen. Eine einfache Form des Erklärvideos.
Screenreader
Software, die Bildschirminhalte vorliest oder in Braille ausgibt. Nur gut strukturierte, barrierefreie Inhalte lassen sich damit sinnvoll nutzen.
Selbstreguliertes Lernen
Lernende setzen sich Ziele, planen, überwachen und bewerten ihr Lernen selbst. Lernstrategien und digitale Werkzeuge unterstützen dabei.
Selbstwirksamkeit
Die Überzeugung, etwas aus eigener Kraft schaffen zu können. Wahlmöglichkeiten und passende Hilfen stärken sie – ein zentrales Ziel von UDL.
Simulation
Ein digitales Modell, mit dem sich Vorgänge gefahrlos ausprobieren lassen – vom Stromkreis bis zum Klimasystem. Bietet Zugänge, die real nicht möglich wären.
Sonderpädagogik
Die Fachrichtung der Pädagogik für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen oder besonderen Lernvoraussetzungen. In inklusiven Schulen bringt sie ihre Expertise ins gemeinsame Team ein.
Sonderpädagogischer Förderbedarf
Durch ein Feststellungsverfahren ermittelter Bedarf an sonderpädagogischer Förderung – unabhängig vom Lernort. Förderschwerpunkte u. a.: Lernen, Sprache, geistige sowie körperlich-motorische Entwicklung, Hören, Sehen, emotional-soziale Entwicklung.
Sprachbildung
Durchgängige Förderung von Sprache in allen Fächern – für alle Kinder, nicht nur bei Deutsch als Zweitsprache. Digitale Medien unterstützen mit Vorlese-, Übersetzungs- und Diktierfunktionen.
T
Talker
Elektronische Kommunikationshilfe mit Display und Sprachausgabe; neuere Geräte sind iPad-basiert (z. B. mit MetaTalk).
Teilhabe
Das Ziel inklusiver Bildung: Alle Menschen können gleichberechtigt mitmachen, mitreden und mitgestalten – in der Schule wie in der Gesellschaft. Diklusion nutzt digitale Medien, um genau das zu ermöglichen.
Tetraspastik
Besondere Form der zerebralen Bewegungsbeeinträchtigung, bei der alle vier Gliedmaßen betroffen sind.
Text-to-Speech (Vorlesefunktion)
Technik, die geschriebenen Text in gesprochene Sprache verwandelt. Auf Tablets und Computern eingebaut, macht sie Texte zugänglich – auch wenn Lesen (noch) schwerfällt.
TPACK-Modell Mehr dazu ›
Modell für das Wissen von Lehrkräften im digitalen Unterricht: Fachwissen (CK), pädagogisches Wissen (PK) und technologisches Wissen (TK) – und vor allem ihr Zusammenspiel (Mishra & Koehler 2006).
Trainingsdaten
Die Daten, mit denen ein KI-System lernt. Was darin fehlt oder verzerrt ist, prägt später die Ergebnisse (Bias).
Transformatives Lernen
Lernen, das Denk- und Handlungsmuster verändert: Ein irritierendes Erlebnis führt über Reflexion und Austausch zu neuen Perspektiven und neuem Handeln (Mezirow). Für BNE ein zentraler Ansatz.
U
UDL – Universal Design for LearningMehr dazu ›
Rahmen für inklusive Unterrichtsplanung: vielfältige Wege bei Beteiligung, Darstellung und Ausdruck – damit alle Lernenden von Anfang an mitgedacht sind.
UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
Das Übereinkommen der Vereinten Nationen von 2006, in Deutschland seit 2009 geltend. Es schreibt das Recht auf inklusive Bildung fest.
Universal Design
Gestaltung von Produkten und Umgebungen so, dass sie möglichst von allen ohne Anpassung genutzt werden können (UN-BRK, Art. 2).
Unterstützte Kommunikation (UK)
Teilbereich der Sonderpädagogik zur Verbesserung der Kommunikation von Menschen ohne ausreichende Lautsprache; international: AAC.
Untertitel
Eingeblendeter Text zum gesprochenen Wort in Videos. Sie helfen nicht nur hörbeeinträchtigten Menschen, sondern allen – in lauter Umgebung, beim Lesenlernen, in anderen Sprachen.
V
Virtual Reality (VR)
Mittels VR-Brille begeh- und erfahrbare virtuelle Räume – auch in Bildungskontexten genutzt.
VoiceOver
In Apple-Geräte eingebaute Bedienhilfe für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen: Bildschirminhalte werden vorgelesen und per Geste bedienbar.
W
Webquest
Unterrichtsmethode zur eigenständigen Recherche einer Fragestellung im Internet.
#
4K-Modell
Vier Kompetenzen für das Lernen im 21. Jahrhundert: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken.
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Grundlage: Glossar aus Diklusive Lernwelten (OER, CC BY-SA), für die Website gekürzt und angepasst – kostenfrei als PDF herunterladen. Noch mehr Begriffe im Glossar von Aktion Mensch ↗.